Seit 2010 lebe ich in Cork. „Either you love it or you hate it, there’s nothing in between.“ Bei mir war es mit Cork Liebe auf den ersten Blick. Viel ist in den Jahren passiert und manchmal war es nicht ganz leicht, aber ich habe es nie bereut. Auf diesem Blog schreibe ich über Cork, Irland, über Gutes und weniger Gutes. Da mich Politik immer interessiert hat und ich auch involviert war, ist mein Blick kritisch und manchmal weniger kritisch und ich hoffe mein Blog hilft dem Einen oder Anderen uns (Iren) besser zu verstehen. Was mir auch am Herzen liegt ist die Klischees die Einige haben zu entkräften.
Clara Hinrichs Credit: Stefan MüllerWir sind alle die letzte Generation vor den Kipppunkten Die Kampagne Letzte Generation hat im Laufe von 2022 ein Momentum erschaffen, an das wir anschließen wollen. Der Begriff „Klimakleber“ ist auf Platz 5 der Wörter des Jahres. „Klimaterroristen” ist hingegen das Unwort des Jahres. Unser Plan geht bis hierhin auf. Nun müssen wir die Energie, die aufkommt, nutzen und unseren weiteren Plan darauf auslegen.
Seit Fridays for Future verfolge ich die Klimaschutzgruppen in Europa wundere mich manchmal und frage mich, sind diese Leute so naiv? Glauben sie wirklich, dass wenn sie das Klima in Europa verbessern, es dann auf der ganzen Welt besser wird? Klima macht vor Grenzen nicht halt, das gilt im positiven wie im negativen, aber um die Klimaziele zu erreichen reicht es nicht wenn Deutschland diese erreicht, dieses Ziel müssen alle Länder erreichen.
Nun kam es zum Showdown zwischen der Sprecherin der „Letzten Generation“Clara Hinrichs und einem Berliner Gericht. Es ging um einen Vorfall aus dem letzten Jahr, als sich Clara Hinrichs in Berlin uf dem Spanndauer Damm festgeklebt hatte und von der Polizei entfernt wurde. Daraufhin bekam sie einen Bescheid wegen Nötigung den sie allerdings nicht akzeptierte, ist sie doch der Meinung, dass das Grundgesetz auf ihrer Seite steht und beruft sich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2021. Zwar haben sich einige Gerichte darauf in ihren Urteilen berufen, aber es steht die Frage im Raum, war es Nötigung was die Aktivisten betrieben haben oder ziviler Ungehorsam. Der Richter war zwar einer Meinung mit Frau Hinrichs, was den Klimawandel betrifft, aber in der Wahl der Mittel sah er es nicht wie Frau Hinrichs.
Und liest man Aussagen wie, „Durch die Klimakrise bin ich unmittelbar bedroht,“ „mit meinen Aktionen will ich alles Leben auf der Erde schützen“ und „Es ist schockierend, dass Menschen gewillt sind, sehenden Auges über die Klippe zu gehen. Er hat nicht verstanden, wie dramatisch die Krise ist. Da bin ich emotional geworden. Ich war einfach fassungslos. Er will mich bestrafen, weil ich noch Hoffnung habe.“ Kam bei mir der Punkt nachzuschlagen wer Frau Hinrichs genau ist.
Für jemanden der 26 Jahre alt ist und ein Jura Studium unterbrochen hat, weil er glaubt Vollzeit das Klima zu retten, sind die Vorstellungen doch ziemlich naiv. Unmittelbar bedroht, wie sie sagt, ist sie nicht, aber andere sind unmittelbar bedroht. So schreibt die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit übder das Dorf Narikoso auf der Insel Ono folgendes: „Die Einwohner der Pazifikstaaten sind besonders schwer betroffen – wie zum Beispiel die 100 Bewohner des Dorfes Narikoso auf der Insel Ono, die zu Fidschi gehört. Familien in dem Küstenort, in dem bereits einige Häuser täglich vom Wasser umspült werden, müssen ihr Dorf verlassen und auf einer Anhöhe ganz von vorn anfangen.“ Fidshi, zu der die Insel Ono gehört, fühle die Folgen des Klimawandels täglich. Ich denke von daher nicht, dass Frau Hinrichs unmittelbar betroffen wäre.
Ihre Aussage, sie wolle „alle Menschen auf der Erde schützen“ scheint eher, sie hat den Klimawandel nicht verstanden. Nehmen wir den CO2 Fußabdruck, eine Erfindung von British Petroleum
Aktivisten der letzten Genaration die sich an der Stange des Dirigentenpultes während einer Aufführung in Hamburg festklebten und von Bühnenarbeitern, samt Stange in’s Foyer gestellt wurden.British Petroleum, the second largest non-state owned oil company in the world, with 18,700 gas and service stations worldwide, hired the public relations professionals Ogilvy & Mather to promote the slant that climate change is not the fault of an oil giant, but that of individuals. It’s here that British Petroleum, or BP, first promoted and soon successfully popularized the term “carbon footprint” in the early aughts. The company unveiled its “carbon footprint calculator” in 2004 so one could assess how their normal daily life – going to work, buying food, and (gasp) traveling – is largely responsible for heating the globe. – Quelle Guardian
Selbst wenn die Letzte Generation erreicht, dass das Verkehrsnetz mehr öffentlichen Nahverkehr, sowie Bahntickets unterstützt, so ist das Klima keines Wegs überall geschützt. Natürlich muß Deutschland endlich mit der Zeit gehen und ein Tempolimit einführen. Nicht nur würde das den CO2 Ausstoß pro Jahr verhindern und die Aussage von wegen man könne eh nicht schneller als 120/130 fahren oder bei der Verkehrslage wäre nicht mehr drin, sowie die Aussage auf wievielen Autobahnen ein Tempolimit herrscht zieht nicht. Ja, als ich noch in Deutschland gewohnt habe bin ich auf Autobahnen oft sehr schnell gefahren und öfters zu schnell, oft dem Zeitdruck geschuldet, aber es ist keine Entschuldigung gegen Tempolimits zu sein, genausowenig wie die Aussage, im Geburtsland der Autobauer müsse man die Freiheit haben schnell zu fahren. Das mag ja sein, allerdings Tesla und Konsorten lassen einen Porsche aussehen, als bewege der sich in Zeitlupe.
„BP lenkte mit dieser Werbekampagne geschickt die Aufmerksamkeit vom massiven CO2-Fußabdruck der Ölkonzerne auf Individuen um. Dabei sind Einzelpersonen nicht die Hauptverursacher von CO2-Emissionen. Individuen können mit ihrem Verhalten nur wenig Einfluss auf weltweite und nationale Treibhausgasemissionen nehmen, etwa das Auto stehenlassen und als Hausbesitzer ökologisch heizen, Häuser energetisch sanieren oder nachhaltiges Baumaterial wählen.“
„Trotzdem können wir als Einzelpersonen alleine mit unserem Konsumverhalten und Lebensstil nicht viel im Kampf gegen die Klimakrise ausrichten. In einer Welt, deren Hauptenergieträger fossile Brennstoffe sind, ist unser Handlungsspielraum dafür einfach nicht groß genug. Es braucht Veränderung im großen Maßstab!
Durch die Idee, dass Einzelpersonen verantwortlich sind, geben sich Menschen selbst und gegenseitig die Schuld am Klimawandel. Ein schlechtes Gewissen beim Einkaufen und gesellschaftliche Spaltung sind die Folgen. Klimafreundlichere Produkte sind oft teuer: Zum Beispiel Produkte aus dem Bio-Laden oder fair produzierte Kleidung. Finanziell benachteiligte Menschen, die sich das nicht leisten können, stehen dann besonders schlecht da, obwohl sie sowieso schon oft sozial benachteiligt sind.
Und genau hier liegt der Irrtum, denn die Letzte Generation greift nicht die Energieversorger, oder die Bundesregierung an, sondern blockiert nicht nur den Straßenverkehr, auch die Kunst wird attackiert, so als wären Mozart und Monet Schuld am Klimawandel und müßten gestoppt werden, auch wenn sie schon lange tot sind und sich nicht wehren können. Das Unternehmen China Coal produziert am Tag soviel CO2 wie ein westliches Industrieland in einem Monat und es steht zu befürchten, dass China seine Klimaziele nicht erreichen wird, was wiederum notwendig wäre für die globalen Klimaziele.
Es ist schön, wenn jemand Hoffnung hat den Klimawandel, wenn nicht zu stoppen, ihn zumindest aber zu verlangsamen. Nur ist das Leben kein Ponyhof eine Verlangsaming, beziehungsweise die Erreichung der Klimaziele kann nur gelingen wenn alle sich anstrengen und nicht nur Leute, die offensichtlich an Einhörner glauben, dafür ist das ganze zu Ernst.
Selbst Greta Thunberg mußte schon die Feststellung machen. Sie wird von Event zu Event gereicht wie ein Trophäe, beledigt, beschimpft, beschimpft die Teilnehmer und diese goutieren das mit minutenlangem Applaus. Danach ist wieder Business as usual angesagt. Trotz der Tiraden enden die Probleme nicht. Kriege werden weitergeführt, die Bauindustrie verbraucht weiter Unmengen an Zement, Shell, BP und wie sie alle heißen fördern immer noch Erdöl und Erdgas. Die Menschen sind immer noch angewiesen auf fossile Ressourcen, trotz der ganzen Fortschritte und die Autoindustrie erzielt immer noch große Gewinne, trotz Ankündigung die Neuzulassungen von Verbrennern nicht mehr zuzulassen.
Damit nicht genug wehren sich die Schwellenländer, die sich von ein paar westlichen Wohlstandskindern keine Vorschriften machen lassen. Vor allem tragen diese nichts zum allgemeinen Wohlstand bei, denn nur wenn alle sozialen Probleme auf der Welt gelöst sind wird sich das Klima zum positiven verändern. Die Subventionen der EU beispielweise werden nach dem Flächenprinzip ausgegeben. So kommt es dass Landwirtschaftsbetriebe mit Riesenflächen üppig subventioniert werden und ökologische Landwirte, die nicht nur die Natur schützen sondern auch nachhaltigen Landbau betreiben bekommen ein paar Groschen. Das führt dazu das imer mehr Böden versanden, wie beispielsweise in Oltenien, einer Landschaft in Rumänien. Das sozialistische Regime hat das Naturgebiet komplett umgestaltet, um noch mehr Landwirtschaft zu betreiben. Das Resultat ist, dass durch Monokultur und Mißwirtschaft, die Böden versandet sind. Der Klimawandel hat das beschleunigt. Oder gehen wir nach Norddeutschland, oder Brandenburg. Nach dem Krieg, und für die Flüchtlinge aus den Ostgebieden, wurde Baumaterial im großen Stil benötigt, also pflanzte man Bäume die dort nicht heimisch waren, aber schnell nachwuchsen.
Und die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. Die Discounter haben in Spanien die größte Olivenplantage der Welt und sind Schuld an einer ökologischen Katastrophe. Und das ist das Problem mit diesen Gruppen die im Grunde genommen, egoistische und selbstsüchtige Motive verfolgen.
Das erste Mal vor Gericht & der Richter sagt bereits vor der Verhandlung er sei von der Strafbarkeit überzeugt.
Wie soll ich den Glauben daran behalten, dass dieser Rechtsstaat mein Leben schützt, wenn sich nicht einmal die wissenschaftlichen Fakten angehört werden? #Klimakrise
— Carla Hinrichs – Widerstand oder Katastrophe (@carla_hinrichs_) February 18, 2023
Eine besseren Beweis als diesen Tweet braucht man nicht, denn während Menschen bedingt durch den Klimawandel um ihr Leben kämpfen und versuchen es zu schützen, glaubt Frau Hinrihs ihr Leben sei bedroht, was an Zynismus, Rassismus und Egoismus kaum zu überbieten ist. Es gibt Menschen in der Bewegung die den richtigen Weg gehen und nicht nur Konzerne, sondern auch Regierung mit Klagen überziehen, die haben auch keine Zeit Gemälde zu beschmieren, sich auf Straßen festzukleben oder absurde Aussagen zu tätigen, sondern sind damit beschäftigt auf dem gerichtlichen Weg vorzugehen, was leider nur in demokratischen Ländern und nicht in autokratischen funktioniert. Ich nehme diese Leute ernst und finde sie unterstützenswert, denn es ist nunmal der beste Weg Sand in’s Getriebe zu schütten, und Regierungen zum großen Teil gerichtlich zu zwingen, die Vorgaben einzuhalten.
Nachdem ich nun die vierte Staffel von Chaos, wie Fauda auf Hebräisch heißt, angeschaut habe, ist nun an der Zeit ein Fazit zu ziehen. Und während die Einen die Serie loben, und sie auch viel Zuspruch in arabischen Ländern genießt gibt es natürlich diejenigen, die in dieser Serie einen Anschlag – auch wenn sie es nicht formulieren – auf den Friedensproßess sehen. So schreibt im Guardian Rachel Shabi, dass die Serie einen „unerbittlichen Machismo,“ zeigt, wahrscheinlich weil die Protagonisten überwiegend Männer sind und eigentlich nur auf israelischer Seite Frauen nicht nur im Einsatz, sondern auch als Leiter einer Einheit fungieren, die tage-, wochen-, und monatelang hinter den feindlichen Linien operiert, nämlich in Gaza und der Westbank.
Yasmeen Serhan beklagt im Atlantic, dass „Zuschauer, die sich nach einer palästinensischen Perspektive auf den Konflikt sehnen, täten gut daran, Netflix zu drängen, eine von Palästinensern produzierte Serie in Auftrag zu geben, denn Fauda wird sich wahrscheinlich als Enttäuschung erweisen.“ Nun mag das aus ihrer Sicht so sein, es stellt sich allerdings die Frage, ob sie nur einen Ausschnitt gesehen hat oder die ganzen Staffeln verfolgt, dann wäre ihr aufgefallen, dass eigentlich keine Seite gut weg kommt und Terrorismus sowie Counterterrorismus ein schmutziges Geschäft ist, da die einen versuchen die anderen umzubringen und die anderen alles daran setzen das zu verhindern, teilweise auch mit fragwürdigen Methoden. Wenn man sich also anhört, dass ehemalige und aktuelle Mitglieder des Mista’arvim die, wörtlich übersetzt „unter Arabern leben“ sagen, dass die Serie sehr nah an die Wirklichkeit herankommt dann ist das wahrlich kein Heldenepos, denn Fauda versucht nicht zu werten und, es kommen kaum Zivilpersonen vor, weder auf plästinensischer, noch auf israelischer Seite.
Grotesk war dann die Kritik die George Zeidan, leiter der „Right to Movement Palestine“ erwartunsgemäß in der Haaretz schrieb –„Der Nahe Osten platzt bereits vor Desinformation, Unterstellungen und gefährlicher Propaganda: Es gibt keinen Grund für noch mehr. Fauda kann es besser.“ Nun lebt Counterterrorismus davon dem Gegner Dinge vorzuspielen die nicht der Wahrheit entsprechen, und auch die Terroristen rufen nun nicht unbedingt im Kommisariat Sderot Süd an und erklärem dem Wachhabenden Beamten, dass sie von der Al Aqsa Brigade Gaza Mitte sind und sich darauf vorbereiten eine Kassam Rakete abzuschießen. Es gibt, wenn man die Serie verfolgt genug Protagonisten die sich fragen, worin eigentlich der Sinn dieses Katz- und Mausspieles besteht, denn oft genug kann die israelische Einheit nur reagieren und in seltenen Fällen agieren. Genau das wird auch in Fauda thematisiert. Und Fauda geht noch weiter denn hier werden Menschen gezeigt, die nach Jahren im Dienst müde und desillusioniert sind und in ihren Aktionen teilweise weit über das Ziel hinausschießen. Man braucht sie, denn wer sonst geht nach Gaza oder Jenin in die Höhle des Löwen und betreibt dort Aufklärung teilweise unter Einsatz unlauterer Mittel, wenn es darum geht einen Anschlag zu verhindern.
