Geschichtsschreibung des Königlichen Aal Al-Bayt-Institut für islamisches Gedankengut 

Wenn mich jemand fragen würde, ob der Nahostkonflikt gelöst werden könnte, würde ich das
verneinen. Der Nahostkonflikt ist komplexer und vielschichtiger, als sich das die Leute im
Westen vorstellen. Geht man zurück in die Mandatszeit, dann hat die Mandatsmacht
Großbritannien die Grundlagen für den heutigen Konflikt gelegt – nicht weil man den Zionismus
oder die Juden bevorzugt hätte, sondern weil man versucht hat, die Araber nicht zu verärgern,
und ihnen gegenüber eine Appeasement-Politik an den Tag legte.


Die Gegend war immer von Juden bewohnt. Es gab zu allen Zeiten eine Rückwanderung der
Juden in die Levante; eine große fand statt während der Reconquista, als Juden von der
iberischen Halbinsel nicht nur in nordafrikanische Länder, Europa (Irland) und andere
islamische Länder flohen, sondern auch in die Levante. In Jerusalem war die Mehrheit stets
jüdisch. Das Land unter den Osmanen an sich war eine trostlose Wüsten- und
Sumpflandschaft, kaum bewirtschaftet, mit trostlosen Weilern durchzogen. Man lebte von der
Tierzucht, betrieb hier und da etwas Landwirtschaft durch die aus Ägypten stammenden
Fellachen und die Beduinen, die mit ihren Herden durch das Land zogen.
Die Osmanen hatten auch nicht die besondere Absicht, das zu ändern – wozu auch. Jerusalem
war das Zentrum, aber nicht wichtig genug, als dass man, wie im frühen Mittelalter, Jerusalem
zu einem religiösen Zentrum ausgebaut hätte. Unter dem Umayyaden-Kalifen Al-Walid I. wurde
die Al-Aqsa-Moschee zwischen 706 und 715 fertiggestellt. Sein Vorgänger, Abū l-Walīd ʿAbd
al-Malik ibn Marwān, hatte den ersten Bau 692 abgeschlossen. Der Grund, warum Jerusalem
zur Pilgerstätte wurde, war jedoch nicht religiös begründet, sondern hatte profane, weltliche und
machtpolitische Gründe. ʿAbdallāh ibn az-Zubair war zu der Zeit Gegenkalif und herrschte über
Mekka; er bekämpfte nicht nur die Umayyaden, er hatte mit den Pilgerreisen nach Mekka ein
einträgliches Geschäft. Der Orientalist Ignaz Goldziher schrieb dazu in seinen
Muhammedanische Studien (1889–1890) unter Berufung auf arabische Historiker Folgendes:
„Als der ummejjadische Chalife ‚Abdalmalik aus Besorgnis darüber, dass sein in Mekka
herrschender Rivale ʿAbdallāh b. Zubejr die nach den heiligen Stätten im Ḥigāz pilgernden
Syrer zwingen könnte, ihm den Huldigungseid zu leisten, die Wallfahrt nach Mekka hintanhalten
wollte, da griff er zu dem Auskunftsmittel der Lehre vom stellvertretenden Hagg zur Kubbat
al-sachra in Jerusalem.”

Und Werner Caskel ergänzte später, dass die ersten Umayyadenkalifen bestrebt gewesen
seien, in Syrien-Palästina ein religiös-geistiges Zentrum zu errichten. Diese
Forschungshypothesen scheinen die nunmehr im Druck vorliegenden Werke islamischer
Lokalhistoriker über die Vorzüge Jerusalems in mancher Hinsicht zu bestätigen; der Felsen, unter dem Flüsse des Paradieses fließen, ist der Ort, der dem Himmel am nächsten liegt. Abd
al-Malik hatte damit die Möglichkeit geschaffen, Pilgerreisen nach Jerusalem anzubieten, indem
er Jerusalem zur heiligen Stätte erklärte, obwohl die Stadt im Koran nicht erwähnt wird und es
reine Auslegungssache ist, wie man die Suren interpretiert.

