• Zur Zeit feiern jüdische Gemeinden Weltweit Yom Kippur, für Juden ist Yom Kippur ein hoher Feiertag, oder wie Wikipedia den Tag beschreibt:

    Jom Kippur (hebräisch יוֹם כִּפּוּר ‚Tag der Sühne‘, auch Jom ha-Kippurim יוֹם הכִּפּוּרִים), deutsch zumeist Versöhnungstag oder Versöhnungsfest, ist der höchste jüdische Feiertag. Nach jüdischem Kalendersystem wird er am 10. Tag des Monats Tischri begangen – als strenger Ruhe- und Fastentag. Im Gregorianischen Kalender fällt Jom Kippur von Jahr zu Jahr auf unterschiedliche Daten im September oder Oktober. Zusammen mit dem zehn Tage davor stattfindenden zweitägigen Neujahrsfest Rosch ha-Schana bildet er die Hohen Feiertage des Judentums und den Höhepunkt und Abschluss der zehn Tage der Reue und Umkehr. Jom Kippur wird von einer Mehrheit der Juden, auch nicht religiösen, in mehr oder weniger strikter Form eingehalten.

    Für Teams von Facebook scheint der Feiertag in etwa so wichtig zu sein wie eine College Abschlussfeier. Man trinkt ein bißchen was, ist lustig und singt, also nichts Ernstes. Zufällig an Jom Kippur war ein Anschlag auf die Synagoge in Hagen geplant. Weltweit sind Sicherheitskräfte im Einsatz, um jüdische, sowie israelische Einrichtungen zu schützen. Es ist, nicht nur für Jüd:Innen und Juden eine sensible Zeit, wie es schon allgemein der Fall ist. Da viele jüdische und israelische Organisationen auf Facebook vertreten sind, habe ich nachgeschaut was los ist, wenn diese „chatima towa“ und ein gesegnetes Yom Kippur wünschen. Anmerkung, alle diese Kommentare fand Facebook völlig in Ordnung:

    Die ganzen Kommentare lasse ich weg, denn das würde den Rahmen sprengen. Auffällig dabei ist, dass die meisten antisemitischen Bilder von Personen aus Malaysia stammen. Der Premierminister ist fanatischer Antisemit, aber da sein Land Geschäfte mit Israel macht sagte er seinen Bürgern Antisemitismus sei völlig ok, aber sie sollen damit leben dass die Firmen Geschäfte mit Israel machen. Nun mag Facebook der Meinung sein in asiatischen Ländern seien diese von der Meinungsfreiheit gedeckt nur enden Rechte da, wo sie die Rechte anderer verletzen. Und, ganz ehrlich, Malaysia behandelt seine muslimischen Schwestern und Brüder, die Rohingya wie Dreck. Auch lehnt der Staat die Genfer Flüchtlingskonvention kategorisch ab.

    Aber nicht nur jüdische Seiten waren das Ziel, der englische Fußballclub FC Liverpool besaß die Dreistigkeit, seinen jüdischen Supportern ein gesegnetes Yom Kippur zu wünschen. Dies machen nicht nur die Liverpooler bei jedem religiösen Feiertag, allerdings liefen einige sogenannte „Supporter“ Amok und beschimpften den Verein auf das Übelste. Wenn Kommentatoren antworteten Yom Kippur habe nichts mit Israel zu tun, dann wurden diese auch Ziel der verbalen Attacken, wie einer schrieb: „wie kann es Liverpool wagen ein kolonialistisches und terroristisches Land zu feiern.“

    Das Motto des FC Liverpool, „You Never Walk Alone,“ gilt anscheinend für einige Leute nicht, vor allem ist es aufschlussreich, wie Menschen einen Verein zwingen wollen, nur bestimmte Unterstützer zuzulassen, worauf einer schrieb, wenn sie nicht verstehen, was YNWA heißt, sollten Sie sich besser einen Verein in Asien, oder dem Mittleren Osten suchen, das wäre wohl eher was für sie als ein Weltoffener Verein der alle Menschen respektiert.