Zum Schluß durfte dann Al Jazeera nicht fehlen, denn was wäre Israelkritik ohne die Faktenverbieger aus Katar, wäre ja langweilig. Also schrieb Yara Hawani – (die)die „jüngste Welle von Programmen, die sich auf Israel konzentrieren und versuchen, es als eine Kraft des Guten darzustellen“, „obwohl diese Programme nicht so grob sind wie das klassische orientalistische Kino und Fernsehen, sind sie nicht weniger rassistisch und vielleicht sogar gefährlicher in ihrer Subtilität und geschickten Präsentation.“
In dem Moment habe ich mich gefragt wer und welche Produzenten stellen Israel als eine Kraft des Guten dar? Die Serie Shtisel? Filme über den Anschlag von München oder die Befreiung von Entebbe? Eventuell die Aktion, als Mossadagenten eine Tarnfirma im Sudan aufbauten und Juden aus Äthiopien nach Israel brachten? Israel steht immer als das Übel da und nicht nur Israel, selbst wenn es Filme über Juden oder jüdische Geschichten gibt, dann leben diese Filme von Klischees, ohne geht es nämlich nicht und meist sind die Schauspieler, die Drehbuchautoren, die Produzenten oder der Regisseur Nichtjuden. Und, das sollte man auch nicht vergessen, meist werden die Juden als Reich, intelligent, erfolgreich und manipulativ dargestellt, alles Etikette die schon Wilhelm Marr in seinen Büchern verwendete. Der Rassismus, den Hawani beschreibt, findet hier auf beiden Seiten statt und beide geben sich nichts.
Zeigt die Serie unbeteiligte, dann geraten diese in Situationen die für sie lebensgefährlich sind und wenn der Bäcker Abu Karim den Anführer eines Terrorkommandos und seine Handlanger aus dem Laden schmeißt, weil sie seinen Sohn nach einem mißglücktem Terroranschlag als Märtyrer bezeichnen, dann erinnert man sich daran, dass viele Palästinenser diesen ganzen Mist, der um sie herum passiert ausbaden müssen. Oder der Besitzer einer Baufirma, dessen Gelände zum Abschuß von Raketen genommen, er bedroht wird und nachher von der IDF verhaftet, dann kann ich beim besten Willen darin nicht Gutes finden, denn genau das ist die Situation, ob es einem paßt oder nicht.
Fauda ist viel mehr Naher Osten und vielmehr Realität als man denkt, für Israel geht es um’s überleben, ohne dass IDF und IAF Westbank und Gaza einebnen, für die ganzen Terrorgruppen geht es um Geld und darum Israel zu zerstören, für das Fußvolk geht es um’s überleben. Bezeichnend ist dafür ein kurzer Bericht über Sderot, wenn eine Einwohnerin erklärt, sie habe Freunde in Gaza und ruft diese an wenn die IAF Vergeltungsschläge ausführt, ihre Freunde rufen sie an wenn die Terrorgruppen Israel mit Raketen beschießen. Das ist der israelisch/palästinensische Mikrokosmos den man unbedingt am Leben halten will statt Hamas und Fatah den Geldhahn zuzudrehen und die Flüchtlingslager dem UNHCR übergibt damit dieser ganze Augiasstall ausgemistet wird, und die Führung der Palästinenser, die sich seit 1996 nicht mehr gerührt haben einsehen, dass endlich Schluß sein muß, denn Israel verschwindet nicht.
Nur noch ein paar Tage und wieder ist ein Jahr vorbei und man kann sagen, es wird immer verrückter.
Finding Greta
Es ist zwar etwas ruhiger um Greta Thunberg geworden, aber dafür ist sie von der Bildfläche nicht verschwunden, im Gegenteil. Allerdings sind ihre Follower ein gänzlich anderer Schlag und man fragt sich, geht es diesen Leuten wirklich um den Klimawandel, oder nur darum aufzufallen. Am 29. November witterte Friday’s For Future folgendes:
Well it seems that FFF is some form of KKK with the goal do destroy Israel instead of doing something for climate. https://t.co/fnqiTxemuc
Es ist nicht das erste Mal, dass FFF sich durch Antisemitismus auszeichnet und weniger durch Klimaschutz. Ich will jetzt auch gar nicht auf den CO2 Ausstoß in Gaza oder der Westbank eingehen, sowie die Wasserverschwendung oder Umweltverschmutzung. Aber es zeigt, dass Gruppen, die denken sie wären im linken Spektrum, Antisemitismus, beziehungsweise Antizionismus, praktizieren müssten, um ernst genommen zu werden. Das Gegenteil ist der Fall, denn FFF in Israel wird dadurch diskreditiert, aber das ist diesen Leuten egal, wie auch die Tatsache, dass Demonstrationen in den Palästinensergebieten nur dann stattfinden, wenn sich der Protest mit dem Verteufeln von Israel Verbinden läßt.
Überhaupt frage ich mich was ein Gemälde im Museum mit dem Klima zu schaffen hat? Die meisten Künstler sind tot, es schmerzt sie also nicht wenn Klimalemminge die Museen stürmen und Gemälde verunstalten. Es verletzt aber die Gefühle derjenigen die Kunst als kulturelle Errungenschaft einer Zivilisation sehen. „Man sei zum Widerstand verpflichtet,“ sagen sie, erklären auf der anderen Seite nicht, wie sie sich die Zukunft vorstellen.
So zumindest, wie sich diese zwei das vorgestellt haben und als Aktion das festkleben an der Dirigentenstange der Hamburger Elbphilharmonie wohl nicht. Genau das ist das Dilemma, denn glauben diese Leute allen Ernstes mit ihrem Lahmlegen des Berufsverkehrs, das besudeln von Kunstwerken, oder die Störung von Veranstaltungen erreichen sie irgendwas? Und glaubt man allen Ernstes die Bundesrepublik hätte international soviel Gewicht, dass die anderen Nationen klein beigeben? China Coal Energy produziert am Tag soviel CO2 wie eine Industrienation in einem Monat.
Man hat in China auch nicht vor das so schnell zu ändern, Klimaambition zum Trotz und es nutzt auch nichts, wenn China die größte Solar Farm der Welt installiert.
Man hat errechnet, dass die globale Temperatur um 2,4 Grad gestiegen sein wird, was deutlich am Ziel vorbei geht. Und genau das scheint man offensichtlich nicht zu verstehen – übrigens ein Freund, den ich mittlerweile entfremdet habe auch nicht. Der ist der irrigen Ansicht, dass wenn wir unseren CO2 Fußabdruck reduzieren wäre alles in Butter und erklärt ständig, dass China ja pro Kopf gesehen weniger CO2 als Deutschland produziert. Man wird sich nicht nur in Europa, sondern in demokratischen Ländern rund m den Globus auf diesen Zirkus einstellen müssen.
Fünfte Kolonne
Es ist ein Problem in Deutschland, dass Prominente, die man ständig durch die Talkshows hetzt, glauben, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Und ein zweites Merkmal, man ist Meister des offenen Briefes. Ob BDS, Israel oder der Ukrainekonflikt, man glaubt man sei so eminent wichtig dass alle einknicken, das gilt auch und besonders für die derzeitige Deutsche Regierung. Von der AfD ist man ja die Russophilie gewohnt. Ganze AfD Reisegruppen geben sich in Moskau die Klinke in die Hand und sehen mit ihren Orden und Medaillen aus wie das Kölner Dreigestirn. Der dicke Gunner von der AfD rühmt sich ja damit das er im Donbas ein und aus geht, sowie eine eigene Matratze im Kreml sein Eigen nennen darf. Dafür schlägt er auch gerne die Blechtrommel, Pardon die Werbetrommel und schnattert fröhlich eins zu eins das nach, was ihm vom Presseministerium in Moskau vorgegeben wird. Ansonsten ist er in seiner Freizeit „Frauenrechtler.“
Wer allerdings glaubt, dass nur Rechte und linke Spinner, die noch in den Zeiten stehen geblieben sind, als es Russlandreisen als Auszeichnung der Werksleitung gab, der täuscht, – wie schrieb Wolfgang Pohrt so treffend, „Ein Volk ein Reich ein Friede“ Deutschnationale Erweckungsbewegung – diese Denkweise findet man mittlerweile auch in der Mitte der Gesellschaft. Mit offenen Briefe nach gehen sie Olaf Scholz auf den Sack. Dabei war er in Moskau und hat mit Putin geredet, dass der Tisch im Weg war ist dem deutschen Bundeskanzler nicht anzulasten.
Aber auch außerhalb Deutschlands gedeihen diese fünften Kolonnen prächtig. Mick Wallace und Clare Daly werden nicht müde zu betonen, wer hier der Schuldige ist und wurden damit Stars in Russland, China und dem arabischen Raum laut der Irish Times – leider hinter einer Paywall -. Der Flokatiteppich auf zwei Beinen und seine Freundin Daly sind ausgesprochene Chmapagnersozialisten die Wasser predigen aber selber Wein saufen. Mal reisen sie zu islamistischen Milizen in den Iraq und können dort keine Menschenrechtsverbrechen feststellen, oder Wallace, überzeugter und Bekenner Antisemit, läßt sich im rosa Leibchen mit einem Mundschutz in Form einer Palästinafahne ablichten.
Wallace bei der EM 2020
Ob die beiden auf Moskaus Gehaltsliste stehen, wie einige andere, oder das aus irgendeiner Überzeugung machen, ist nicht bekannt, ich schließe da eher auf Bregenschwund (Schrumpfhirn).
Kein Antisemitismus, nirgends
Seit dem Pogrom von Alexandria im Jahre 38 nach Christus waren Juden stets Freiwild und dem Erbarmen der Mächtigen ausgeliefert. Die brauchten sie, denn Juden durften nur bestimmte Berufe, wie Geldverleiher, ausüben. Nach dem Holocaust hofften die Juden, besonders seit der Gründung eines eigenen Staates, dass der Antisemitismus langsam abebbt. Das tat er nie und je mehr ich überlege er war immer vorhanden, zwar nicht so schlimm wie in der Jahrhundertwende und im Nationalsozialismus aber doch sehr spürbar und heftig. Gerade bei Deutschland nimmt man an, dass die Deutschen, besser die Kultureliten, ein gewisses Gespür und Sensibilität dafür haben, was eigentlich Antisemitismus ist und in welcher Form er auftritt. Es ist nicht damit getan wenn man versucht Antisemitismus Kleinzureden, und das als eine Form der Israelkritik zu interpretieren. Und um den Beweis anzutreten, dass die Ansichten Wilhelm Marrs, des Nationalsozialismus und der Antisemitenpartei am deutschen Kulturbetrieb spurlos vorbeigegangen sind lud, man trotz Bedenken und Widerständen, eine antisemitische Künstlergruppe aus Indonesien ein und versuchte Arbeiten als Postkolonialismus zu verkaufen, wobei sich mir nicht erschließt wann Israel eine Kolonie in Indonesien hatte, sprach man dann vom globalen Süden. Das hatte mich an positiven Rassismus erinnert, als Legionen von Missionaren auszogen, um die Indigenen in den Schoß der Kirche zu überführen und teilweise mit Brachialgewalt und der Vorstellung die Einheimischen seien Idioten, denen man alles geben sollte, behandelt hat. Also laufen Einheimische am Amazonas in Adidas Shorts und Real Madrid Jersey rum.
Indonesische Israelkritik
Was bleibt ist die Einladung von Mitgliedern der Ryan Grupa eine Gastprofessur in Hamburg zu belegen, anstatt den Leuten ein Rückflugticket in die Hand zu legen. Es gilt dieses typische Tabu ausloten. Wie weit kann man gegen Israel gehen, bevor man auf die Finger bekommt, dabei ist es kein Geheimnis dass der Antisemitismus auch im deutschen Kulturbetrieb virulent ist. Es ist auch nicht neu, dass die Verantwortlichen sich hinter irgendwelchen Künstlern verstecken, so tun als hätten sie das nicht mitbekommen und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist irgendwelche pseudointelktuellen Schwurbeleien von sich geben die sie selbst nicht mal verstehen. Es ist der Triumph des guten Willens wie Eike Geisel es nannte. Der Versuch die Lehren, die man aus Auschwitz gezogen hat neu zu überlegen, wenn es um Israel geht. Und so wird auch die nächste Documenta vermutlich die antisemitische Karte ziehen. Irgendein Künstler oder eine Künstlergruppe findet sich immer die den Antisemitismus als eine Form der Kapitalismus oder Kolonialismuskritik verstehen. Und so lange Intellektuelle in Deutschland glauben das ausloten zu müssen, wir sich nichts ändern.
Kein Mensch ist gut genug, einen anderen Menschen ohne dessen Zustimmung zu regieren – oder De Opresso Liber
Der Politiker, von dem das Zitat stammt, war Abraham Lincoln – natürlich nicht de opresso lieber -. Seit September kämpfen die Menschen im Iran um ihre Freiheit. Zu Tausenden werden sie eingesperrt, zu Tode verurteilt, auf der Straße niedergeschossen, unterdrückt oder vergewaltigt. Frauen schießt man nicht nur in’s Gesicht sondern auch in die Genitalien und was macht die Welt? Feiert eine Fußballweltmeisterschaft in der Nachbarschaft ausgerichtet von einem Bimbesverein, der ausschließlich die Interessen weniger, nicht der Mehrheit im Blick hat. Dem ehemaligen Nationalspieler Amir-Resa Nassr-Asadani droht im Iran die Todesstrafe. Sein Verbrechen ist, dass er nicht nur protestiert sondern auch die Protestierer unterstützt hat und die Reaktion? Business as usual. Das Endspiel fand ohne eine Minute des Hinweises statt, warum auch, ist ja nur ein Fußballer und auch die Mannschaften haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Ein Grund warum ich die WM 2018 und diese WM boykottiert habe. Es macht mich nicht zu einem besseren Menschen, es beruhigt aber mein Gewissen.
Wie überhaupt die Menschen im Iran unsere Hilfe, zumindest die im Westen benötigen. Nun kann man nicht einfach in den Iran einmarschieren, man kann aber versuchen auf andere Wege Einfluß zu nehmen und sei es nur durch das stören der Kommunikation dieser Mörderbande. Wenn ich den Iran, besser das Regime sehe, dann weiß ich warum ich Atheist bin. Ein Bartzausel glaubt Ernsthaft er würde G’tt besser Allah repräsentieren und wüßte was dieser über die Proteste denkt. Man muß sich das mal vorstellen, etwas oder jemand den nie irgendeiner gesehen, beziehungsweise gesprochen hat und diese religiösen Pfeifen wollen wissen was er gesagt hat, beziehungsweise was er denkt? Vielleicht denkt er ja das sind die größten Arschlöcher die er seit Anbeginn der Zeit gesehen hat. Auch sieht man sehr gut wo die Verbrecherbanden stehen. Putin kriecht den Mullahs hinten rein, da sein Militär doch nicht die Superkraft ist und Schwierigkeiten hat, einen vermeintlich schwachen Gegner zu besiegen. Erinnert an den Gröfaz, der dachte auch man könne die Sovietunion bis 12 Uhr Mittags besiegen, wenn man um 6.30 anfängt sie zu überfallen. Ich hoffe der Tod Massa Amins war nicht umsonst und stehe an der Seite der Menschen die einfach die Schnauze voll von diesen Verbrechern, die über Leichen gehen, haben.