Die akademische Propaganda: Das Haschemitische
„White Paper“ unter der Lupe

Niemand im Westen fragt sich je, warum Verträge mit Ägypten und Jordanien möglich waren,
aber nicht mit Arafat und Abbas. Es geht nämlich nicht um Grenzen; es geht schlicht und
ergreifend um die Ummah und die Juden. Die Palästinenser haben keine historisch
gewachsene Geschichte, die einen exklusiven Anspruch auf das Gebiet rechtfertigen würde.
Die Mehrheit von ihnen kam genauso in das Land wie die Juden. Es gab islamische, christliche
und jüdische Bewohner des Landstriches, andere kamen hinzu. Juden und Christen waren die
einzigen, die schon zu Zeiten der Römer und Byzantiner dort lebten – die Juden noch länger.
Viele sind im Zuge der islamischen Eroberung konvertiert. Im Laufe der Jahrhunderte kamen
und gingen viele, besonders in der Zeit der Osmanen, für die Palästina nur ein
Verwaltungsbezirk war, der nicht mal einen eigenen Namen hatte (der Norden wurde von
Damaskus verwaltet, der Süden von Eilat).
Die ersten jüdischen Einwanderer um 1880 fanden dort keine Früchte oder blühende
Landschaften vor. Das Land was von Moskitos verseucht, fruchtbare Felder mussten dem
Sumpf abgetrotzt und die Wüste sprichwörtlich urbar gemacht werden. Dass heute dennoch
eine fixe Idee einer „5.000-jährigen arabischen Kontinuität“ existiert, liegt an Papieren wie dem
des Königlichen Aal Al-Bayt-Instituts für islamisches Gedankengut. Dieses „White Paper“ strotzt
vor Revisionismus, um die jüdische Identität der Region akademisch auszulöschen.