    Facebook sollte sich überlegen, ob sie diesen Leuten eine Plattform gibt, denn es geht hier nicht um den Nahen Osten, oder um Israel, es geht diesen Leuten um Judenhass, nichts weiter. Die Unterstützung für die Palästinenser ist nur Fassade, weder haben sie jemals einen Juden getroffen, noch einen Palästinenser, sie waren nie im Nahen Osten und das Schicksal der Palästinenser im Libanon, oder in Syrien interessiert sie nicht, sie halten es im Übrigen für eine Lüge dass die Palästinenser dort unterdrückt werden.

    Wenn Mark Zuckerberg es ernst meint, dann sollte sein Unternehmen dringend ändern, oder seinen Dienst nur in bestimmten Ländern anbieten, und nicht in Ländern, die irgendwo im Mittelalter stehen geblieben sind und deren Denkweise nicht über die Entwicklungsstufe eines Grottenolms hinausgekommen ist.

    So und jetzt überlege ich, ob ich mir das wirklich antue und Einspruch vor dem Oversightboard gegen die Entscheidungen Facebooks einlege.

  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie oft ich von Ihnen gesperrt wurde, nicht weil ich irgendeine Hassrede getätigt hätte, sondern weil ich Teilnehmern, die Israel Massenmord, Apartheid und ethnische Säuberungen vorwarfen als das bezeichnet hatte, was sie sind, Trottel und Antisemiten. Nun waren diese Leute damit nicht einverstanden und haben Sie informiert und Sie wurden sofort tätig, und sperrten mich, denn wenn Sie eines konsequent befolgen, dann ist es das einknicken vor Gegnern einer offenen Gesellschaft.

    Natürlich ist es unmöglich mit Ihnen zu kommunizieren und wenn, dann über dieses Feedbackformular was in etwa so ist, als würde man in Dauerschleife mit der Wartemusik telefonieren, was man erfolgreiche Kundenverhinderung nennt. Aber damit sollte ja Schluss sein und Sie haben weder Kosten, noch Mühen gescheut und ein Board zusammengestellt, das sich zur Aufgabe gemacht hat, da einzugreifen, wo Sie versagt haben. Eigentlich simpel, oder? Aber so ist es dann doch nicht, denn von insgesamt 20.000 Einsprüchen hat das Board insgesamt fünfzehn Entscheidungen getroffen, wirklich eine stattliche Leistung.

    Daran wäre ja nichts auszusetzen, wenn die Seite Buzzfeed nicht behaupten würde, dass Sie Israel bevorzugen, und die arabischen Länder abfällig behandeln, was zur Folge hatte, dass die Bewertungen in den Keller gingen denn, wie schon Gustave Le Bon vor über einhundert Jahren schrieb, „Die Massen urteilen gar nicht oder falsch. Die Urteile, die die Massen annehmen, sind nur aufgedrängt, niemals geprüfte Urteile.“

    Der Sturm – der auf Sie einprasselte – war die Aussage eines Mannes, der anscheinend für Sie tätig ist. Ob das stimmt tut eigentlich nichts zur Sache. Ich fand es erstaunlicher, dass, besonders während der Unruhen zwischen der Hamas und Israelischen Sicherheitskräften auf Grund des Rechtsstreit bezüglich Sheikh Jarrah, die meisten Beschwerden bei Ihnen aus Israel eingingen…und das…muß ich sagen, wundert mich wiederum nicht.

    Auch wenn der ZDJ mir auf Nachfrage bestätigt, dass man zur Zeit keinen Grund zur Klage hat, und Sie – in Deutschland zumindest – sehr fleißig darin sind antisemitische Inhalte zu löschen, habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Israelische und jüdische Seiten bei Ihnen sind stets das Ziel antisemitischer, sowie antizionistischer Angriffe. Während die Moderatoren der jeweiligen Seiten nach Kräften bemüht sind Kommentare dieser Art zu löschen, finden Sie das nicht Anstößig wenn man es meldet. Früher musste man mit der Entscheidung leben, Heute zumindest geben Sie Gelegenheit Einspruch vor dem Oversightboard einzulegen, was im Grunde genommen wie das Hornberger Schießen ausgeht.

    Meine Einsprüche betrafen alle Israel, waren aber für das Oversightboard nicht relevant. Bei zwei Kommentaren die ich gemeldet habe, wurde mir gestattet Einspruch zu erheben, da „Israel verrecke“ für Sie offensichtlich ein Ausbruch kultureller Eigenheit ist. Die Entscheidung, was nun ist steht aus, ebenso die Beleidigungen gegen die Gründerin der Amadeu Antonio Stiftung.