Mit Mahasa fing es an und wird hoffentlich mit dem Sturz der Diktatur enden
Im Korruptionssumpf tief und tiefer geht’s am besten bei der FIFA
Die beste WM, so wurde gesagt, sei dieses Event, dabei war es wohl so, dass die Einheimischen nach der Eröffnungsfeier zum Großteil das Stadion verließen. Und genau das war und ist eines der Probleme dieser WM, weder war sie die Beste, noch ist Katar ein Fußballland, beziehungsweise hat es irgendeine Fußballtradition. Die katarische Liga ist so Grottenschlecht, selbst die Mannschaft des CS Lebowski würde die Liga dominieren. Dementsprechend war auch der Auftritt der Nationalmannschaft. Aber, das habe ich gelernt, Kritik an den Bedingungen oder der WM waren nicht erwünscht, denn viele Leute verstanden es nicht als Kritik gegen diese WM und dieses Land, sondern als Angriff gegen den Islam und damit das Herabwürdigen der Gläubigen. Weder spielte man in einer Moschee, noch wurde das Glaubensbekenntnis gerufen und viele Menschen im Stadion waren auch keine Muslime. Kritik wurde mit dem Hinweis unterdrückt, dass in Südafrika beim Bau der Stadien auch Menschen gestorben sind und Russland nicht nur auf die Krim einmarschiert ist, sondern auch Menschen beim Bau der Stadien starben. Nur in Südafrika war es die Gewerkschaft, die für Menschenwürdige Löhne kämpften, während in Katar nicht nur die Menschenrechte, sondern auch die Arbeitsrechte mit Füßen getreten und die Leute in Dreckslöchern zusammengepfercht wurden. Ihre Arbeitgeber nahmen ihnen die Pässe ab, sie hatten von Anfang Schulden und nicht einen einzigen Tag frei in der Woche. Mir soll also niemand erzählen, dass wäre halt eine andere Form der Gastfreundschaft.
Und wenn sie bei den Arbeiten umgekommen sind, dann hat man sie in einer Holzkiste nach Hause geschickt und zum Glück nicht in einer Bananenbox. Dabei wurden die Autopsieberichte nach Gutdünken ausgestellt und die Standardtodesursache bei körperlich völlig gesunden Menschen war Herzversagen. We das glauben will, der glaubt wahrscheinlich auch das Einhörner existieren. Den Vogel schoß dann Gianni Infantino ab mit seiner Rede ab. Ein Mann, der aussieht wie ein staatlich lizensierter Trickbetrüger und diplomierter Hütchenspieler, der selbst einem alten Mann den letzten Rentencent aus der Tasche schwindelt, bezeichnete sich als schwul, als Katari, als Arbeiter und hielt in seiner Grenzdebilität Europa 3000 Jahre Geschichte vor, nicht wissend, dass vor 3000 unsere Vorfahren sich mit Farnblättern die Klabusterbeeren am Arsch abgewischt haben und es schwerlich in den Mittleren Osten geschafft hätten, um diesen zu kolonisieren. Dafür hat er ja nun seinen Wohnsitz nach Doha verlegt, für die Schweizer Steuerfahndung wahrscheinlich ein Verlust.
Arabische „Gelassenheit“
Bei politischen Äußerungen nahm es die Fifa und Katar sehr genau, als es um diese Armbinden ging, da war aber Feuer unterm Dach. Hingegen Äußerungen gegenüber israelischen Journalisten, die genauso wie andere akkreditiert waren, die ließ man ungeahndet. Ich frage mich also, was wäre passiert, hätte sich Israel für die Endrunde qualifiziert. Wäre es, wie bei iranischen Fans, die mit dem Journalisten feierten? Man weiß es nicht. Was dagegen klar war, dass war das die Verantwortlichen keine Probleme mit Solidaritätsbekundungen für Palästina hatten und einige Leute in Deutschland die Fahne, die das marokkanische Team vor sich hatte, als die Fahne der Westsahara zu deklarieren. Es wäre schön, wenn sich die Europäischen Verbände einig wären und diese Korruptionsmaschine Fifa verlassen würden. Aber es geht um Geld und nicht um einen Weltmeistertitel, den die meisten europäischen Verbände nur im Fernsehen sehen. Und da lob ich mir Johann Cruyff, der stieg bei mir immens in der Hochachtung als ich mitbekommen habe, dass er aus moralischen und ethischen Gründen die WM 78 boykottiert hat. Soweit reicht aber die Moral der modernen Söldner, die sch einen Dreck um die Vereine kümmern, für die sie spielen, nicht.
Groundhog day
Nun bin ich kein Prophet und kein Hellseher, aber ich habe die Befürchtung 2023 wie so wie 2022. Russland wird weiter versuchen die Ukraine zu besiegen, wobei das längst kein Krieg der Waffen ist wenn ich mir diese Hirntoten Lemminge im Westen betrachte die glauben Putin sei ein Lupenreiner Demokrat dessen Truppen ein faschistisches Regime im Nachbarland bekämpfen. Qanon und Querdenker haben sich längst andere Spielwiesen gesucht. Nach Corona ist es der angebliche Polarwinter der über Deutschland und Europa hereinbricht. Mich wundert das nicht jemand Szenen aus dem Film the Day After manipuliert hat, aber das kann ja noch kommen. Die Klimawandelleugner werden auch weiterhin glauben 50 Grad Hitze Anfang Mai seien üblich, da es für sie nun Sommer ist. Die Klimaretter werden sich weiterhin an Gemälde, auf Autobahnen und Hauptstraßen ankleben weil sie glauben diese Aktionen würden das Klima retten, während sich die Aktionäre der Energiekonzerne eine Flasche Champagner gönnen ob der Gewinne die ihre Aktien ausschütten.
Die Brexiteers glauben weiterhin dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Großbritannien wieder Kolonialmacht ist. Und während Nigel Farage hofft entweder neuer britischer Premierminister, oder Abgeordneter der Republikaner im Senat zu werden, finanziert aus Moskau. Plant Boris Johnson seine Rückkehr in die Politik, denn ohne ihn, so glaubt er, klappt das alles nicht. Das iranische Volk wird weiterhin um seine Freiheit kämpfen und die Welt dreht sich weiter, wie ein Zirkusesel dreht sie ihre Runden und wird immer neue Idioten ertragen müssen. Denn das ist gewiss. Die Idioten sterben leider nicht aus, sie werden immer mehr.
Währenddessen wird in Irland, auf der beschaulichen Countryside, die Zeit langsam aber stetig ruhig vorüberziehen und die Idioten draußen lassen.
Es mag am Whiskey gelegen haben, denn jeden Abend vor dem Schlafengehen genehmige ich mir ein kleines Glas Whiskey. Diesen Abend hatte ich statt eines Paddy’s einen Blend. Und so begann es: Ich fiel in einen unruhigen Schlaf und hatte einen verstörenden Traum. Ich war, warum auch immer, auf einer deutschen Autobahn unterwegs. Ich wußte nicht wo ich gestartet, noch wo mein Ziel war. Das Navi wies mich an dem Autobahnverlauf zu folgen und zeigt die Autobahn auch weiter an als sie plötzlich und unvermittelt endete. Es war eh schon seltsam, dass ich der einzige war, der auf unterwegs war. Da das Navi stur geradeaus zeigt, folgte ich also der Straße die, wie ich feststellte, sehr kurvig war und durch einen Wald führte. Die Bäume standen dich zusammen, wirkten dunkel und bedrohlich, die ganze Szenerie war in Schwarz/Weiß außer dem Innenraum des Fahrzeugs. Irgendwann verlief die Straße durch Felder und auch die Farbe war wieder vorhanden, bis ich in der Entfernung eine Stadt sah. Als ich am Ortseingang ankam stutzte ich. Es stand auf dem Ortsschild kein Name. Es war ein blankes, neues Ortsschild ohne Beschriftung. Ich hielt an und das Navi hatte keinen Ort
Ich hielt an und das Navi hatte keinen Ort verzeichnet, auch Google Maps auf dem Telefon zeigte nichts an. Logisch betrachtet hätte dies alles unbewohnte Landschaft sein müssen, war es aber nicht. Was soll’s, dachte ich und hoffte, hinter dieser Stadt wieder meine Richtung zu finden, also fuhr ich in die Stadt. Ich war gerade auf der Hauptstraße als plötzlich zwei Uniformierte vor das Auto sprangen. „Halt!“ brüllte der Eine, „hier können Sie nicht durch,“ der andere. Sie trugen eine Art Fantasieuniform mit der Abkürzung PdV. Ich war verblüfft und ließ das Fahrerfenster herunter – ich saß auf der falschen Seite, nämlich links -. Die beiden kamen näher und der eine schnauzte mich an, „sehen Sie denn die Menschenmenge nicht?“ „Doch doch,“ war meine Antwort, „was ist denn hier los? Ich hoffte durch diese Stadt wieder auf die Autobahn zu gelangen. Wo bin ich eigentlich?“ „Warum wollen Sie das denn wissen,“ fragte der Eine und der andere ergänzte, „sind Sie von der Presse oder einer von denen da?“ Dabei zeigte er in eine unbestimmte Richtung. „Hier auf jeden fall kommen Sie nicht durch, Sie werden Ihren Wagen in einer Parklücke abstellen.“ „Abstellen!“ Bellte der adere und schaute mißtrauisch auf mein Auto. „Sind Sie vielleicht einer dieser Ökofaschisten? Nur gehirngewaschene Gutmenschen fahren ein E-Auto!“ Jetzt wurde auch der andere mißtrauisch, „stimmt Holger, dem sollten wir nachgehen. Also los Fahrzeug abstellen und wenn der anfängt zu brennen, sind Sie schuld!“ Ich stellte mein Fahrzeug ab und stieg aus. Die vorbeieilenden Leute schauten mich mißtrauisch und mit Abscheu an. Während die beiden Clowns mit meinem Auto beschäftigt waren, folgte ich der Menge und landete irgendwann auf einem großen Platz. Zu meinem Entsetzen war dort ein Galgen aufgebaut. Man hatte ihn so gebaut, dass er von allen Seiten gut sichtbar war. „Großer Gott, was ist denn das? Sie sind wohl nicht von hier,“ fragten die Umstehenden und blickten mich feindselig an. „Na Heute ist doch öffentliche Hinrichtung,“ sagte jemand und wurde von den anderen schroff unterbrochen bevor er weiterreden konnte. „Nicht Holger! Der Typ ist bestimmt von der Lügenpresse, ich frage mich wie er uns gefunden hat.“ Mir war etwas mulmig und entschuldigend erklärte ich, ich sei auf dem Weg nach XX gewesen, aber wurde von der Autobahn runter geleitet. Ich wollte einfach nur wieder meines Weges gehen. Das beruhigte sie einigermaßen, denn Jubel brandete auf und sie hatten jetzt wichtigeres zu tun. Ein Mann betrat das Podest. Er war hager, hatte graue Haare, die ihm wirr vom Kopf standen und sah etwas seltsam aus. Jemand gab ihm in vorauseilendem Gehorsam ein Mikrofon. „Liebe Bürgerinnen und Bürger! Liebe Mitstreitende! Heute ist es wieder soweit und ja, es mag nur einer sein, aber symbolisch steht er für dieses faschistische Regime, für diese BRD GmbH!“ Jubel brandete auf und Transparente mit den Konterfeis der Regierung und George Soros wurden hochgehalten, wie sie an einem Baum hingen. Vorsichtig fragte ich diesen Holger, „wer bitte ist das?“ Holger schaute mich verblüfft an, „wer das ist? Das ist unser Führer der Bewegung! Dr. Kniesig ist auch der Vorsitzende der PdV. PdV? Ja, Partei des Volkes. Wir haben eine Polizei des Volkes, ein Volksgericht, ein Rathaus des Volkes und selbstverständlich auch die PdV. Hier gibt es sie, die direkte Demokratie,“ verkündete er nicht ohne Stolz und zog wütende Blicke auf sich die mich offensichtlich für einen Vertreter der Regierung, zumindest für die Lügenpresse hielten. Kniesig machte ein Zeichen nach unten und zwei Uniformierte schleppten einen armen Mann die Treppen rauf. Er hing zwischen den Beiden wie ein Häufchen Elend. Von Zeit zu Zeit versagten seine Beine den Dienst und die Polizisten verstärkten den Griff und zogen ihn nach oben. „Sie wollen den Mann doch nicht wirklich hinrichten,“ fragte ich besorgt. „Warum denn nicht?“ Geiferte eine Frau, „Wir haben dazu jedes Recht! Aber die Todesstrafe ist doch seit 49 abgeschafft,“ warf ich ein. „Bei uns nicht, bei uns gelten die Reichsgesetze und da gilt die Todesstrafe!“ Sagte ein Mann den die Leute mit Günni anredeten. „Liebe Bürgerinnen und Bürger, dieser Mann hat sich schuldig bekannt und er ist schuldig! Er hat, in schändlicher Weise, versucht uns für die Steuerbehörden der BRD GmbH auszuspionieren! Was also machen wir mit Volksverrätern?? AUFHÄNGEN! AUFHÄNGEN! AUFHÄNGEN!!!!“ Skandierte die Masse. „So sei es,“ rief Kniesig in Menge und gab ein Zeichen. Schnell wurde dem Mann der Strick über den Kopf und fest gezogen, dann öffnete sich die Falltür und der Körper fiel nach unten. Das brechen des Genicks konnte man auf dem ganzen Platz hören.
Und jetzt kannten die Massen kein Halten mehr. „Wir wollen ihn verbrennen!!!“ Schrieen die einen, „wir haben vor dem Volkshaus einen Scheiterhaufen aufgestellt!! Vierteilen!!!“ Die anderen. Die Masse setzte sich in Bewegung und strömte auf die Plattform zu, aufgehalten von den Sicherheitskräften. „Bist Du n’ Jude?“ Fragte mich ein stark alkoholisierter Mann der auch schon bessere Tage gesehen hatte. Die Menge um mich herum stoppte und schaute mich an. „Wie kommen Sie darauf?“ Fragte ich. „Na, Du hast doch ne jüdische Nase, gehörst Du zu diesem Juden Soros?“ Fragte er und rückte mir langsam auf die Pelle. „Ja,“ pflichtete ihm die Frau von vorhin bei. „Hermann, nun sag doch auch mal was, der hat doch ne jüdische Nase, nicht?“ Der angesprochene kratzte sich am Hinterkopf und meinte, er könne nicht erkennen ob ich einer sei. Ich machte mich klein und zwängte mich durch die Menge. „Der is’n verdammter Jude!“ Brüllte der Alkoholisierte mir nach und dann stand ich endlich wieder außerhalb des Platzes und in Sicherheit. „Nur weg!“ sagte ich zu mir und beschleunigte meine Schritte zum Auto. Dort angekommen traf mich der Schlag. Vier Parkkrallen zierten meine Räder und die beiden Hanswurste von vorhin traten aus dem Schatten. „Wegen Ihnen haben wir die Hinrichtung verpasst!“ Meckerten sie und fragten, ob die Hinrichtung wenigstes schön gewesen wäre, sie hätten nämlich die Leute jubeln und ein knackendes Geräusch gehört. Mit diesen Worten händigte mir der Dicke einen Briefumschlag aus und sein Kollege herrschte mich an, „sie sind verhaftet!“ Ich wußte zwar nicht warum, wollte andererseits aber nicht wie der Kollege am Galgen enden, denn eines war klar. Diese Stadt bestand nur aus kompletten, grenzdebilen und staatlich anerkannten Vollidioten.