  1. Das linguistische Paradoxon: Die Erfindung der
    „Bronzezeit-Araber“

    Das Papier behauptet, dass die Kanaaniter und Jebusiter eigentlich Araber gewesen seien
    („Consequently, Jerusalem was always an Arab city“).
    ● Die wissenschaftliche Realität: Das ist ein anachronistischer Humbug. Die Kanaaniter
    und Jebusiter waren nordwestsemitische Völker der Bronzezeit. Die Araber hingegen
    tauchen als historisch greifbare Gruppe (als südsemitische Stammeskonföderation) das
    allererste Mal im 9. Jahrhundert v. Chr. in neuassyrischen Inschriften auf (Schlacht von
    Qarqar, 853 v. Chr., Erwähnung von „Gindibu der Araber“). Kanaaniter der Spätbronzezeit
    (ca. 1400 v. Chr.) zu „Arabern“ zu erklären, ist historisch so seriös, wie die Kelten zu
    „Franzosen der Grande Armée“ zu machen. Es gab damals schlichtweg noch keine arabische Ethnogenese im Raum Palästina.
  2. Das Eigentor mit der Amarna-Korrespondenz
    Das Dokument zitiert die Briefe des Königs Abdi-Heba von Jerusalem aus dem 14. Jahrhundert
    v. Chr. als Beweis für die „arabische“ Urheberschaft.
    ● Die wissenschaftliche Realität: Abdi-Heba ist ein bekannter kanaanitischer Herrscher,
    dessen Name ein unmissverständliches theofores (göttertragendes) Element enthält:
    Abdi-Heba bedeutet „Diener der Heba“. Heba (oder Hepat) war eine hurritische
    Muttergöttin. Der König von Jerusalem war also sprachlich und religiös mit den Hurritern
    und Kanaanitern verknüpft – Kulturen, die mit der altarabischen Halbinsel absolut nichts
    zu tun hatten.
  3. Das theologische Zirkelschluss-Verfahren
    Das Papier nutzt die hebräische Bibel (Altes Testament) als historische Quelle, um zu
    beweisen, dass die Jebusiter zuerst da waren (Buch der Richter, Josua 15,63). Im selben
    Atemzug unterschlägt das Dokument jedoch komplett das Kernnarrativ derselben Bücher: dass
    nämlich genau dieser Gott das Land den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakobs
    versprochen hat.
    Man pickt sich Verse heraus, die den kanaanitischen Ursprung beschreiben (den in Israel
    niemand bestreitet – die Bibel selbst nennt Jerusalem vor David explizit „Jebus“), nutzt sie für
    das eigene politische Narrativ, erklärt die Bibel aber ansonsten für gefälscht, sobald es um die
    jüdische Präsenz geht. Zudem bezeugt das zitierte Josua-Buch („die Jebusiter wohnen mit den
    Söhnen Judas in Jerusalem bis zum heutigen Tag“) eine jüdische Kontinuität in der Stadt ab ca.
    1000 v. Chr., was die jordanische These von der „exklusiv arabischen Stadt“ mitten im eigenen
    Zitat widerlegt.
  4. Das manipulative Zitat aus Hesekiel 16:3
    Das Papier zitiert Gott, der zu Jerusalem spricht: „Your ancestry and birth were in the land of the
    Canaanites; your father was an Amorite and your mother a Hittite“. Daraus folgert das Papier:
    „Consequently, Jerusalem was always an Arab city“.
    ● Die literarische Realität: In Hesekiel 16 handelt es sich um eine prophetische
    Schmährede und Metapher. Gott wirft den Bewohnern Jerusalems vor, dass sie sich
    durch ihren Götzendienst genau so benehmen wie die heidnischen Kanaaniter und
    Amoriter vor ihnen. Es ist eine moralische Rüge, keine genealogische Geburtsurkunde.
    Und selbst in dieser Metapher taucht das Wort „Araber“ mit keinem einzigen Buchstaben auf.
  1. Die biologische Kontinitäts-Lüge („Stamm Kanaan“)
    Der Text behauptet, die heutigen palästinensischen Araber seien direkte Nachkommen der
    Kanaaniter und führt den Familiennamen „Kanaan“ als Beweis an.
    ● Die wissenschaftliche Realität: Das ist reine Volksetymologie. Die Arabisierung der
    Levante geschah erst im Zuge der islamisch-arabischen Expansion im 7. Jahrhundert n.
    Chr. (Schlacht am Jarmuk, 636 n. Chr.). Die heutigen arabischen Familien der Region
    sind ein historisches Mosaik aus den damaligen arabischen Eroberern,
    Einwanderungswellen aus Ägypten, Syrien und dem Hedschas sowie Teilen der lokalen,
    aramäisch sprechenden Bevölkerung, die sprachlich assimiliert wurde. Einen modernen
    Familiennamen als genetischen Beweis für eine 5.000-jährige Abstammung anzuführen,
    is so, als würde man behaupten, jeder Deutsche mit dem Nachnamen „Preuß“ sei ein
    direkter, unvermischter Nachfahre der baltischen Ureinwohner vor der Ankunft des
    Deutschen Ordens.
  2. Das Heraklius-Framing und das Jahr 638 n. Chr.
    Das Papier betont, dass der byzantinische Kaiser Heraklius im Jahr 630 n. Chr. alle Juden
    vertrieben hatte. Die Muslime hätten 638 n. Chr. somit ein „judenreines“ Jerusalem vorgefunden
    und den Juden gar nichts weggenommen.
    ● Die historische Realität: Warum verschweigt das Papier, warum Heraklius die Juden
    vertrieb? Weil die jüdische Bevölkerung der Levante sich im Jahr 614 n. Chr. mit den
    einfallenden Persern verbündet hatte, um das brutale, antisemitische Joch der Byzantiner
    abzuschütteln – in der Hoffnung, endlich wieder Autonomie in Jerusalem zu erlangen.
    Das Papier feiert also die Früchte einer christlich-byzantinischen ethnischen Säuberung
    an den Juden, um den darauf folgenden islamischen Anspruch als „unschuldig“ zu
    deklarieren.

Fazit: Die akademische Enteignung


Dieses White Paper zeigt die nackte Panik des arabisch-haschemitischen Apparates vor der
realen Archäologie. Weil man die Monumente im Boden – von den Münzen aus der Zeit des
Ersten Tempels über die Siegelsysteme der jüdischen Könige (wie Hiskia) bis hin zu den
Inschriften der Makkabäer – nicht wegdiskutieren kann, baut man eine absurde „Wir waren vor
euch da“-Erzählung auf.
Es ist die akademische Fortsetzung dessen, was Jordanien zwischen 1948 und 1967 mit Dynamit an den Synagogen der Altstadt vorgenommen hat: Das physische und historische Ausradieren des jüdischen Erbes. Und genau deshalb ist dieser Konflikt rational nicht zu lösen:
Man kann keinen Kompromiss mit einer Ideologie schließen, die deine schiere historische
Existenzberechtigung leugnet.