    Sie berufen sich darauf Kommentare zu entfernen die „verunglimpfend sind und eine Person herabwürdigen,“ Das gilt für Sie aber nicht, denn die Bezeichnung „Stasi-Kahane“ ist sehr wohl eine Herabwürdigung und meines Wissens hat bisher noch kein deutsches Gericht das als zulässige Bezeichnung zugelassen, aber geschenkt.

    Auf Ihrer Seite fassen Sie Ihre Gemeinschaftsstandards zusammen und beschreiben wie Sie die Mitarbeiter schulen und diese, im Notfall, einen „Experten“ hinzu holen können. Mir stellt sich die Frage, wer diese Leute schult und wo diese Leute ihren Sitz haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, die Swastika auf einem indischen Bild, von einem Inder gepostet ist keine Beleidigung, wenn aber die Fahne Israels mit einer Hakenkreuzfahne kombiniert und als Profilbild verwendet wird, dann ist das sehr wohl eine Verletzung der Regeln! Für Sie aber offensichtlich nicht.

    Nachdem ein Nutzer dieses Profilbild hatte und gemeldet wurde, schrieb Facebook dass dieses Bild die Regeln nicht verletzen würde.

    Eine Karikatur auf der ein nackter Hintern zu sehen ist, wie er auf die israelische Fahne kotet, ist für Sie kein Grund aktiv zu werden. Nun stellen Sie sich die Situation mit einer russischen, amerikanischen, chinesischen oder der Fahne eines arabischen Landes vor. Hat Ihrer Meinung nach ein Land nicht das Recht genauso behandelt zu werden, wie andere Länder? Oder sind Sie der Meinung Israel muss das tolerieren, oder die Bewohner sollen halt die Gegend verlassen.

    Von mir gemeldetes Bild unter einem Post der israelischen Verteidigungskräfte über eine Araberin die nun als Offizier der IDF tätig ist.

    Es war der Moderator der Seite der die Karikatur, nebst den üblichen Beschimpfungen gelöscht hat weil Sie keinen Grund sehen einzugreifen und komischerweise eine sehr große Bandbreite von Meinungsfreiheit haben sobald es gegen bestimmte Gruppen geht. Aber um Ihnen auf die Sprünge zu helfen ein Auszug der Deklaration des IHRA, dessen Definition Sie bisher ja nicht geschafft haben umzusetzen.

    • Der Aufruf zur Tötung oder Schädigung von Jüdinnen und Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Religionsanschauung sowie die Beihilfe zu solchen Taten oder ihre Rechtfertigung.
    • Falsche, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Anschuldigungen gegen Jüdinnen und Juden oder die Macht der Jüdinnen und Juden als Kollektiv – insbesondere aber nicht ausschließlich die Mythen über eine jüdische Weltverschwörung oder über die Kontrolle der Medien, Wirtschaft, Regierung oder anderer gesellschaftlicher Institutionen durch die Jüdinnen und Juden.
    • Das Verantwortlichmachen der Jüdinnen und Juden als Volk für tatsächliches oder unterstelltes Fehlverhalten einzelner Jüdinnen und Juden, einzelner jüdischer Gruppen oder sogar von Nichtjüdinnen und Nichtjuden.
    • Das Bestreiten der Tatsache, des Ausmaßes, der Mechanismen (z.B. der Gaskammern) oder der Vorsätzlichkeit des Völkermordes an den Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Unterstützer und Komplizen während des Zweiten Weltkrieges (Holocaust).
    • Der Vorwurf gegenüber den Jüdinnen und Juden als Volk oder dem Staat Israel, den Holocaust zu erfinden oder übertrieben darzustellen.
    • Der Vorwurf gegenüber Jüdinnen und Juden, sie fühlten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer.
    • Das Aberkennen des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z.B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.
    • Die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet oder gefordert wird.
    • Das Verwenden von Symbolen und Bildern, die mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehen (z.B. der Vorwurf des Christusmordes oder die Ritualmordlegende), um Israel oder die Israelis zu beschreiben.
    • Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten.
    • Das kollektive Verantwortlichmachen von Jüdinnen und Juden für Handlungen des Staates Israel.