In Haft genommen
Zum Glück kam ich nicht in’s Gefängnis, sondern man brachte mich im Hotel „Anonym“ unter. Auf dem Weg dorthin wunderte ich mich, dass die Geschäfte alle keine Namen besaßen. Bei einigen konnte man durch das Schaufenster erkenn, was dort angeboten wurde. Es gab Orgonitsteelen, Homöopathie und anderen Kram, für den man wahrscheinlich in einer Anstalt gelandet wäre. Hier jedoch war das völlig normal. Eine Arztpraxis rühmte sich der alternativen Medizin und war stolz darauf, dass man die „Neue Germanische Medizin“ nach Dr. Hamer betrieb. Ein anderer Arzt war Schamane usw. Michael Wendler begegnete mir, der war vor der Hinrichtung aufgetreten und hat die Leute in Stimmung gesungen. Julia Weigel, der wohl der Schatten an der Wand in’s Gehirn gewandert war, lief mit Nena lachend die Straße lang. Kurz, hier war alles versammelt was in der Filterblase Rang und Namen hatte. Auf einem Plakat lud Lisa Fitz zum Schwof über George Soros ein und Daniele Ganser, dessen Ankündigung gleich daneben hing, bewarb einen Vortrag darüber, warum die Nato die alleinige Schuld am Krieg in der Ukraine trägt. Auch Todenhöfer und Lüders warben um die Leute. Im Hotel angekommen ging es recht schnell. Der Eigentümer, ein gewisser Ballweg, befürchtete das im Rahmen einer Hinrichtung, er auf den Zimmerkosten sitzen bleiben würde. Die beiden Clowns versichertem ihm, dass das Volk das Zimmer zahlen würde und legten ihm zur Bestätigung eine Karte vor. „Da steht alles drauf.“ Sie ließen überließen mich seiner Obhut, nicht ohne mich zu warnen, dass ein Fluchtversuch sinnlos sei, nach dem Hinweis, bekam ich eine Fußfessel, „Nur zur Sicherheit.“ Dann waren sie verschwunden. Im Hotel gab es keine Zimmernummern, also kam der Besitzer aus seinem Kabuff und begleitete mich. Unterwegs kam die Frage, ob ich nicht ein paar Euros einstecken hätte denn Kreditkarten würden hier nicht funktionieren. Der Chip, so erklärte er mir, könnte nämlich nicht nur geordnet werden, sondern würde bei Kontakt mit der Haut ein Gift freilegen. „Da kannschst Barre were,“ schwäbelte er. Offensichtlich wußte er wovon er redete und hatte wahrscheinlich nicht nur viele Kreditkarten in der Hand gehalten, sondern hatte wohl auch zu viel Helium inhaliert.
Er blieb vor einer Tür stehen, öffnete sie umständlich mit dem Schlüssel und ließ mich ein. Als ich ihn passierte hörte er meinen Magen grummeln und fragte, ob ich Hunger hätte, was ich bejahte. Also nahm er mich mit in den Speisesaal, der Menschenleer war, platzierte mich und händigte mir die Speisekarte aus. Die Auswahl war reichhaltig und so gab es Lichtnahrung, meditative Sättigung und ja, da bleib mein Blick hängen, „Altdeutsches Schnitzel mit echtem deutschen Kartoffelsalat.“ Beides Bio und da ich, wenn das schon sowas wie ein Henkersmahlzeit war, nicht mit knurrendem Magen auf
Beides Bio und da ich, wenn das schon sowas wie ein Henkersmahlzeit war, nicht mit knurrendem Magen auf dem Schafott stehen wollte, entschied ich mich dafür. Dazu nahm ich ein Bier nach deutschem Reinheitsgebot von 1516, von deutschen Brauern gebraut, wie er stolz erklärte und als Nachtisch Rote Grütze nach Biedermannsart. Das Essen kam und war sehr reichhaltig, es war auch zu meiner Überraschung ausgesprochen lecker. Auch der Nachtisch konnte überzeugen. Ich gönnte mir ein Tässchen Kaffee der Marke „Kaiser Wilhelm Gedächtnisröstung“ zum Abschluss und rundete das Mahl mit einem Birnenschnaps „Volksgold“ ab. Danach brachte er mich auf’s Zimmer, wünschte eine gute Nacht und ließ mich allein. Zu meiner großen Überraschung befand sich ein Fernseher auf dem Zimmer. Also bereitet ich mich auf die Nacht vor, legte mich in’s Bett und schaltete den Fernseher ein.
Es gab statt dem üblichen TV Angebot nur Schwurbelkanäle. RT zeigte eine russische Fernsehshow. Dort ging es gerade heiß her und die Gäste übertrafen sich förmlich wie Böse, korrupt und kolonialistisch der Westen gegenüber Russland sei. Zum Beweis gab es einen Einspieler von Präsident Biden, der an die Welt appellierte man müsse gegenüber Russlands Aggression zusammenstehen. Danach wurde gezeigt wie angebliche Personen aus dem Westen auf den Feldern russische Kartoffeln klauen. Und wer davon noch nicht überzeugt war, dem wurde ein Labor, angeblich in Kiew gezeigt. Dort, so erklärte der Sprecher, würden die Amerikaner, zusammen mit den Ukrainern Varianten von Covid herstellen und mit Drohnen über russischem Gebiet abwerfen.
Ich schaltete auf den nächsten Kanal und erwischte noch den dicken AfD Lindemann wie er von seinem Besuch im Donbass und die Willigkeit der Prostituierten berichtete. Er geriet fast aus dem Häuschen dass man dort, für wenig Geld, sich einen Tripper holen könnte. Also rundum ein nachhaltiges Erlebnis. Klick, der nächste Kanal hatte Infowars im Programm und so ging das 50 Kanäle lang weiter. Das iranische Staatsfernsehen berichtete von den besonderen Beziehungen zu Russland und das die Proteste vom Mossad und der CIA organisiert wurden. Auch ungarisches Fernsehen war im Angebot. Der Viktator richtete sich in einer Ansprache an das ungarische Volk in der Ukraine. Bevor mir der Kopf platzte schaltete ich den Fernseher aus und schlief ein.
Der nächste Tag begann für mich pünktlich um Sieben Uhr. „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm,“ scherzten die beiden Clowns vom Vortag und nahmen mich in ihre Mitte. Gerne hätte ich noch ein Frühstück gehabt denn ohne meinen Kaffee geht bei mir nichts. Das, wie auch alles weitere wurde mir verweigert. Also zuckelte ich mit den beiden mit und fragte beiläufig wohin sie mich denn brächten. „Vor’s Volksgericht!“ Sagten Sie unisono. „Warum,“ fragte ich neugierig. „Weil’s so is’,“ kam die Antwort. Und dann war Ruhe. Im Volksgericht angekommen lösten sie mir die Fussfesseln und platzierten mich auf einer Bank in der vordersten Reihe. Der Saal, so schien es mir, gab offensichtlich der ganzen Stadt Platz. Das war eigentlich schon mehr ein Stadion. sinnierte ich. Dann schubste man mich von der Seite an aufzustehen. Kniesig betrat den Saal, in seinem Schlepptau weitere sogenannte Volksvertreter. Kniesig deutete an, dass man nun Platz nehmen dürfe und nach alle saßen begann er die Verhandlung. „Sie – er deutete auf mich – sind mehrerer Verbrechen angeklagt, wie bekennen Sie sich? Welcher Verbrechen?Ist doch nicht meine Schuld dass ich hier gelandet bin und überhaupt, wo ist eigentlich mein Anwalt?“ Der Saal brach in Lachen aus, und auch Kniesig konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Sie sind hier bei einem Volksgericht, Ihre Anwälte sitzen hier“ Damit schwenkte seine Hand durch den Saal. „Name? Thal, Vorname geht Sie einen Scheißdreck an und mein Geburtsjahr, sowie meine Adresse auch. Ich bin irischer Staatsbürger und will wissen, was Sie Kasper und die Gehirntoten mir eigentlich vorwerfen!“ Von rechts und links bekam ich einen Schlag in die Seite und der Saal wurde unruhig. Kniesig sah aus wie ein Teekessel der langsam den Siedepunkt erreicht und fing an zu brüllen – Was bilden Sie sich eigentlich ein? Was glauben Sie gutmenschliches Schlafschaf und Linksgrünversiffter Mainstreammedien Abhängiger eigentlich? Nu’ is’ ja gut, reg Dich nicht so auf Alterchen, sonst explodiert die Pumpe und die Germanische Medizin muss Dir Zitronensaft geben.“ Kniesig rang nach Fassung, dann beruhigte er sich und sprach in leisem Ton weiter. „Sie sind subversiver Verbrechen gegen die Volksgemeinschaft angeklagt. Sie fahren ein – abstoßend – E- Fahrzeug und hätten die Stadt gefährden können.
Wurden auf der Hinrichtung von diversen Zeugen als Zionist erkannt und Sie sagen ja selbst Ihr Name ist Thal, was, wenn das nicht einer dieser jüdischen Namen ist. Vielleicht ist Ihr Vorname Mordechai, Ezra, Schlomo oder Yitzak und wollen ihn deswegen nicht sagen. Ich bin kein Antisemit und habe außerhalb dieser Stadt viele jüdische Freunde, aber selbst die fürchten Zionisten wie Sie!“ In dem Moment war ich geplättet, wenigstens hat an mich nicht der Mülltrennung angeklagt. „Die Beweislage ist eindeutig und lässt keinen Zweifel offen. Sie sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht nur ein zionistischer Spion, ein notorischer Querulant, wie Sie hier eindrucksvoll bestätigten, sondern auch noch, auf Grund Ihre Ökoschleuder einer von diesen Klimafanatikern die die Tatsache leugnen, dass der menschengemachte Klimawandel eine Lüge der grünen Fanatiker ist.“ Dann wandte er sich an die Menge im Saal und wollte wissen, was mit mir geschehen soll. „HINRICHTEN! HINRICHTEN! HÄNGEN! HÄNGEN! VIERTEILEN und dann Hängen!!! NEIN, VERBRENNEN SOLL ER!!“
In dem Moment wachte ich schweißgebadet auf und bedauerte dass mein Traumzentrum die Stadt nicht zugemauert hat. Wenn diese Leute Macht erhielten, dann würden sie alles in Grund und Boden treten wofür die Aufklärung und liberalen Denker des zwanzigsten Jahrhunderts gekämpft haben. Alle humanistischen Werte, für die eine freie und offene Gesellschaft steht wären verloren. Ich befürchte es ist schon so gut wie verloren, denn sie mögen eine Minderheit sein, aber eine sehr lautstarke und aggressive Minderheit und so wie es 2021 am Capitol passierte, so kann es auch in Europa passieren.
Das Internet steckte noch in den Kinderschuhen, die Foren waren mehr Schlecht als Recht und ich hörte von einem Jan van Helsing der, so schrieben es seine Anhänger, die Weisheit mit Löffeln gefressen und sämtliche Rätsel gelöste hatte, auch, warum ein Marmeladenbrot immer auf der Oberseite landet. Da sein Buch auf dem Index stand, was für diese Leute immer ein Zeichen der Glaubwürdigkeit ist, konnte ich irgendwann sein Buch im Internet lesen denn jemand hatte sich die Mühe gemacht, ein PDF des ganzen Buches in’s Internet zu stellen. Was ich da so las war schon so schräg dass es wieder gut war. Ich dachte nur, wer kommt auf sowas? Wer denkt sich diese Grütze aus? Man hatte den Eindruck ein Mensch mit extremen Minderwertigkeitskomplexen hätte dieses Machwerk verfasst.
Ich durchsuchte also das Internet nach mehr Informationen und wurde dann, Aufklärung sei Dank, einer Informationsseite fündig. Nach dem 11.09.2001 kannte der Wahnsinn keine Grenzen mehr und obskure Gestalten überboten sich förmlich wer hinter dem Anschlag steckte und – natürlich – es mußten die USA sein, die diesen Anschlag selbst verübt hatte. Tricktechnik, das war das Zauberwort und damit konnte man alles erklären, selbst eine Geburt im Kreissaal. Und natürlich wurde Öl als Motiv angegeben, trotz der Tatsache, dass Afghanistan Öl höchstens in Kanistern hatte, ansonsten hat das Land Kohle die schwer Abbaubar ist, Opiumanbau und Halbedelsteine. Da mußte dann eine Pipeline herhalten, denn wenn es Öl nicht ist, dann muß es zumindest damit zu tun haben.
Mein Vater sagte mal zu mir, dass von Zeit zu Zeit, die Menschheit zu totaler geistiger Verblödung neige. Er hatte damit Recht, denn die Bregenerweichung, wie es Oliver Kalkofe ausdrückte, ist bei vielen weit fortgeschritten. Ob Covid oder Klima, Schnappatmung ist angesagt. Versucht man vernünftig zu erklären, dann ist man ein Schlafschaf, Brainwashed oder ein Obrigkeitshöriger. Gustave Le Bon schrieb in seinem Buch Psychologie der Massen, „Die Menge wird sich immer denen zuwenden, die ihr von absoluten Wahrheiten erzählen – und wird die anderen verachten.“ Diese Leute interessieren sich nicht für Fakten denn sie glauben, dass ihre Fakten richtig seien. Es ist wie mit Religion, Gott hat keiner gesehen oder mit ihm gesprochen, aber jeder glaubt daran. Oder wie Adorno schrieb, der Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden.
Ich hatte mir also überlegt, was wäre, wenn all diese Leute in einer Stadt, oder einem Land zusammen wohnen würden, schließlich haben sie ja die gleichen Interessen wir gegen die, wobei das alles bedeuten kann, denn auch hier in Irland grassiert die Seuche der Verblödung.
Wenn irgendwo etwas passiert, dann sind sie da, egal ob Stau am Kamener Kreuz, Katastrophe in Asien oder Angriffskrieg in der Ukraine. Anhänger von Hamas und Fatah fluten die Kommentarspalten und man hat den Eindruck, Leid gäbe es ausschließlich in Gaza und Westbank. Die Fragen mögen variieren, der Tenor bleibt stets der Gleiche, wann denn die Welt sich jetzt endlich mal um die Palästinenser kümmern würde. Es ist ja nicht so als wären nicht Milliarden an Hilfsgeldern geflossen oder Gaza die Schlagzeilen bestimmt, selbst wenn in Gaza ein Sack Reis umfällt.
Gaza verdrängt selbst wichtigere Themen, denn was ist für den Nachrichtenwert besser als eine Verteidigung der IDF, schließlich weiß der Nahost Reporter, da knallen nicht nur die Sektkorken. Es ist im Laufe der Jahre ein Wettbewerb entstanden, wer am meisten leidet. Der regelmäßige Sieger sind Palästinenser, nicht weil sie ganz besonders leiden, sondern weil die, die wirklich unterdrückt, ermordet, verfolgt und umgesiedelt werden, sich nicht äußern und weil die Welt sie vergisst. Die Menschen im Libanon leiden und besonders die Palästinenser, die in Flüchtlingslagern untergebracht sind. Sie haben keine Rechte, dürfen nicht studieren und werden bei Stellenangeboten nicht berücksichtigt. Sie sind Menschen zweiter Klasse. Oder, da wir schon in der Gegend sind, schauen wir nach Syrien, oder das Gebiet, das ehemals der Daesh besaß. Tausende Tote, aber für einen Teil der Palästinenser litten und leiden sie nicht so wie ein Mittelständler im Gaza, der sich nicht zwischen zwei Dosen Thunfisch entscheiden kann.
Seitdem der Konflikt in der Ukraine eskaliert ist, sind nicht nur Palästinenser, sondern auch ihre Unterstützer fleißig dabei, die Kommentarspalten zu fluten. Und auch die Frage, wann sich die UN endlich mal mit Israel beschäftigt oder die Europäische Gemeinschaft Sanktionen gegen Israel verhängt sind sehr verbreitet. Weist man darauf hin, dass der Nahostkonflikt in der Liste ganz hinten liegt, dann wird direkt die Forderung „Free Palestine“ erhoben, sodass jeder weiß, wo die Reise hingeht.
Seit 2014 sind etwa 10.000 Menschen Opfer des Konflikts, während die Opferzahlen, für den Nahostkonflikt seit 1948 51.000 inklusive aller Kriege betragen und damit den Konflikt in der Liste auf Platz 49 landet. Allein während der islamischen Revolution im Iran starben zwischen 78 und 79 rund 80.000 Menschen. Nun soll das kein Bodycount werden, sondern aufzeigen, dass der Nahostkonflikt mitnichten ein Alleinstellungsmerkmal besitzt oder in der Leidens liste einen besonderen Platz einnimmt.