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3 Antworten zu „Die Erfindung einer alternativen Geschichte: Warum der Nahostkonflikt unlösbar bleibt“

  1. Avatar von Gamma Hans

    Vielen Dank für den ausführlichen und kenntnisreichen Beitrag. Die von Ihnen angesprochenen historischen Quellen, insbesondere zur Mandatszeit, zur Umayyadenzeit und zur Frage der historischen Kontinuitäten in Jerusalem, verdienen eine ernsthafte wissenschaftliche Auseinandersetzung.

    Aus juristischer und historischer Sicht erscheint jedoch problematisch, dass einzelne fragwürdige oder ideologisch gefärbte Narrative auf der einen Seite mit einer pauschalen Bewertung der gesamten palästinensischen Seite auf der anderen Seite verknüpft werden. Selbst wenn bestimmte Behauptungen des zitierten White Papers historisch nicht haltbar sein sollten, folgt daraus nicht automatisch, dass die historische Identität oder die kollektiven Rechte heutiger Palästinenser insgesamt delegitimiert werden können.

    Gerade im Völkerrecht werden politische Ansprüche nicht ausschließlich aus antiken Abstammungslinien oder archäologischen Befunden abgeleitet, sondern auch aus tatsächlicher historischer Präsenz, Selbstbestimmungsrechten und dem Schutz der Zivilbevölkerung. Die Geschichte Jerusalems und des Landes ist komplex genug, um sowohl die tiefen jüdischen Wurzeln als auch die jahrhundertelange arabische, christliche und muslimische Präsenz anzuerkennen.

    Ihr Hinweis auf mögliche Geschichtsrevisionismen ist deshalb wichtig. Ebenso wichtig erscheint mir jedoch, historische Kritik nicht in eine Argumentation münden zu lassen, die Millionen Menschen ihre historische Verbundenheit mit dem Land abspricht oder den Konflikt als grundsätzlich unlösbar beschreibt. Wissenschaftliche Redlichkeit verlangt, ideologisch motivierte Geschichtsbilder auf allen Seiten kritisch zu hinterfragen und zwischen historischen Befunden, politischen Narrativen und heutigen Rechtsansprüchen sorgfältig zu unterscheiden.

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    1. Avatar von Wolfram Thal

      Gamma Hans,

      Es tut mir leid Ihnen sagen zu müssen, dass es witzlos ist Ihnen die Geschichte und die Geopolitische Situation des Nahen Ostens zu erklären. Sie schreiben aus Sicht eines Wohlbürgers der glaubt, dass seine Sichtweise die moralisch richtige ist und begreifen gar nicht, dass Sie im Grunde genommen zu einem Pistolenduell mit der Tageszeitung kommen.

      „Aus juristischer und historischer Sicht erscheint jedoch problematisch, dass einzelne fragwürdige oder ideologisch gefärbte Narrative auf der einen Seite mit einer pauschalen Bewertung der gesamten palästinensischen Seite auf der anderen Seite verknüpft werden.“

      Welche juristische und historische Sicht? Es geht hier um Geschichtsrevisionismus der der palästinensischen Seite dazu dient, dass Existenzrecht des Staates Israels zu deligitimieren. Hätten Sie meinen Post gelesen und auch verstanden zeigt er die Mechanismen auf, die nicht nur das palästinensische Narrativ sind sondern auch das Narrativ Millionen von Pro-Palästina Aktivisten weltweit nähren. Es wird behauptet, dass eine Verbindung der Juden zu dem Landstrich fehlt, soll ich Sie jetzt durch die ganzen Museen in Israel schleppen, wo Sie sich die Bezüge zur Antike ansehen können? Wollen Sie ernsthaft behaupten, dass der Tempel in Jerusalem von den Römern errichtet wurde um der Minerva zu huldigen? Oder dass der Tempel vom Himmel fiel? 