    Das liebe Facebook Leute passiert auf Ihrer Plattform täglich und es ist egal, ob es Deutschland betrifft, oder International ist. Sie können aber auch den 3 D Test nehmen, und falls Sie der Meinung sind, Antizionismus beschränkt sich als Kritik auf den Staat Israel, dann sollten Sie sich zu dem Thema besser informieren denn Antizionismus ist Israelbezogener Antisemitismus und beides hat in einer Gesellschaft keinen Platz.

    Die ADL ist nicht gut auf Sie zu sprechen und ich bin es schon lange nicht mehr. Mir reicht es, dass nach zweitausend Jahren der Antisemitismus in der modernen Gesellschaft immer noch weit verbreitet und verankert ist, weil ein soziales Medium wie Facebook kein Problem in der Verbreitung von antisemitischen Inhalten sieht

    Wenn für Sie also „Trottel“ bullying und harassment darstellen, dann würde ich gerne mal wissen, wie Sie den Begriff „Zionazi“ sehen, ist er mir doch schon öfters aufgefallen, ohne das eine Reaktion Ihrerseits erfolgte. Sie denken Sie haben sehr gute Standards weil diese im Grunde genommen auf alles zutreffen, egal ob sich jemand einem Posting über Käsekuchen stört, oder ein Nacktbild veröffentlicht.

    Sie mögen ein privates Unternehmen sein, allerdings dadurch, dass Sie Weltweit als soziales Medium auftreten haben Sie eine Verantwortung und zu dieser Verantwortung gehört Antisemitismus nicht zu tolerieren.

  • Die 1888 erschienen Erzählung Rudyard Kiplings kam mir letztes Jahr in den Sinn, als sich Donald Trump mit Vertretern der Taliban in Doha traf, und ein „Friedensabkommen“ mit ihnen aushandelte mit der Zusage, dass spätestens im Mai diesen Jahres die US Truppen Afghanistan verlassen haben.

    Nun war Trump alles andere als ein Präsident mit seiner unerträglich Art und Dummheit. Nicht nur dass er alles was er tat als „Deal“ betrachtete und dachte, je mehr man jemandem anbietet, desto schneller würde er einschlagen, was allerdings nicht der Fall war denn, und das war das größte Problem, Trump war viel zu dumm, um zu begreifen, wie die moderne Welt funktioniert.

    Szenephoto aus dem Mann der König sein wollte, 1976 mit Sean Connery und Michael Caine

    Es geht um Geopolitik und nicht um die narzisstischen Befindlichkeiten eines senilen alten Mannes der glaubt er sei der Nabel der Welt. Geopolitisch spielen die USA kaum noch eine Rolle, es sind andere die ihnen den Rang abgelaufen haben Weltmacht zu sein. Während die USA die Krisenfeuerwehr spielte und glaubte die Ideale von Freiheit, Demokratie und Menschenrechte bis in den letzten Winkel der Welt zu bringen, kaufte China einfach Zuneigung. Heimlich still und leise setzte China sein Credo von Prosperität für alle unter dem Dach des Kommunismus, in afrikanischen und Südamerikanischen Staaten um. Auch der Iran ist, dank der Unterstützung Chinas, immer noch am Leben.

    Russland ist wieder, wenn auch keine globale, so eine regionale Macht, die im Falle Syriens, oder Tschetschenien entscheidet, wie lange ihre Mündel an der Macht bleiben. Dreht sich der Wind in Moskau, dreht sich der Wind in Damaskus und Grosny.

    „Das eigentliche Ziel des Krieges ist der Frieden.“

    Als am 11.09 vier Passagiermaschinen entführt wurden und kurze Zeit später zwei von ihnen in das World Trade Center flogen, war die Welt geschockt. Eine dritte Maschine stürzte in das Pentagon und UA93 konnte von den Passagieren unter Kontrolle gebracht werden und stürzte in der Nähe von Shanksville ab. Während niemand wußte, wer für den Anschlag verantwortlich war, trat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder vor die Kameras und sprach in seiner Rede davon, dass man fest an der Seite der USA steht und im Bündnisfall bereit ist die Bundeswehr einzusetzen.