Weg von der Ukraine finde ich es mehr als bedenklich, wenn die Konflikte dieser Welt weniger Resonanz erzeugen. Ob die Uiguren oder die Rohingya, stets schwingt die moralische Keule mit, dass es ja die Palästinenser sind, die am meisten leiden. Und was damit einhergeht ist die Erklärung, dass die Palästinenser das Recht haben israelische Zivilisten anzugreifen, denn das wäre ein Akt des legitimen Widerstandes. Da kommen dann Argumente wie das folgende
Was Palästina betrifft, so werden die von Israel nach dem Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzten Gebiete völkerrechtlich als besetztes Land anerkannt, wenn man die Frage nach den Fakten und Regeln des Völkerrechts betrachtet. Dies wurde von den Vereinten Nationen wiederholt betont, angefangen mit der Resolution 242 des Sicherheitsrates und nicht zuletzt mit der Resolution 2334, die ebenfalls vom Sicherheitsrat am Ende der Präsidentschaft der Obama-Regierung im Jahr 2016 verabschiedet wurde, die damals beschloss, dass die Vereinigten Staaten ihr Vetorecht gegen diese Resolution nicht nutzen würden. Wenn Israel als Besatzungsmacht in diesen Gebieten die Palästinenser angreift, ihr Eigentum angreift und ihr Leben bedroht, sei es in Ost-Jerusalem, im Westjordanland oder im Gazastreifen, haben die Palästinenser daher gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen das Recht, sich zu verteidigen.
Warum müssen diese Leute, wenn irgendwo ein Konflikt ist, sofort Vergleiche mit der Westbank und dem Gaza ziehen? Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich, denn die Geschichte, beziehungsweise Unabhängigkeit der Ukraine unterscheidet sich fundamental, vor allem weil die Ukraine keinen Angriffskrieg begonnen hat. Das beginnt schon mit der Resolution 181, denn während die israelische Seite den Plan akzeptierte, lehnte die arabische Seite das ganze ab. Nach dem Unabhängigkeitskrieg besetzten die Jordanier die Westbank, sowie Jerusalem, die Ägypter den Gazastreifen. Ein palästinensischer Staat, oder irgendein Staatsgebilde wurde nicht gegründet. 1967 eroberten die Israelis im Sechstagekrieg die Westbank und Gaza. Ein Angebot Land gegen Frieden lehnte die arabische Seite ab. die Resolution, von der Yousef spricht, erwähnt die Palästinenser gar nicht – Die UN-Resolution 242, an deren Zustandekommen ich beteiligt war, fordert alle Seiten auf, Frieden zu schließen und erlaubt Israel, die 1967 besetzten Gebiete zu verwalten, bis ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht ist. Bei Erreichung solch eines Friedens ist Israel verpflichtet, seine Streitkräfte `aus Gebieten‘, die es im Sechstagekrieg besetzt hat, abzuziehen. Eugene V. Rostow.
Die Ukraine hat Russland nicht angegriffen – die Palästinenser haben Israel nicht angegriffen, existierten aber weder 1947/48 noch 1967 -, also wäre es angebracht keinen Vergleich zu ziehen. Das Dilemma ist auch nicht der Nahe Osten oder die Palästinenser, das Dilemma sind Leute wie Yousef und diejenigen, die sofort in den Ring springen mit ihrem „Free Palestine,“ so als wäre es in Ordnung die Ukraine zu überfallen.
„Wenn die Zahlmeister der EU regelmäßig Alimente an die Palästinenser überweisen, dann wollen sie es nicht wahrhaben, daß sich im Gaza-Streifen die abgeklärten Massenmörder der Fatah mit den fanatischen Massenmördern der Hamas eigentlich nur über den Weg zur Endlösung der Judenfrage streiten, denn im Grunde sind sie alle einer Meinung: Israel muß vernichtet werden!“
Stellen Sie sich vor, Deutschland oder ein anderes europäisches Land wäre permanent Thema im Weltsicherheitsrat, der Vollversammlung, oder hätte einen eigenen Tagesordnungspunkt im UN-Menschenrechtsrat. Ein zentraler Punkt wäre die Behandlung der Querdenkerbewegung, sowie die Empfehlungen der Impfkommission und die Bemühungen, die Bevölkerung impfen zu lassen.
Pressekonferenz Amnesty International
Egal was die deutsche Regierung macht, ständig gibt es Kritik. Syrien, ein Mitglied, stellt den Antrag, dass Deutschland – oder Griechenland, Italien, oder ein anderes europäisches Land – in einer Stellungnahme verurteilt wird aufgrund seiner Behandlung der Flüchtlinge im Land.
Wahrscheinlich wären Sie davon überzeugt, dass diese Institutionen verrückt geworden sind. Sie leben schließlich in einer multikulturellen, demokratischen Gesellschaft, mit allen Rechten und Pflichten für seine Bürger. Die NGOs würden den Ausschluss Deutschlands aus der Staatengemeinschaft fordern, sowie eine Verurteilung durch den Internationalen Gerichtshof. Und es würde sich international eine Bewegung bilden, die fordert, dass deutsche Gelehrte und Künstler nicht mehr eingeladen werden. Autoren nicht übersetzt und sich die internationalen Firmen aus Deutschland zurückziehen.
In den USA ständen Leute mit Plakaten vor Geschäften wie Walmart, da Walmart Produkte aus Deutschland im Sortiment hat, selbst wenn Haribo seine Produkte für den amerikanischen Markt vor Ort produziert.
Für Israel ist das die Realität, denn es vergeht kaum ein Tag, an dem der Staat nicht an den Pranger gestellt wird. Selbst ein Wasserrohrbruch in Gaza City zieht eine Untersuchung durch ein „unabhängiges“ Gremium nach sich. Nun können Sie wahrscheinlich abwinken und sagen Sie glauben das nicht und erklären, dass es möglich sein muss, jeden Staat zu kritisieren.
Wenn ich mir Kommentare in den sozialen Netzwerken anschaue, oder Zeitungsberichte lese, so ist doch eins auffällig, nämlich der Ton wie kommentiert oder berichtet wird. Menschenrechte werden so gut wie weltweit mit Füßen getreten und die Regierungen kommen stets ungestraft davon, geht um Israel greift eine Massenpanik um sich.
Schaut man sich die Mitglieder des Menschenrechtsrates genauer an, dann entsteht der Eindruck man habe es mit Massenmördern zu tun, die man in den Schoß der Gemeinschaft zurückholen möchte und nicht ausgrenzen, denn diese Staaten verurteilen sich selbst, wenn überhaupt, nur sehr verhalten.
Israel dagegen ist der Punchingball der internationalen Staatengemeinschaft. Kein Land stand öfters am Pranger als der Staat, der so groß wie New Jersey ist, aber behandelt wird, als werden dort regelmäßig Massaker durchgeführt. Fünfundneunzig mal wurde Israel im Menschenrechtsrat verurteilt. Die anderen Mitglieder kamen zusammen auf „stolze“ 77 Verurteilungen. Nun könnte man argumentieren, dass das doch ein ausgeglichenes Verhältnis sei, es hat nur einen Nachteil, Israel hat sieben Millionen Einwohner, ein Land wie Syrien alleine 17 Millionen.
Die Menschenrechte in Syrien werden regelmäßig verletzt, und wenn man sich nur auf die Palästinenser fokussiert, dann lohnt ein Blick auf das Land, denn in Syrien verschwanden, laut Hilfsorganisation, 1800 Palästinenser, etwa 620 starben an Folter.
Nun soll das kein Bodycount und auch kein Whataboutism werden, aber was auffällt ist, dass Palästinenser, die nicht das Privileg haben in der Westbank, oder in Gaza zu leben, in den Solidaritätsbekundungen nicht vorkommen. Es gibt sie schlicht und ergreifend nicht. Während andere Länder Flüchtlinge integriert haben, wurde für die palästinensischen Flüchtlinge UNRWA gegründet, da sich die arabischen Staaten, die für die Situation verantwortlich waren, sich weigerten, diese Leute anzuerkennen, oder ihnen zumindest eine Staatsangehörigkeit zu verleihen, schließlich wurde der Begriff Palästinenser auf dem ersten PLO-Kongress 1964 erfunden.
Objektiv?
Man könnte doch, im Falle des Rates annehmen, dass Syrien, oder China auf der Tagesordnung stehen würden, aber weit gefehlt, Syrien schafft es auf 38 und China auf null. Soviel zur Ausgeglichenheit, beziehungsweise „schlichen“ Kritik an Israel.
Es gibt wirklich Leute die das für Verhältnismäßig halten
Schaut man sich NGOs an, die mittlerweile in Israel ihre Büros unterhalten, dann hat man den Eindruck, dass diese sich nur Aufgrund des Staates Israel gegründet haben und meist in Tel Aviv, in bester Lage, logieren und von Zeit zu Zeit ihre Kontakte in der Westbank, oder dem Gaza kontaktieren, um dann mit Akribie eine Anklage gegen Israel zusammenzuschustern.
Frauenrechte werden laut UN-Institutionen in Israel mit Füßen getreten
Ein Beispiel, wie unseriös diese Organisationen arbeiten, liefert Amnesty International. Die haben das Kunststück vollbracht bis in das Jahr der Gründung Israels zu gehen, und alle Palästinenser in einen Topf zu werfen, damit der Vorwurf vom Apartheidstaat zutrifft. Das er das nicht tut und sich dagegen massive Kritik regt, sieht man als Beweis, in ein Wespennest gestochen zu haben. Es ist wie eine unseriöse Reportage: Man konstruiert Belege, spricht mit unzufriedenen Leuten, oder bei Firmen Ex-Mitarbeiter:Innen, schneidet Interviews mit den Betroffenen zusammen und fertig ist der Skandal.
In diesem Fall beginnt es schon am Anfang, so behauptet Amnesty in ihrem Bericht,
„Am 18. Mai 2021 schlossen Palästinenser in Städten und Dörfern in Israel, im besetzten Westjordanland und im Gazastreifen ihre Büros, Geschäfte, Restaurants und Schulen, gaben Baustellen auf und weigerten sich und weigerten sich den ganzen Tag lang, zur Arbeit zu gehen. Mit einer seit Jahrzehnten nicht mehr gesehenen Einigkeit trotzten sie der territorialen Zersplitterung und Segregation, mit der sie in ihrem Alltag konfrontiert sind, und traten in einen Generalstreik, um gegen ihre gemeinsame Unterdrückung durch Israel zu protestieren. Auslöser des Streiks war der Plan der israelischen Behörden, sieben palästinensische Familien aus ihren Häusern in Sheikh Jarrah zu vertreiben, einem palästinensischen Wohnviertel in der Nähe der Altstadt von Ostjerusalem, das wiederholt Ziel der anhaltenden israelischen Kampagne zum Ausbau illegaler Siedlungen und zur Umsiedlung jüdischer Siedler war. Um die drohenden Zwangsräumungen zu stoppen, starteten die palästinensischen Familien eine Kampagne in den sozialen Medien unter dem Hashtag #SaveSheikhJarrah, die weltweit Aufmerksamkeit erregte und die Demonstranten vor Ort mobilisierte. Die israelischen Sicherheitskräfte reagierten auf die Proteste mit der gleichen exzessiven Gewalt, die sie seit Jahrzehnten einsetzen, um palästinensischen Dissens zu unterdrücken. Sie verhafteten willkürlich friedliche Demonstranten, warfen Schall- und Betäubungsgranaten auf die Menschenmenge, trieben sie mit übermäßiger Gewalt und Stinkwasser auseinander und feuerten Schockgranaten auf die Gläubigen und Demonstranten, die sich auf dem Gelände der Al-Aqsa-Moschee versammelt hatten.“
Starker Tobak, nicht wahr? Das Ganze hat allerdings einen Haken, Amnesty unterschlägt hier ein wesentliches Detail, um ihre Anklage vom Apartheidstaat zu untermauern, denn wie Alex Feuerherdt auf Mena-Watch schreibt, „Seit seiner Gründung im Jahr 1948 habe Israel »ein institutionalisiertes Regime der systematischen Unterdrückung und Herrschaft über die Palästinenser geschaffen«, das es bis heute aufrechterhalte, ist darin zu lesen.“ Da kann Israel aber froh sein, dass man „nur“ bis 1948 zurückgegangen ist, und nicht bis zur Alija der osteuropäischen Juden – aber dafür sind schon die Postkolonialisten zuständig –
Also gehen wir auf die Dinge ein, die Amnesty als Beweis für die Apartheid anführt. Die Häuser um die es geht, gehörten einst jüdischen Einwohnern bis sie, im Zuge der Eroberung durch die jordanische Armee aus ihren Häusern vertrieben und diese einer arabischen Flüchtlingsfamilie übergeben wurden. Dort lebten sie bis zur Rückeroberung und, da die eigentlichen Bewohner einen Nachweis über die Besitzrechte der Häuser bringen konnten ging der Fall vor Gericht.
Das Gericht ordnete an, dass die Familien dort wohnen bleiben können, müßten aber, da sie die Eigentumsrechte nicht nachweisen konnten, Miete zahlen. Es gab von Zeit zu Zeit Prozesse um ausbleibende Mietzahlungen bis irgendwann die Zahlungen ganz ausblieben. Also klagten die Eigentümer und ein Gericht veranlasste der Räumungsklage für rechtlich einwandfrei zu erklären. Dagegen klagten die Mieter. Das ganze wäre nirgendwo einen Artikel wert, im Falle Israels wurde das als Umsiedlung, ethnische Säuberung und als Illegal bezeichnet. Hinzu kam, dass in der Al-Aqsa Moschee Gegenstände versteckt wurden, um einen Angriff gegen die Sicherheitskräfte zu starten. Das tat man während des Freitagsgebets, um möglichst provokante Bilder zu bekommen.
Militante Gruppen im Gaza nutzten die Situation und feuerten Raketen auf israelisches Gebiet. Das ist die Realität, wenn Amnesty meint es bei der Hamas mit einer ganz normalen Partei zutun zuhaben, praktisch Labour, oder Tories im Nahen Osten, dann ist das mehr als untertrieben, denn nicht nur die Bewohner Gazas leiden unter der Hamas.
Auch wenn man sie als Befreiungsorganisation sehen möchte, dann stellt sich die Frage befreien? Wovon? 2005 hat sich Israel aus dem Gaza zurückgezogund die Sicherheitskräfte unten teilweise mit Gewalt gegen radikale Siedler vorgehen, um Gaza an die Palästinenser übergeben zu können. Die jüdischen Siedlungen befanden sich ausschließlich im südlichen Teil Gazas. Das Argument Gaza sei von den Israelis faktisch abgeriegelt unterschlägt die Tatsache, dass Gaza auch an Ägypten grenzt und nicht ohne Grund die Grenze geschlossen hat.
Diese Fakten sollte man wissen und berücksichtigen denn das Problem im Nahen Osten begann weder mit osteuropäischen Juden, noch mit Zuzug von Arabern aus wirtschaftlichen Erwägungen, sondern begann als Ende des Neunzehnten Jahrhunderts zwei Ideen entstanden, die des Zionismus und die des Panarabismus. Hinzu kommt, dass die Briten das Land beiden Seiten versprochen hatten. Den Arabern versprach man das komplette Gebiet, den das Ziel der arabischen Seite bestand darin, das Reich von Syrien aus zu regieren. Der spätere König Faisal traf sich 1919 am Rande der Pariser Friedenskonferenz mit Chaim Weizmann dem führenden Zionisten, beide kamen überein dass, sollte das arabische Reich entstehen, Faisal dafür sorgen würde, dass die Juden ihren eigenen Staat bekommen würden. Das Abkommen war letztendlich Makulatur, denn Dank der Briten und Franzosen, die andere Pläne verfolgten, wurde der Grundstein für den Konflikt gelegt.
Weizmann links, Faisal rechts im Bild
Das sind grob zusammengefasst die Fakten. Es ist auch schlichtweg gelogen Israel als Kolonialmacht zu bezeichnen. Einmal weil immer eine Anzahl Juden dort lebte und die Kreuzritter Jagd auf die dort lebende jüdische Einwohnerschaft machte, wobei die Legende der vergifteten Brunnen entstand. Auch weil Juden stets als Flüchtlinge dorthin kamen, dank des fanatischen Antijudaismus und zuletzt als die Juden aus ihren arabischen Heimatländern vertrieben wurden.