      „Selbst wenn bestimmte Behauptungen des zitierten White Papers historisch nicht haltbar sein sollten, folgt daraus nicht automatisch, dass die historische Identität oder die kollektiven Rechte heutiger Palästinenser insgesamt delegitimiert werden können.

      Gerade im Völkerrecht werden politische Ansprüche nicht ausschließlich aus antiken Abstammungslinien oder archäologischen Befunden abgeleitet, sondern auch aus tatsächlicher historischer Präsenz, Selbstbestimmungsrechten und dem Schutz der Zivilbevölkerung.“

      Hier schießen Sie ein klassisches Eigentor, um beim WM-Jargon zu bleiben. Sie haben das White Paper nicht gelesen, ihre Einlassung zeigt auf klassische Weise, dass Sie gar nicht wissen was das ist.

      Bis in’s 20te Jahrhundert haben sich die Araber in der Gegend als Teil eines Großsyrischen Reiches gesehen. Sie haben nie Philip Hitti gelesen der vor der Peel Kommission sagte  „In der Geschichte gibt es so etwas wie Palästina nicht.“ Walid Shoebat aus Bethlehem sagte: „Am 4. Juni 1967 war ich Jordanier, und über Nacht wurde ich Palästinenser. … Wir betrachteten uns als Jordanier, bis die Juden nach Jerusalem zurückkehrten.“ Und der syrische Politiker Auni Bey Abdul-Nadi erklärte: „Es gibt kein Land namens Palästina. … ‚Palästina‘ ist uns fremd. Es waren die Zionisten, die diesen Begriff eingeführt haben.“ Selbst der Geschichtsprofessor Rashid Khalidi von der Columbia University, ein Experte für palästinensische Identität, würde anerkennen, dass „Palästina“ vor dem Ersten Weltkrieg im arabischen Bewusstsein nicht existierte. Die zionistische Landerschließung wirkte wie ein Magnet auf Araber aus Ländern des Nahen Ostens, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach Palästina kamen und schließlich zu „Palästinensern“ wurden. Sie behaupten Sie würden die Geschichte besser kennen als diese Herren die ich zitierte. Selbst Golda Meir, die spätere Ministerpräsidentin Israels, besaß noch einen palästinensischen Pass. Wenn Sie nicht mal den Begriff Palästinenser definieren können sollten Sie eingestehen, dass sie nichts wissen. 

      Das white Paper oder MacDonald-Weißbuch legte fest: „I/4: Die Regierung Seiner Majestät verkündet jetzt unzweideutig, dass es nicht ihre Politik ist, aus Palästina einen jüdischen Staat werden zu lassen. […]

      I/10/1: Das Ziel der Regierung seiner Majestät ist die Errichtung eines unabhängigen Palästina-Staates innerhalb von zehn Jahren, der Vertragsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich in der Weise hat, dass die wirtschaftlichen und strategischen Interessen beider Länder berücksichtigt werden.

      I/10/2: In dem unabhängigen Staat sollen Araber und Juden gemeinsam in der Weise regieren, dass die wesentlichen Interessen jeder Gemeinschaft gesichert sind. […]

      II/13/1: Die jüdische Einwanderung wird in den nächsten fünf Jahren so geregelt, dass die Zahl der jüdischen Einwanderer ungefähr ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes erreicht – vorausgesetzt, die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes erlaubt dies […] Vom April dieses Jahres an werden innerhalb der nächsten fünf Jahre 75000 Einwanderer zugelassen. […]

      II/13/3: Nach fünf Jahren wird keine jüdische Einwanderung mehr gestattet, es sei denn, die Araber Palästinas wären hierzu bereit.

      II/13/4: Die Regierung Seiner Majestät ist entschlossen, die illegale Einwanderung zu verhindern. […]

      III/16: Der Hochkommissar für Palästina und Transjordanien erhält Vollmachten, den Landverkauf zu verbieten und zu steuern. Diese Regelung bedeutete das Todesurteil für die Mehrheit der Europäischen Juden, wollen Sie das bestreiten?  Stecken Sie sich Ihr Völkerrecht dahin wo die Sonne nicht hinscheint. Geht es um das Völkerrecht dürfte Ihr Land keine Geschäfte mit China machen, macht es aber trotzdem und da können Sie mit dem Völkerrecht winken bis Ihnen der Arm abfällt.