    Der Anfang vom Ende in Afghanistan

    Außer das der Sicherheitsapparat der USA komplett versagt hatte, rätselte man in Washington noch, wer für den Anschlag verantwortlich war. Etwas später hatte man die Erkenntnis das Al Qaida hinter dem Anschlag steckt und sich offensichtlich unter dem Schutz der Taliban in Afghanistan befindet. Die USA stellten daraufhin ein Auslieferungsantrag und setzten ein entsprechendes Ultimatum, welches die Taliban auslaufen ließen und eine Auslieferung Osama Bin Ladens, sowie seiner Offiziere ablehnten.

    UN Resolution 1368, die einen Tag nach dem Terroranschlag verabschiedet wurde gab den USA und seinen Verbündeten die Legitimation notfalls mit Gewalt das Land zu bestrafen, das für den Anschlag verantwortlich war, beziehungsweise die Mithilfe gegenüber der UNO verweigerte.

    Am Siebten Oktober 2001 begann Operation Enduring Freedom. Die Nato begann, mit Luftunterstützung, verschiedene strategische Ziele in Afghanistan anzugreifen, um dabei Al-Qaida in Afghanistan zu zerschlagen. Da die Berge Afghanistans immer dafür benutzt wurden, Kämpfern Unterschlupf zu bieten, begann für die Amerikaner und ihre Verbündeten eine Sisyphusarbeit, denn die Soldaten mußten jeden Stein umdrehen und jede Höhle bis in den hintersten Winkel durchsuchen.

    Truppen beim Einmarsch in Afghanistan 2001

    Dazu kam die Unkenntnis über das Gelände und Selbstmordattentate die von den Taliban überall im Land, aber besonders in Kabul, ausgeführt wurden. Außerdem wurden die Fremden als Besatzer empfunden, während in den größeren Städten die Afghanen froh waren, dass sie die Taliban endlich los waren.

    „Lerne die Situation in der du dich befindest, insgesamt zu betrachten.“

    Während man in großen Teilen erfolgreich war, wollte man den Leuten auch humanitäre Hilfe zukommen lassen. Also baute man Schulen und Krankenhäuser, verbesserte die Infrastruktur und ermöglichten es den Frauen wieder am Leben teilzunehmen. Es herrschte weitgehende Freiheit, die die Afghanen in vollen Zügen genossen. Nach Jahrzehnten Krieg und Bürgerkrieg, sowie den Taliban, kam es vielen wie ein Märchen vor.

    Also warum sollte man die Situation gesamt betrachten? Die Antwort: statt Fachleute in‘s Land zu bringen, oder die Regierung ersteinmal in die Hand der UN zu legen, brachte man Leute vor Ort nicht nur in die Regierung, sondern man installierte eine Zentralregierung, die nicht nur korrupt, sondern auch die Provinzgouverneure ernannte. Diese Leute besaßen in den meisten Fällen keinerlei Rückendeckung in ihren Provinzen.

    Man pumpte Milliarden in die militärische Aufbauhilfe und hat Leute ausgebildet, die Analphabeten waren und nun mit Millionen Dollar schwerem Kriegsgerät umgehen sollten, und zuletzt stellte sich heraus, dass die Soldaten kaum, oder gar keinen Sold bekamen und auch keine Verpflegung. Der Spruch, „ohne Mampf keinen Kampf“ gilt auch für afghanische Soldaten. Ihnen Feigheit vorzuwerfen und zu fordern, sie sollten gefälligst für ihren Schutz selber zu sorgen, klingt, nach allem was man h#ätte wissen müssen, ausgesprochen zynisch.

    „Ein schöner Rückzug ist ebenso viel wert als ein kühner Angriff.“

    Es wäre schön, wenn es in Afghanistan so gewesen wäre, leider war es nicht so. In Doha begann der Anfang vom Ende, als Donald Trump mit den Taliban verhandelte und die Afghanen, ebenso wie vorher die Kurden, unter den Bus geworfen hat. Der „Deal“ wie Trump ihn nannte, sah die afghanische Regierung überhaupt nicht vor. Trump dachte – wenn er das überhaupt kann – die Afghanen würden vor Freude in die Luft springen. Angeblich hätte Ghani ihm überschwänglich gedankt.