Israel hat ja auch keinen Staat überfallen, sondern die Gebiete, um die es geht, in einem Verteidigungskrieg erobert. Diejenigen die einen Krieg angezettelt und verloren hatten, mußten immer Gebiete abtreten, man denke nur an die Landverluste des ersten Weltkrieges, oder den Verlust Ostpreußen, Schlesien, oder Sudetenland.
Zurück aber zu dem Vorwurf der Apartheid, nicht nur wirft Amnesty alle Palästinenser in einen Topf, selbst die, die in Israel leben, nein man gibt auch noch eine fadenscheinige Antwort auf die Frage, warum es Apartheid ist, wenn 68% der arabischen Bürger Israels geantwortet haben dass sie hochzufrieden sind mit der israelischen Demokratie.
Apartheid in Israel Sabreen Saadi
Agnes Callamard: Wie kann ich mich zu einer Umfrage äußern? Ich kommentiere das internationale Menschenrechtsgesetz. Ich meine, das ist gut: Wir freuen uns, dass die palästinensische Bevölkerung, 68 % von ihnen, so denkt. Nach internationalem Recht haben wir festgestellt, dass die Gesetze, Politiken und Praktiken, die derzeit gelten, einem Apartheidsystem gleichkommen.
Nun kann man damit argumentieren dass Israel in dem Bericht nicht mit Südafrika verglichen wird, dem widerspricht allerdings Jamie Mithi und listet die Unterschiede zwischen Israel und Apartheid auf.
Und man sollte bei aller Kritik an Israel, die von den israelischen Bürger ständig geübt wird, nicht vergessen, wer für die verfahrene Situation mit verantwortlich ist. Selbst wenn es zu Friedensverhandlungen zwischen der Israelischen und Palästinensischen Seite kommen würde, die einseitige Kritik an Israel würde nicht verstummen. Keiner weiß das besser als die Israelis selbst.
Wer an den Palästinensern wirklich interessiert ist, der sollte diesen Bericht anschauen
Die Situation der Palästinenser ist alles andere als lustig, wenn man allerdings ausschließlich auf die Bevölkerung in der Westbank oder Gaza fokussiert ist, dann erübrigt sich jedwede Diskussion, denn diesen Leute geht es nur um Israel.
Und, ein entscheidender Aspekt, da die UNRWA, die ausschließlich nur für die Palästinensischen Flüchtlinge gegründet wurde, ist der Vergleich mit dem UNHCR der sich immer um die Integration der Flüchtlinge im Schutzland gekümmert hat. Die UNRWA hat schlicht und ergreifend kein Interesse an einer Integration und die Regierungen verweigern sich, das führt sogar soweit, dass die Palästinenser in Gaza, oder Westbank im Flüchtlingslager leben, dort bleiben müssen. Wenn jemand Israel angreift, dann sollte er das Rückgrat haben, der Fatah und der Hamas unangenehme Fragen zu stellen, und nicht, wie Amnesty die Schutzbehauptung bringen, die israelischen Behörden verhindern ihre Einreise, was schlichtweg gelogen ist, denn Touristen können nach wie vor nach Gaza einreisen.
Wir haben unzählige Schiedsrichter in der Wohlstandsgesellschaft ausgebildet, die jedem, auch in der internationalen Welt, die Spielregeln erläutern, ohne selber spielen zu können. – Lothar Späth
Entschuldigung, Gendern Sie? Verwenden Sie Stern, Bindestrich, Unterstrich, Doppelpunkt, oder einen Beistrich? Nein? Gehören Sie also zu der Mehrheit, die das Ganze ablehnt, beziehungsweise für unwichtig hält. Ich muß gestehen, ich bin kein Freund von Gendersprache, nicht weil mir einen Zacken aus der Krone brechen würde, wenn ich Sternchen oder einen Strich verwende, sondern weil für mich etwas anderes wichtig ist, völlige Gleichberechtigung. Ja, ich befürworte was dahinter steht, allerdings bin ich der Meinung ein Stern hilft den Betroffenen nicht. Er schafft auch eine neue Gruppe die ausgegrenzt wird, nämlich Sehbehinderte und Blinde die auf Sprachausgabe angewiesen sind. Müssen sie halt das sehen lernen, denn es geht um wichtigeres als Sprachausgabe.
„Nie geraten die Deutschen so außer sich, wie wenn sie zu sich kommen wollen.“
Kurt Tucholsky
Gendern ist eine ernste Sache, so ernst, dass man glaubt man würde jetzt die Gesellschaft neu erfinden. Und weil das so ist, kommt das Klischee von den drei Deutschen zum tragen, die einen Klub gründen, denn alles muß seine Ordnung haben. Dabei ist die Idee keineswegs neu, seit John Money den Begriff „Geschlechterrolle“ genommen hat wird über „Gendern“ debattiert und gestritten. Es war Judith Butler mit ihrer Queer-Theorie eigentlich zur heutigen Debatte, die anscheinend nirgendwo so intensiv geführt wird wie in Deutschland, beigetragen hat.
Wir haben es leicht, denn im englischen gibt es nur „the“ und „you“ bedeutet nicht, wie man im deutschen Sprachraum glaubt, „du.“ Es kommt auf den Satz an, wie das you gemeint ist, aber egal. Ich wundere mich, wenn ich nach Deutschland schaue über die Vehemenz mit der gestritten wird. Und es ist wieder so, dass man über eine Gruppe, aber nicht mit einer Gruppe redet die davon betroffen ist. Man setzt einfach voraus dass es sich so verhalten muß.
„Jede Folgerung, die wir aus unseren Beobachtungen ziehen, ist meistens voreilig: Denn hinter den wahrgenommenen Erscheinungen gibt es solche, die wir undeutlich sehen, und hinter diesen wahrscheinlich noch andere, die wir überhaupt nicht erkennen.“
Gustave Le Bon
Seit 2017 gibt es in Deutsxhland einen Verein, der den „Goldenen Zaunpfahl“ verleiht, einen Negativ Preis der laut Kriterien:
Anhand der hier beschriebenen Kriterien werden aus allen Einreichungen, die seit der letzten Preisverleihung ihren Weg in das Gruselkabinett des Goldenen Zaunpfahls gefunden haben “Die unrühmlichen Sieben” gewählt (Produkte, Werbespots, Plakate,…). Durch ein wechselndes Auswahlverfahren (Jury, öffentliches Voting o.ä.) wird bestimmt, welche davon den Wink mit dem Goldenen Zaunpfahl am nötigsten hat und den Negativpreis im aktuellen Jahr erhält.
In diesem Jahr erhielt diesen Preis der Drogeriegigant DM, der offensichtlich ein Fall für das Gruselkabinett war. Hat Herr Werner etwa die falsche Laudatio gehalten, oder sich bei seiner Idee des bedingungslosen Grundeinkommens verrannt? Nein, DM maßt sich an Produkte für alle anzubieten, das paßt offensichtlich dem Goldenen Zaunpfahl nicht, der es sich zur Aufgabe gemacht gegen sogenanntes Gendermarketing vorzugehen. Nun gibt es Kritik an dieser Art von Marketing nicht erst seit Gestern, neu allerdings sind die Argumente die hier vorgebracht werden. Der Laudator Judith Rahner- man kann auch sagen das, oder Laudator:In – wirft unter anderem vor, dass DM Genderneutral schreibt „Hier bin ich Mensch, hier Kauf ich ein.“ Frau Rahner sieht das keineswegs so, sondern glaubt, auf Grund ihres Eingangstextes dass sie – und wahrscheinlich einige andere – bei DM „Mann, Junge, Frau, oder Mädchen ist.“ Wie sie darauf kommt? Anhand der Regale und der Produkte die angeboten werden, man findet das diskriminierend und nicht geschlechtsneutral.
Es kann der Frömmste nicht in Frieden bleiben
Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.
Wilhelm Tell IV,3
Also wurde DM der Preis verliehen und die Erwiderung DMs in‘s lächerliche gezogen, nämlich, dass DM sich an den Kundenwünschen orientiert, was offensichtlich gar nicht geht. Es geht den Machern um Gendermarketing für Kinder und heraus kommen Begründungen wie diese hier: Aber nicht nur für Frauen ist sexistische Werbung schädlich. Sie zementiert eine künstliche Unterscheidung zwischen Frauen und Männern und die Produktpalette bei dm schlägt genau in diese Kerbe: ein Männerduschgel mit Bier- oder Whiskey-Duft, eine Handwaschpaste mit Sägemehl oder ein Duschpeeling mit Aktivkohle. Braucht es wirklich eine Handcreme für „Männerhände, die in jede Werkstatt“ gehört?
Ja, Frau Rahner, mein Vater hat sich jahrzehntelang damit die Hände gewaschen, anders hätte er sie nicht sauber bekommen. Und auch heute noch gibt es Menschen, die in Berufen arbeiten, die schmutzig, körperlich anstrengend und belastend sind. Ich habe mir sagen lassen, auch die nutzen solche Handwaschcremes. Das gibt es sogar für medizinisches Personal. Es gibt auch Frauen die in Männerberufen arbeiten und die Zahlen steigen auch noch.
Ja, die Werbung ist sexistisch und ja, Marketing will auch Frauen ansprechen, da leider immer noch mehr Frauen nicht nur arbeiten, den Haushalt führen und einkaufen gehen und bei DM abhängen. Nicht alle Frauen haben den Luxus, ein Kindermädchen beschäftigen zu können. Und die Pandemie hat gezeigt, dass immer noch viel zu viele Männer die Hausarbeit den Frauen überlassen. Influencerinnen leben auf YouTube den Mädchen täglich vor was in ist, die Kosmetikfirmen werben nicht mit Mrs Brown, sondern mit irgendeinem Topmodell.
Das Idealbild
Und es mag für Sie störend sein, aber mal ehrlich, nutzen Sie Bartöl? Wer Shaving und Groomingprodukte nutzt, für den ist das nichts exotisches. Die Firma Brooklyn Soap Company hat noch ganz andere Duftnoten im Programm, das mag man geschmacklos finden, aber es gibt Barträger die das kaufen. Sie regen sich ja auch nicht auf, dass DM auch Kosmetika verkauft, oder? Und wenn jemand einen signalfarbenen Lippenstift haben will, dann verteilen Sie doch auch nicht Negativpreise. Seinz scheint es Ihnen auch angetan zu haben, ist sie doch von DM gegründet worden. Immerhin sind 25% der Kunden Männer und die haben andere Bedürfnisse, ebenso konzentriert DM sich auf junge Mütter, aber geschenkt.
Der Verein sagt, dass sie unglaublich viele Einsendungen bekommen würden, wobei sich die Frage stellt, wieviel und von wem? Es mag Frauen geben, die sich benachteiligt fühlen, ebenso gibt es Männer die sich benachteiligt fühlen, denn für das Gros der Firmen finden wir Normalbürger gar nicht statt. Wer, wie ich, mittlerweile Moppelgrößen braucht, der hat Schwierigkeiten, deshalb bestelle ich meine Kleidung online. Firmen wie Big Dude, oder Kingsize hier in Irland, haben mit uns Moppeln ein Geschäftsmodell entdeckt, sie haben erkannt das nicht jeder wie Michael B. Jordan aussieht, sondern eher wie Bud Spencer – Ruhe in Frieden Bud -. Das wäre vielleicht eine Baustelle, aber nein, es muss von den Regierungen ein Verbot kommen Magersüchtige Modells zu beschäftigen, wobei sich das nicht signifikant geändert hat.
Ein weiteres Problem dieses Vereins ist das absolut unterirdische recherchieren, so schreibt Frau Rahner: „Wegen Gender Pricing zahlten Kundinnen auch gern mal zwei Euro mehr für die rosa Einwegrasierer statt für die identisch blaue Variante.“ Und das ist, mit Verlaub, glatt gelogen. Ich habe mir extra die Mühe gemacht und die Preise von Damen Einwegrasierern mit denen von Herren verglichen und sieht da, es gibt kaum Preisunterschiede. Nun kann man ja, ebenso wie bei Kosmetik, die Preisgestaltung der Lieferanten kritisieren, denn DM muss die Waren verkaufen und dabei auch noch Gewinn machen, sie verstehen Frau Rahner, DM hat auch Mitarbeiter, die hätten gern am Monatsende ein Gehalt und arbeiten nicht bei DM weil sie gern in einem großen Büro arbeiten möchten, und gerade in der Pandemie es lieben von Querdenkern bedroht zu werden, weil diese keine Maske tragen wollen.
Und ja, es gibt Menschen in Deutschland, die sich den Luxus nicht leisten können am Warenangebot herumzukritisieren und meist in Ein Euro Läden Stammkunden sind, oder ihr Essen von der Tafel erhalten. Das mögen zwar für den Zaunpfahl Probleme sein, aber nicht ihre Probleme, also stürzen sie sich mit messianischen Eifer in‘s Gefecht und betrachten den Vorwurf, das wären First World Problem was sie umtreibt, als schamlose Unterstellung von Neidhammeln und Faschisten. Unterstützt werden sie dabei von – neudeutsch – woken Leuten, weil man auf der richtigen Seite stehen will.
Ja, es gibt absoluten Unsinn, dieWerbung der Siebziger und Achtziger war voll von sprechenden Puppen, Slime Monsters, Action Man, Barbie, usw. Jungs bekamen Baukasten, Mädchen die neuste Barbie. Nun kann man sagen „das war halt so,“ ja, so war es, allerdings gab es schon damals Eltern die diesem Trend nicht nachliefen und es gab noch etwas anderes, die Modeindustrie. Es wurde mit Farben gearbeitet, die eigentlich verpönt, beziehungsweise Geschlechterspezifisch sein sollten. Rosa, oder Pinkfarbene T-Shirts weit geschnitten zum Beispiel
Modetrend der Achtziger
Eltern greifen immer zu den Farben, die Rollenbilder entsprechen, das haben Sabina Pauen und Miriam Schneider zusammengefasst:
„Spätestens mit der Geburt beginnt ein Prozess, den wir Sozialisation nennen. Sobald elterliche Erwartungen ins Spiel kommen, wird das Verhalten des Kindes vor dem Hintergrund der Frage interpretiert, ob es sich um einen Jungen oder um ein Mädchen handelt. In unseren Träu- men, Hoffnungen und Ängsten spielt das Geschlecht des Kindes schon Monate vor der Geburt eine zentrale Rolle. Denn jede(r) von uns verbindet mit „Frau sein“ oder „Mann sein“ kulturell, geschichtlich und persönlich geprägte Vorstellungen. Über die Namensgebung, die Farbe und Art der Kleidung sowie weitere Äußerlichkeiten markieren wir das Geschlecht unseres Kindes später auch für die Öffentlichkeit, sodass selbst ein Fremder sehen kann, ob es sich um ein Mädchen oder einen Jungen handelt.“
Frau Pauen erklärte auch das jüngere Menschen, im Gegensatz zu älteren Menschen, sich an den Kategorien Mädchen, oder Junge festhalten, es gibt ihnen Sicherheit. Frau Pauen sagte, dass ältere Menschen eventuell mehr Lebenserfahrung besitzen und entspannter damit umgehen.
Wir haben unzählige Schiedsrichter in der Wohlstandsgesellschaft ausgebildet, die jedem, auch in der internationalen Welt, die Spielregeln erläutern, ohne selber spielen zu können.
Lothar Spät
Um die Kritik an DM und ihrem Gender Marketing zu verifizieren, beziehungsweise zu falsifizieren, müßten die Macher, die sich auf die Fahne geschrieben haben dagegen vorzugehen einen Test machen, der DM widerlegt. Also eine Einkaufsbedingung zu schaffen, wo die DM Produkte in komplett neutralen Verpackungen stehen, ohne Zuordnung. Neutral Deo, Duschbad, oder Body Lotion. Kosmetika, oder Pflegeartikel daruntergemischt, auch in neutraler Verpackung, sowie Kinder- und Babyartikel in den Farben grau, oder hellgrau. Dann erst kann man erkennen, wie wir als Gesellschaft schon gepolt sind. Wir sind schon per se mit diesen Vorstellungen behaftet. Man sollte Kindern schon zutrauen können was diese möchten und was nicht. Und, ehrlich gesagt, laufen viele Mädchen nicht im Rock rum, sondern in Jeans, und die sind Unisex.