      „Gerade im Völkerrecht werden politische Ansprüche nicht ausschließlich aus antiken Abstammungslinien oder archäologischen Befunden abgeleitet, sondern auch aus tatsächlicher historischer Präsenz, Selbstbestimmungsrechten und dem Schutz der Zivilbevölkerung. Die Geschichte Jerusalems und des Landes ist komplex genug, um sowohl die tiefen jüdischen Wurzeln als auch die jahrhundertelange arabische, christliche und muslimische Präsenz anzuerkennen.“

      Die islamische Eroberung der Levante begann mit dem Tode Mohameds. Christen und Juden der Gegend waren gezwungen zu konvertieren, diejenigen die das ablehnten lebten unter Dhimmi Status und waren gezwungen eine Kopfsteuer -Jizya – zu zahlen. Übrigens was glauben Sie welcher Religion die Araber sind, Buddhisten? Zeigen Sie mir wo Israel nicht die Religionen anerkennt. 20% der israelischen Bevölkerung sind Nichtjuden mit gleichen Rechten und Pflichten. Und hören Sie endlich auf mit Ihrem Völkerrecht, lesen Sie die verdammten UN-Resolutionen 181, 194 und 242. 

      „Ebenso wichtig erscheint mir jedoch, historische Kritik nicht in eine Argumentation münden zu lassen, die Millionen Menschen ihre historische Verbundenheit mit dem Land abspricht oder den Konflikt als grundsätzlich unlösbar beschreibt. Wissenschaftliche Redlichkeit verlangt, ideologisch motivierte Geschichtsbilder auf allen Seiten kritisch zu hinterfragen und zwischen historischen Befunden, politischen Narrativen und heutigen Rechtsansprüchen sorgfältig zu unterscheiden.“

      Sie beweisen gerade, dass Sie von „Wissenschaft“ nicht den Hauch einer Ahnung haben. Wissenschaft heißt nicht, wenn Sie sich mit dem Mist, den Sie absondern, wohl fühlen sei das wissenschaftlich. Sie werden die Wissenschaft erkennen wenn Sie die Grabungsstätten in Israel besuchen. Und wieder kommen Sie mit Ihren Rechtsansprüchen, so als wäre das Amtsgericht in Knieritz an der Knatter dafür zuständig. 

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      1. Avatar von Gamma Hans

        Sehr geehrter Herr Thal,
        vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich erkenne an, dass Sie zahlreiche historische Quellen, Zitate und Dokumente anführen, die für das Verständnis der Entstehungsgeschichte Israels und der Entwicklung palästinensischer Identitäten relevant sind. Über einzelne historische Aussagen kann und sollte wissenschaftlich diskutiert werden.
        Mein Einwand richtete sich jedoch nicht gegen die historischen Verbindungen des jüdischen Volkes zum Land Israel, die aus archäologischen, historischen und religiösen Quellen gut belegt sind. Ebenso wenig bestreite ich die Bedeutung des MacDonald-Weißbuchs von 1939 und seine schwerwiegenden Folgen für viele europäische Juden.
        Aus historischer wie völkerrechtlicher Sicht erscheint mir dennoch wichtig, zwischen der Kritik an bestimmten politischen Narrativen und der Bewertung heutiger Bevölkerungsgruppen zu unterscheiden. Die Entstehung nationaler Identitäten ist häufig ein historischer Prozess; dies gilt für zahlreiche Nationen und Völker. Daraus folgt weder eine Delegitimierung israelischer noch palästinensischer Existenz- und Selbstbestimmungsansprüche.
        Wissenschaftliche Redlichkeit bedeutet meines Erachtens, Quellen kritisch zu prüfen, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen und historische Befunde von politischen Schlussfolgerungen zu trennen. Gerade die Komplexität des Nahostkonflikts verlangt einen respektvollen und faktenbasierten Austausch, auch bei grundlegenden Meinungsverschiedenheiten.
        Mit freundlichen Grüßen

        Hans Gamma

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