    Der Anfang vom Ende – Trumps neue Liebe mit den Taliban

    Zu diesem Zeitpunkt hatten die Taliban schon die Pipi in den Augen stehen vor Freude. Ohne sich anstrengen zu müssen, präsentierte ihnen Trump Afghanistan auf dem Silbertablett. Der Plan sah unter anderem vor, dass die USA bis Mai ihre Streitkräfte in Afghanistan auf 2500 Soldaten reduzieren. Angeblich, so der Vorwurf des letzten Verteidigungsminister unter Trump – Christopher C. Miller – behauptete, Trump hätte nie vorgehabt, die Truppen aus Afghanistan abzuziehen.

    Joe Biden ließ die Frist verstreichen, und der Mai zog vorüber. Währenddessen machte sich Trump auf einer Veranstaltung der Republikaner vor Freude in die Hosen und rief seinen Anhängern zu, dass er Biden ein Kuckucksei in‘s Nest gelegt habe und Biden das nicht mehr rückgängig machen könne. Als sich die internationalen Truppen aus Afghanistan zurückzogen, da auch die USA schon abzog, brach das Chaos aus.

    Vor Verzweiflung hatte sich der Junge an einer amerikanischen Militärmaschine festgehalten

    „Der Erfolg hat viele Väter. Der Mißerfolg ist ein Waisenkind“

    Wer die Bilder aus Kabul gesehen hat sah sich vermeintlich an Saigon erinnert, als die USA sich aus aus Vietnam zurückzogen. Als Nordvietnam im April 1975 Saigon bedrohte, räumten die USA ihre Botschaft und versuchten vom Dach aus, die Flüchtenden Menschen zu evakuieren. Ich kann mich noch erinnern, als die Deckbesatzung der Midway eine Bell UH-1H vom Deck warf, damit eine Cessna O-1 auf dem Deck landen konnte. Nach Vietnam wurde gestritten und debattiert wer die Schuld an dem Desaster trug. Man machte die Presse verantwortlich, weil man dachte die Berichterstattung der amerikanischen Medien hätten in der US-Bevölkerung einen Zer­set­zungs­pro­zess in Gang gesetzt, der zur Kriegsmüdigkeit und damit zum Rückzug führte.

    Mitglieder der USS Midway werfen eine Bell UH-1H über Bord, um Platz für eine landende Cessna O-1 zu schaffen

    Afghanistan ist ähnlich gelagert. Die Republikaner schlagen auf die Demokraten ein, die Demokraten auf die Republikaner. Die Seite Fact-check schrieb von „blaming game.“ Tatsache ist, dass Donald Trump die Taliban ohne Not stark gemacht hat und die afghanische Regierung außen vor gelassen. Die US-Administration hat ihren Verbündeten vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gab auch offensichtlich keinen Plan was nach dem Abzug passiert, obwohl Experten vor den Taliban gewarnt haben.

    Man war, nachdem man sich mit dem Militär beratschlagt hat, dass 2500 Soldat:innen völlig ausreichen, um zusammen mit der Afghanischen Armee die Taliban aufzuhalten, und dass die Taliban eh nicht so schnell vorrücken würden. Da besitzen die Geheimdienste ein internationales Netzwerk, erhalten jedes Jahr Milliarden Euros und sind nicht in der Lage die Situation, die ihnen ein Fünfjähriger in Kabul hätte erklären können, vorauszusehen. Deutschland macht dabei das, was es am Besten kann, abschieben und Untersuchungsausschüsse. Das bringt den Leuten vor Ort zwar nichts, beruhigt aber das Gewissen einiger Abgeordneter.

    „Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort bedroht die Gerechtigkeit an jedem anderen.“

    „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“

    Als Peter Struck das auf einer Pressekonferenz sagte, sorgte der Satz für allgemeine Erheiterung vor allem, wenn sich die lange Liste der Terroranschläge in Europa anschaut. Ja, die Gefahr mag nicht mehr vom Hindukusch ausgegangen sein, dafür aber aus anderen Regionen. Was hat man also erreicht? Einen fragilen Frieden der fast zwanzig Jahre hielt, ein Land, das wieder in der Hand der Taliban ist und wieder Bürgerkriegsgebiet werden wird, denn nicht nur die Taliban, sondern auch der Daesh kämpfen um die Macht. Man weiß dass Daesh in der Lage ist genügend Freiwillige zu finden, also nach Irak und Syrien, nun also Afghanistan?