Für mich sind diese Leute Personen mit Sendungsbewußtsein. Sie versuchen ihre Produkte – Bücher – unter die Frau, den Mann zu bringen, und Spenden zu erhalten, denn das Phänomen der verschobenen Rollenverteilung ist kein neues Phänomen, es ist nur verloren gegangen, beziehungsweise verdrängt worden. So waren Frauen im ersten und zweiten Weltkrieg in typischen Männerberufen unterwegs, was zur Emanzipation der Frau geführt hat, leider war spätestens nach dem Krieg Schluss damit und es hat, wie die Genderforscherin Christa Binswanger sagt, eine Rückkehr in alte Klischees stattgefunden.
Man kann natürlich mit Negativpreisen versuchen die Gesellschaft zu verändern, das funktioniert nur solange nicht, solange nicht alle mitspielen. Und was will man mit denen machen, die das ablehnen, was ja anscheinend die Mehrheit ist, per Gesetz zwingen? Ich denke, ich werde es nicht mehr erleben, dass Rollenmodelle nicht mehr vorhanden sind, allerdings ist es ein weiter Weg. Es gibt Frauen in Männerberufen, mehr Frauen studieren, aber selbst in der DDR war trotz Emanzipation ein tradiertes Rollenbild. Es liegt an den Eltern, wenn das Kind einen Piephahn hat, oder eine Mumu werden die Eltern, und die Umgebung getriggert.
Jeder Mensch ist anders, und jeder Mensch ist schön, wie er ist.
Ich gestehe, ich bin seit 50 Jahren Anhänger des FC Bayern München und wahrscheinlich jeder Anhänger in meinem Alter kann sich an gute und an sehr schlechte Zeiten erinnern, besonders 1976, als Bayern München kurz vor der Vereinsauflöung stand. Sie gehörten zwar mit zu den erfolgreichsten Mannschaften in Europa, aber Niederlagen in der Bundesliga mit 1:7 gegen Düsseldorf, oder das denkwürdige 0:7 gegen Schalke – das beinahe zur Scheidung zwischen mir und dem FCB führte. Und wer kann sich noch an das 2:6 gegen Kopenhagen im UEFA Cup 1991 erinnern?
Ich denke man sieht eher die letzten Jahre, die überaus erfolgreich waren, als Bayern München an. Den Anspruch „Mir san mir“ der Selbstbewusstsein ausstrahlt. Dementsprechend war immer etwas los beim FC Bayern München. Die Jahreshauptversammlungen boten immer eine gewissen Abendunterhaltung – gut, bei Vereinen wie Frankfurt, Schalke, Dortmund, oder dem HSV waren Reibereien immer Tagesordnungspunkte, aber bei Bayern München hatte man, bis auf die letzten Jahre, die Vorstellung; Verein, Mannschaft und Anhänger hätten sich lieb. Gut, da war der Ausbruch Uli Honess‘ und sein Satz „für die scheiß Stimmung seid Ihr doch verantwortlich und nicht wir!!, da war der Burgfrieden in der Olympiahalle empfindlich gestört.
Dieses Jahr allerdings eskalierte das Ganze. Schon länger gärt der Unmut des Anhangs über den Deal des FCB mit Katar. Regelmäßig reisen Bayern zum Wintertraining in den Wüstenstaat, der, um es mal so zu sagen, sich einen Sch… um Menschenrechte schert. Besonders seit der WM Vergabe häufen sich die Vorwürfe gegenüber den Kataris und den Menschenverachtenden Arbeitsbedingungen. Bei der JHV eskalierte der Streit zwischen Fans und Präsidium.
Der Krieg beginnt
Anträge wurden abgelehnt, versuchte Wortmeldungen ignoriert, und die Wortmeldung vom ersten Vizepräsidenten Dieter Mayer zeigt, wie sehr sich Fans und Verein voneinander getrennt haben indem er sagte: „Es geht hier doch nicht um Demokratie“. Natürlich nicht Herr Mayer, wo kommt man denn dahin, wenn diejenigen, die Woche für Woche den Verein unterstützen sich anmaßen, Kritik zu üben.
Panem et circenses
Fußballvereine sind Wirtschaftsunternehmen. Vorbei sind die Zeiten als die Vereine noch Woche für Woche in kleinen Stadien spielten, und die Spieler noch Amateure waren, die tagsüber einem Beruf nachgingen und Abends trainierten. Man kann diese Spieler zum Beispiel in Irland erleben, wo die meisten Vereinsspieler als Amateure auf dem Platz stehen. Heute stehen sie nicht nur im Rampenlicht, nein, es werden auch unglaubliche Summen bezahlt, die nicht mal die Profis aus amerikanischen Ligen erreichen. Eine Milliarde Euro läßt sich der FC Barcelona seinen Kader kosten. Demgegenüber stehen allerdings nur 800 Millionen an Einnahmen. Als die Katalanen Messi abgeben mussten, obwohl dieser auf einen großen Teil seines Gehalts verzichten wollte, zeigt wie die Fußballwelt heute funktioniert. Nun kickt er bei Paris Saint-Germain, dem unbeliebtesten Fußballklub in Frankreich. Dank den Millionen Nasser Al-Khelaifis, konnten die Pariser mal eben Neymar und MBappé für die Lächerliche Summe von 222- beziehungsweise 180 Millionen Euro leisten, da reicht es auch noch für Messi, für den Hauptstädter schon einmal 160 Millionen Euro geboten hatten.
Die Spieler sind Legionäre, besonders erfolgreiche Spieler spielen da, wo ihnen das beste Gehalt bezahlt wird. Mag Ronaldo auch noch so wohltätig sein, ein Heiliger ist er damit nicht. Es gibt sie zwar noch, die Spieler, die ihre gesamte Karriere bei einem Verein verbringen, aber die Mehrzahl, besonders die großen Spieler spielen überall nach dem Motto, „wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Aber nicht nur Gehälter, Fußballer sind Botschafter ihrer eigenen Marke. Parfüm, Kleidung, tägliche Alltagsgegenstände, einmal riechen wie CR7, dass Ronaldo, der seinen Namen gegeben hat den Duft wahrscheinlich nicht mal mit der Kneifzange anfasst, geschenkt.
Liverpool Down Under auf Promotiontour
Fußball ist einer der Gewinner der Globalisierung. Länder lassen es sich ein große Summe kosten Vereine wie München, Liverpool, Chelsea, Barcelona, Madrid, Mailand, oder Madrid in‘s Land zu holen, und gegen heimische Clubs spielen zu lassen. Dass die Anhänger, die man dabei gewinnt, mit sozialen Engagements nichts am Hut haben merkt man spätestens dann, wenn die Allianz Arena zum CSD in den Regenbogenfarben leuchtet, oder Liverpool ein gutes „Yom Kippur“ wünscht. „Fans“ lassen sich dann zu Kommentaren hinreißen wie, „beim FC Bayern scheint wohl die Liebe zu den Perversen entdeckt zu haben,“ oder „wie kann der FC Liverpool einen Terrorstaat unterstützen,“ so als wären diese Vereine nicht im Westen, sondern in irgendeiner verstaubten Diktatur beheimatet.
Das sind auch diejenigen die von der Geschichte des FC Bayern München nicht den Hauch einer Ahnung haben und nicht wissen, dass man einen Präsidenten jüdischen Glaubens – Kurt Landauer – hatte und mit Richard „Little Dombi“ Kohn den ersten Meistertrainer, der um Oskar Rohr ein Meisterteam formte. Es geht nicht um Tradition und Werte, auch wenn die Bayernbosse das stets betonen, es geht um Erfolg, da sind die Fans nicht wichtig und die Fans im Ausland mit rassistischen, antisemitischen, oder Homophoben Ansichten gern Gesehene Zaungäste solange nach einer Tournee die Kasse klingelt. Und dass laut Ken Bensinger innerhalb der FIFA etwa 500.000 Millionen Dollar geflossen sind, und sowohl Russland, als auch Katar die Weltmeisterschaften eingekauft haben? Geschenkt, das sind allenfalls Petitessen.
Wir sind die Fans die Ihr nicht wollt
»Das interessante Freundschaftsspiel Tillingen-Höchstädt nicht zuende gespielt. Auf dem Spielfelde blieben 1200 Gäste und 850 einheimische Zuschauer. Liquidation beider Klubs. Die Stadt brennt.«
Wenn ich dabei an die Spieler der Prager Sparta mit der Slavia denke, dann sehe ich erst, daß der Fußballsport bei uns erst in den Kinderschuhen steckt. – Jaroslav Hašek – Von Scheidungen und anderen tröstlichen Dingen
So Hitzig war es dann doch nicht, trotzdem ließen die Fans ihrem Frust freien Lauf. Seit Jahren sind die Beziehungen zwischen dem FCB und Katar Anlass für massive Kritik und wenn der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge erklärt,„man muss grundsätzlich auch sagen, dass in Katar von allen arabischen Staaten im Moment die besten oder die größten Verbesserungen da sind in Sachen Menschen- und Arbeitsrechte. Dass die keinen vergleichbaren Standard mit Deutschland oder Europa haben, das ist bekannt“ dann sei schon die Frage gestattet, warum man dann sein Trainingslager dort abhält, vielleicht weil: „Bayern München hat mit Qatar-Airways eine Partnerschaft und ich war da auch nie ein Pharisäer, wenn ich das mal so sagen darf. Wir haben gutes Geld aus diesem Vertrag bekommen“
Nun ist es sehr schön, dass sich der FC Bayern in Katar schon länger gesellschaftspolitisch engagiere. Er habe persönlich mit Nichtregierungsorganisationen gesprochen und Einflussmöglichkeiten erörtert. Konkreter wird er nicht. Die Lage änderte sich aber trotzdem nicht, denn man reist ja nicht erst seit gestern dorthin. Und auch sei die Frage erlaubt, wenn es nur um eine strategische Partnerschaft gegangen sei, warum man dann nicht beispielsweise einen Deal mit O2, oder Telefonica eingegangen ist, man hätte sich ja auch an die Telekom wenden können, schließlich sind die Magenta Farben schon länger zu sehen. Man hätte sich auch ein eigenes Stadion auf den Balearen kaufen können, andere Clubs halten dort ihre Winterlager ab.
Statt darauf einzugehen und die Kritik zu beantworten, beziehungsweise zu versprechen den Vertrag nicht zu verlängern, wurden die eigenen Fans mit einer Arroganz behandelt die man kaum ein zweites Mal findet. Vielleicht mögen die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern Peanuts sein und damit diejenigen, die Woche für Woche und Monat für Monat in die Allianz Arena pilgern, oder die Mannschaft in der Champions League unterstützen, für den Vorstand uninteressant, die Idee der Superliga hat allerdings gezeigt, welche Macht Fans haben können, wenn sie der Meinung sind es reicht.
Die Hardcorefans des AC Florenz haben es vorgemacht – nachdem ihnen der ganze Kommerz, sowie die Ignoranz des Vereins gegenüber den Fans gereicht hat, suchten sie sich einfach einen anderen Club. Den fanden sie im CS Lebowski, einem Club es den Tiefen der italienischen Liga und garantierter Punktelieferant da er jedes Spiel verliert.
ausgelassene Stimmung beim CS Lebowski
„Es war das schlechteste Team der untersten Kreisliga in Florenz und hatte gerade 2:8 gegen den Vorletzten verloren. Am Anfang wählten wir den Klub aus Jux, kamen mit Bengalos und Trommeln an. Die Jungs fühlten sich verarscht und fragten, wer wir denn seien. Wir sagten: Wir sind ab heute eure Ultras – für immer!“
Seit 2004 sind sie da und unterstützen den Verein, der mittlerweile einen ehemaligen Nationalspieler in seinen Reihen hat, und Anteile am Verein verkauft. Wäre ich nicht schon Mitbesitzer des Cork City FC durch die „Friends of the Rebel Army Society,“ oder kurz FORAS, würde ich mich bei. CS einkaufen. Nein, ernsthaft, wenn den Anhängern ihrer Vereine mal der Kragen platzt und sie sich Auswahlvereine suchen, dann wäre 1860, oder einer der Münchner Traditionsvereine Wacker München eine Adresse. Dann blieben Klagen wie diese erspart.
Der FC-Bayern-Anhänger und sein Anwalt Hüttl vermuten weiter einen anderen Grund für das rigorose Vorgehen des Vereins. Der Fan hatte in den vergangenen Jahren immer wieder die Geschäftsbeziehungen des FC Bayern mit dem Emirat Katar kritisiert. Bei der Jahreshauptversammlung 2019 des FC Bayern hatte der Mann einen Antrag gestellt, wonach in der Vereinssatzung ein Bekenntnis zu Menschenrechten aufgenommen werden sollte – der Antrag wurde mit Verweis auf rechtliche Hürden abgelehnt.
Vielleicht dämmert den Oberen des FC Bayern München dann, dass es die Fans sind, die den Club mitgeprägt haben und nicht Millionen aus Katar
Nachtrag: Herbert Hainer sagte er werde aus dem Erlebten Konsequenzen ziehen, „ja, ich habe gelernt aus dem ganzen und beschlossen, nächstes Jahr findet die Jahreshauptversammlung in Doha statt. Qatar Airways sponsert uns Unterbringung und Flug, sowie die Räumlichkeiten.“
Wie jedes Jahr wird Heute der Reichskristallnacht gedacht, die den Auftakt zur Vernichtung der europäischen Juden bildete, und wenn man eines perfekt beherrscht, dann die Erinnerungskultur. Über die ganze Republik verteilt werden Leute aus den Altersheimen entführt, oder Juden geholt, um der Gemeinde den Ablassstempel zu erteilen.
Das Event „rent a Jew“ findet zweimal statt, am 27. Januar dem Tag der Befreiung von Auschwitz und halt am 9. November. Gern hören die Politiker zu wenn jene, die unter Holocaust, oder ständigem Antisemitismus gelitten haben, oder noch leiden, ihnen bescheinigen alles richtig gemacht zu haben. Dann folgt die Lobpreisung der Politiker, mit dem Versprechen „Nie wieder“ und das man gerade jetzt, wo die Ablehnung der jüdischen Mitbürger wieder steigt, nicht wegschauen darf, sondern die Zivilgesellschaft diesem Zustand die Stirn bieten muss. Kurz nach dem Ende der Veranstaltung sind die mahnenden Worte wieder vergessen – Business as usual sozusagen.
Ja, man braucht sie, nicht als mahnendes Gewissen, sondern als diejenigen die bescheinigen dass Deutschland aus der Geschichte gelernt hat. Der Publizist Max Czollek beschrieb in einem lesenswerten Beitrag für das BpB das, wie er es nannte, Versöhnungstheater, denn wie er richtig schreibt, man redet über sich und seine Schuld, an dessen Ende die Absolution durch den Gast steht.
Wenn F.W. Steinmeier sagt, „Doch zugleich bin ich erfüllt von Dankbarkeit: für die ausgestreckte Hand der Überlebenden, für das neue Vertrauen von Menschen in Israel und der ganzen Welt, für das wieder erblühte jüdische Leben in Deutschland,“ warum muss er dann jemanden wie Omri Boehm zu einem Staatsbesuch in Israel mitnehmen? Boehm ist nicht dafür bekannt, der israelischen Gesellschaft in Liebe nahezustehen, im Gegenteil veröffentlichte er sein Buch „Israel eine Utopie“ ausgerechnet in Deutschland, ganz einfach weil Israelkritische Texte in Deutschland große Zustimmung finden, besonders wenn sie von einem Juden stammen, noch dazu im israelischen Gilon geboren. Was kann einem besseres passieren?
SA vor jüdischen Geschäften – Heute führt der BDS diese „liebgewordene“ Tradition bei Antisemiten fort.