    die Freiheit und der Hindukusch

    Alles was man in diesen Jahren aufgebaut hat geht nun den Bach runter, denn man hat sich nie einen Plan B überlegt für den Fall, dass man sich aus Afghanistan zurückzieht. Die Armee wurde nicht nur falsch ausgebildet, sie wurden auch mit Waffen versorgt mit denen sie nichts anfangen konnten. Man war nicht mal in der Lage Schutzzonen einzurichten die von UN Truppen beschützt werden und wundert sich über das Chaos in Kabul, während die Zottelkrieger anfangen zu zeigen, dass sie sich keinen Jota geändert haben.

    Deutschland hat dem ganzen die Krone aufgesetzt. Das Parlament lehnt den Antrag der Grünen ab dafür zu sorgen, dass die Ortskräfte unbürokratische Hilfe bekommen, der Innenminister will trotz der Tatsache, dass Afghanistan nicht sicher ist, und das seit etwa einem Jahr, Flüchtlinge dorthin abschieben, und man versinkt in Lethargie weil Leute wie Angela Merkel glauben man könne Probleme so lösen, wie Helmut Kohl es Sechzehn Jahre gemacht hat, mit ruhiger Hand und Gelegenheiten beinahe zu verpassen. Wenn Wahlkampf in Deutschland wichtiger ist als humanitäre Hilfe, man war ja an der Situation in Afghanistan mitbeteiligt, und es waren nicht der Fähnlein Fieselschweif vor Ort, sondern Bundeswehr und andere Hilfskräfte. Ich bin froh nicht mehr in Deutschland zu leben, denn wenn ich noch mitbekomme, dass ehemalige Soldaten, die sich um die Ortskräfte kümmern, vor der Politik im Stich gelassen werden, dann schwillt mir der Kamm.

    Die USA und alle die in Afghanistan beteiligt waren haben die Werte, die der Westen angeblich vertritt, mit Füßen getreten und jedem Westentaschen- Kalifen und Emir das Signal ausgesendet, dass der Westen eh nichts macht, also braucht man nur die Luft anzuhalten. Das pragmatische China hat die Taliban sofort anerkannt, teilen sie sich doch eine Grenze mit Afghanistan und fürchten, dass die Islamisten Terrorzellen in China stärken könnten. Also macht man gute Miene zum bösen Spiel und sucht ein Auskommen.

    Der Westen hat sich erpressbar gemacht, denn wenn es den Taliban gefällt, dann schicken sie eine Horde aus Afghanistan in die Flucht und jeder erinnert sich an 2015.

    Epilog

    Nach dem 11.9 sagte jemand unsere Welt wird nie mehr so sein wie vorher. Sie war nie wie „vorher“ denn es gab genügend Terroranschläge besonders auf westliche Einrichtungen, also wird sich nach Afghanistan etwas ändern? Nein, denn die Welt ist so wie sie ist. Sie war schon immer so wie sie ist. George W. Bush wird wahrscheinlich wie ein Brummkreisel durch sein Haus rotieren, ob des Dilettantismus den seine Nachfolger an den Tag legten, und es ist völlig egal ob Trump den Taliban nicht vertraute, Fakt ist er hat den Stein in‘s Rollen gebracht. Was bleibt ist, dass es Länder gibt, die man wahrscheinlich nie befrieden kann, egal wie oft man sie erobert, oder, wie das Motto der Ranger de opresso liber“ (von der Unterdrückung befreien).

    Die freie Welt wird sich darauf einstellen müssen, dass weiter zu Terroranschlägen, Bürgerkriegen, ethnischen Säuberungen, Unterdrückung kommt und dass man sich auf die UNO nicht unbedingt verlassen sollte, denn mit UNRWA haben sie bewiesen dass sie selber Probleme schaffen können, und mit Rwanda dass sie Länder einfach im Stich lassen. Ihr Menschenrechtsrat verhält sich wie eine Gangster AG, in der Massenmörder, Serienvergewaltiger und staatlich anerkannte Folterknechte sich gegenseitig den Rücken schrubben, während sie ein Land, und nur dieses Land, auf ihrer Agenda haben.