Die Wiedergutwerdung der Deutschen, wie es der leider viel zu früh verstorbene Eike Geisel einmal beschrieb, lebt praktisch von Aufführung zu Aufführung und das Holocaust Mahnmal, eine Stätte die dem Gedenken dienen soll ist zur hippen Eventecke einer verwöhnten Jugend verkommen, deren Eltern meist weit nach dem Krieg geboren wurden und deren Großeltern entweder zu jung, bei Kriegsende, oder nach Kriegsende geboren wurden. Der Urgroßvater war auch nicht im Reichssicherheitshauptamt beschäftigt, sondern hatte einen Schreibtischjob bei der Regierung, der Reichsbahner hatte mit Logistik zu tun.
Im Grunde, wenn man so nachdenkt, dann hat die Aufarbeitung schon 1945 begonnen, bei manchen direkt nach der Entnazifizierung. Die Österreicher waren Opfer, die DDR ausschließlich Widerstandskämpfer oder, um Adenauer zu zitieren: „Wir sollten jetzt mit der Naziriecherei einmal Schluss machen, denn, verlassen Sie sich darauf, wenn wir damit anfangen, weiß man nicht, wo es aufhört.“ – er hat übrigens auch den Satz geprägt, dass er das Gefühl habe, alle Deutschen seien im Exil gewesen.
Irgendwann jedoch wurde die deutsche Geschichte, besonders die NS-Zeit eine reiche Quelle für Historiker, also erfand man den guten Deutschen und dieser gedenkt den Juden, also den Toten.
Übrigens geht die Tournee am 27. Januar 2022 weiter und man kann wieder Vertreter der Linken im Bundestag sehen, die offensichtlich nicht begriffen haben wer Auschwitz erfunden hat, wenn sie demonstrativ sitzen bleiben weil ein Überlebender des Holocaust, oder ein israelischer Politiker eine Rede vor dem Bundestag hält.
Ich gehöre zu einer Generation die so ziemlich jede Katastrophe in den Jahrzehnten mit gemacht hat. Angefangen hat es mit der Verschmutzung der Flüsse und ich kann mich noch erinnern als wir im Rhein baden konnten, bis Abwasser der BASF dies verunmöglichten. 1973 gab es dann die Ölkrise und Leute gingen auf den Autobahnen spazieren, oder fuhren Fahrrad.
Das war der Punkt, wo man sich Gedanken über Alternativen machte. Ein Vorschlag war, Elektroautos in der Stadt zu nutzen, und für Fahrten außerhalb der Stadt die Bahn zu nehmen. Der Strom sollte aus Atomkraftwerken kommen, Kohlekraftwerke abgeschaltet, so dass man von fossilen Brennstoffen unabhängig wird. Mit dem Ende der Krise wurden auch die Alternativen beerdigt und man hörte nichts mehr davon
Es gab öfters Smogalarm in deutschen Städten, besonders im Ruhrgebiet, und Pseudokrupp war in aller Munde. Waldsterben, saurer Regen und FCKW kamen auch noch mit hinzu. Am 12. Februar 1979 fand die erste Weltklimakonferenz statt. Die UN hatte zum Meeting in Genf geladen und dementsprechend war das Interesse sehr gering, denn niemand mochte sich vorstellen, dass der Mensch für das Klima mitverantwortlich sein könnte.
Die einzigen die das ernst nahmen waren Ronald Reagan und Maggie Thatcher. Reagan allerdings, da bei ihm Hautkrebs entfernt wurde und er die Angst hatte, wenn er auf seiner Ranch ausreitet, wieder Krebs zu bekommen. Also strengten die Beiden ein Verbot von FCKW an mit der Folge das sich das Ozonloch schloss – Heute redet kaum einer darüber. Die Grünen forderten ein Verbot der Atomkraft und immerhin hatte sich die Meinung in Deutschland so weit geändert, dass die Grünen in den Bundestag einzogen.
Unter der Regierung Kohl wurde ein Umweltministerium in‘s Leben gerufen und Bundesumweltminister Klaus Töpfer warf sich im Neoprenanzug tapfer in die Fluten des Rheins, um zu beweisen, wie sauber das Wasser nun ist. Es wurden Auflagen erteilt und Betriebe gezwungen Schutzfilter einzubauen, um die Staubbelastung zu reduzieren. Da wo ich aufgewachsen bin, hatten wir eine Firma die den Rußausstoß förmlich zelebrierte. Jedes mal wenn die Produktion lief lag ein feiner Rußfilter auf der Straße, das war so schlimm, dass ich eine Allergie dagegen entwickelte.
Dann wurden Katalysatoren Pflicht, aber alles in allem hatte es nie was gebracht. Warum das so ist habe ich gestern gesehen. Leonardo di Caprio war für National Geographic’s unterwegs den Klimawandel, beziehungsweise die Maßnahmen zu ergründen. Unter anderem war er in Indien und stieß auf die üblich Schuldabwehr. Seine Gesprächspartner:in war für den Klimaschutz verantwortlich, beziehungsweise stand einer Organisation vor. Statt nun zu sagen, dass Indien in Sachen Klima zu wenig macht, drehte sie das Ganze um in dem sie die USA dafür verantwortlich machte. Schließlich sei Indien ein armes Land und viele Menschen hätten keinen Strom.
Ganz ehrlich, das ist die dämlichste Begründung, wird aber immer wieder gebracht, wenn es um den Klimaschutz geht. Indien mag nicht reich sein, allerdings verseucht die indische Industrie die Umgebung. Flüsse und Seen sind so toxisch, dass man prima Suizid begehen kann, denn entweder man verbrennt im Wasser, oder löst sich auf. Und dieses Phänomen hat ja nicht erst seit der Klimakonferenz von Paris begonnen.
Ja, Indien ist ein Riesengroßes Land mit einer Mrd. Einwohner, nur ist es wie in China, große Teile des Landes sind kaum besiedelt und konzentrieren sich auf Ballungszentren. Hier kommt ein Riesenmoloch zusammen und man fragt sich, ist die Regierung blind? Aber das ist nicht die einzige Regierung auf der Welt die das ausblendet.
Man mag China vorwerfen was man will, allerdings ist China dabei in Sachen Umweltschutz zum Musterknaben zu mutieren. Auch wenn ich kein Fan von China bin und in der Vergangenheit versucht habe chinesische Produkte zu meiden, so muß ich gestehen, dass die chinesische Autoindustrie, was E-Mobilität betrifft, westlichen Firmen langsam um Lichtjahre voraus ist, ebenso die Koreaner. Ich bekomme regelmäßig feuchte Augen, wenn ich auf der NIO Webseite bin. Nun fahr ich einen Nissan Leaf, aber einmal einen NIO fahren, das wär schon was. Aber genug der Schwärmerei.
Links: KIA EV6, Mitte: Nio ET7, Rechts: Hyundai Ioniq5
Als Al Gore seine Doku rausbrachte war ich, wie wohl die meisten, davon wenig beeindruckt und hielt das für Spinnerei, für Esoterik und Verschwörungstheorie. Im laufe der Jahre aber habe ich viel gelesen, viel gelernt und bin zu der Einsicht gekommen, dass wenn wir nicht anfangen uns zu ändern, Städte wie Dublin, New York, oder Miami von der Landkarte verschwunden sind.
Es ist schon soweit, dass Microstaaten Land auf anderen Inseln kaufen, um ihre Bevölkerung umzusiedeln. Es gibt viele Beispiele aber in der Regel interessieren die keinen. Die Einwohner der Industriestaaten setzen sich wenig damit auseinander da sie nicht, oder kaum betroffen sind. Und wenn wieder mal eine Katastrophe passiert, dann wird die Geschichte bemüht – „so ein Hochwasser hatten wir 1659 schon mal“ – oder bezeichnen Leute, die sich Sorgen machen als Idioten, denn schließlich hat man den BMW nicht auf Raten gekauft damit er in der Garage steht.
Die Krux an der ganzen Sache ist, dass die Klimaskeptiker, oder besser die Leugner des Menschengemachten Klimawandels Milliarden von Dollar in die Lobbyarbeit stecken. Institute wie EIKE, vom Heartland Institute finanziert, werden nicht müde Schreckensszenarien einer totalitären Gesellschaft an die Wand zu werfen. Sie verstehen sich als Libertäre, Libertore würde es besser treffen, weil es völlig egal ist, ob der Staat sich rauszieht, am Ende gewinnt das Klima und die Natur.
Und genau das ist das Problem. Öl-, Kohle- und Gasindustrie pumpen Milliarden in diese „Think Tanks,“ deren Aufgabe es ist die öffentliche Meinung zu steuern.
„Die bewusste und intelligente Manipulation der organisierten Gewohnheiten und Meinungen der Massen ist ein wichtiges Element in der demokratischen Gesellschaft. Diejenigen, die diesen unsichtbaren Mechanismus der Gesellschaft manipulieren, bilden eine unsichtbare Regierung, die die wahre Regierungsmacht unseres Landes ist.“
Edward Bernays – Propaganda (1928, S. 37)
Institute wie Heartland oder EIKE brauchen keine Fachleute. Schaut man sich die Belegschaft von EIKE an, dann findet alles, nur keine Klimaexperten. Es sind Rentner mit Langeweile die versuchen die Deutungshoheit zu erlangen. In Großbritannien ist es https://de.wikipedia.org/wiki/Benny_Peiser Benny Peiser, der mit seiner The Global Warming Policy Foundation Lobbyarbeit betreibt und unter den Konservativen Abgeordneten sehr aktiv ist, nur Boris Johnson hat er noch nicht überzeugen können. Dabei ist es laut ihm so einfach, die Erwärmung ist gut für das britische Klima. Uns Iren wird es freuen, sagen doch irische Meteorologen eine zunehmende Häufigkeit schwerer Stürme für Irland voraus. Durch den Klimawandel, aber hey, 800 Jahre haben es die Engländer nicht geschafft Irland im Meer zu versenken, der Klimawandel schafft es.
Natürlich gibt es viele Menschen die sich engagieren, aber das reicht bei weitem nicht und Fridays for future ist eine „Gutfühlorganisation“ nichts anderes und wenn die Leute klug wären, dann würden sie das wissen. Greta Thunberg spricht auf allen UNO Konferenzen und wiederholt ihr Mantra wie eine Platte mit Sprung, nur wen soll das beeindruckend? Glaubt denn irgendjemand das würde Entscheidungsträger beeindrucken? Wahrscheinlich steht sie noch mit achtzig Jahren da, während die Bänke im UNO Gebäude an ihr vorbei schwimmen.
Dabei zeigen gerade die USA, besser Städte, Gemeinden und einige Bundesstaaten wie es geht. Wer den Dokumentarfilm von Paris nach Pitsburgh gesehen hat der weiß, wie es geht. Als Doofy Trump 2017 verkündete sich aus dem Klimaabkommen zurückzuziehen, und dafür Pittsburgh nahm, indem er sagte die Bürger in Pittsburgh seien ihm wichtiger, nahm das der Mayor der Stadt Pittsburgh – Bill Peduto – das als Startsignal und begann die Initiative „Paris to Pittsburgh“ der sich viele Städte und Gemeinden anschlossen, oder ein Bundesstaat wie Kalifornien. Dabei wurden tausende Jobs in diesem Bereich geschaffen. Sie haben zwar nicht alles, aber mehr erreicht als viele andere aus der Staatengemeinschaft.
Ich will jetzt gar nicht mit Weisheiten wie „Welt im Kofferraum“ oder unsere Kinder, weil das keine Probleme löst. Das Problem wird auch nicht gelöst, wenn Prominente Empfehlungen aussprechen das Kreuz nur bei Parteien zu machen, die den Klimaschutz ernst nehmen, und damit dubiose Kleinstparteien in den Genuss von Wählerstimmen kommen. Das Problem erfordert Pragmatiker, keine Esoteriker, von daher finde ich es richtiger, wenn man seinen Städten und Gemeinden auf den Senkel geht, statt dem Abgeordneten des Wahlkreises.
Hier in Irland habe ich erlebt, dass viele Firmen überhaupt keine Ahnung darüber hatten, welche Fördermöglichkeiten unsere Regierung anbietet. Man muss das Bewusstsein sein der Firmen fördern, die Erkenntnis, dass man sich nicht immer auf Regierungen verlassen soll, oder die Verantwortung auf andere abschieben. Und, man muss sich selbst die Frage stellen, ob man irgendwann keinen Versicherungsschutz mehr genießt, oder nur zu teuer Geld, wenn man in einem Risikogebiet wohnt, dass durch den Klimawandel in Mitleidenschaft gezogen wird.
Wer sich darüber freut wenn der Aphalt schmilzt, oder die Leute wie die Fliegen auf der Straße umkippen, und alles relativiert, den wird niemand überzeugen können. Und solange Regierungen nicht in der Lage sind Anreize zu geben, beispielsweise höhere Prämien für den Erwerb eines Elektroautos, der kann warten bis Matthäi am Letzten, denn es kommen nur Lippenbekenntnisse. Und wer glaubt mit Steuererhöhungen und Verboten dem Problem beizukommen hat das Ganze nicht begriffen. Carbon Tax ja, aber nicht um jeden Preis, denn die, die das fordern, können das oft nicht mal begründen.
Was bleibt sind wir Menschen und wir sollten uns fragen ob wir uns in einem Augias Stall wohlfühlen mit all dem Dreck und dem Abfall, in den Meeren und der Natur, dem ständigen Wiederaufbau, als befände man sich im Dauerkriegszustand. Wenn wir das nicht wollen, dann sollten wir anfangen unseren Städten auf die Zehen zu treten und aufhören davon zu reden, dass wir eine Verantwortung gegenüber den Kindern hätten, die haben wir gewiss nicht, ich mag nur nicht gern in einem Saustall leben.
Fangen Sie an sich zu fragen, ob Sie vielleicht mal außerhalb der Spargelsaison auf Spargel verzichten können, oder ob es unbedingt argentinisches Rind sein muß, oder überhaupt Fleisch, denn wenn man sich die Fleischfabriken anschaut vergeht einem der Appetit.
Ich habe insgesamt Achtzehn Jahre Stillstand erlebt, erst mit Kohl, dann noch drei Jahre Frau Merkel, bevor ich ausgewandert bin. Vor der letzten Wahl fragte uns ein Freund in unserem Stammpub, ob wir denn die Briefwahlunterlagen beantragt hätten, woraufhin mein Bekannter und ich uns ansahen – und dann die Frage verneinten.
Nach der Wahl ist vor der Wahl. Alle vier Jahre werden die Karten neu gemischt Schuld ist immer der Wähler (wenn man verliert). Der Bürger will es so (wenn man eine knappe Mehrheit hat)
Ich sagte, dass mir die irische Politik wichtiger sei, da sie mich direkt betreffen würde und zerstreute seinen Einwand, das jeder Nichtwähler mehr Stimmen für die AfD bedeuten wurde. Da ich nicht die Absicht habe wieder nach Deutschland zu gehen, perlte die Kritik an mir ab. Nun bin ich nicht sooo bedeutend, dass ich die AfD verhindert hätte und in den Bundestag ist sie trotzdem gekommen.
Nun ist sie also weg – die Frau Merkel – und die Bürger fragen sich, wer denn nun Kanzler wird, denn praktisch liegt die Entscheidung zwischen Not und Elend. Seit der Wende gibt es nämlich nur noch diese blassen und farblosen Gestalten, mit dem Charme eines Bestattungsunternehmers. Sie sind beliebig und austauschbar geworden, so dass man Angela Merkel noch Character zugestanden hat.
Der Prinz, aber jetzt der König da Merkel weg ist
Am Abend, nach der Wahl, habe ich mir seit Jahren mal wieder die Wahlrunde auf dem YouTube Kanal der ARD angeschaut und stellte fest, dass sich seit Jahren nichts geändert hat. Moderatoren, die glauben eine Regierung kommt fünf Minuten nach der Wahl zustande und jedesmal, wenn die Leute der Runde sagen für Verhandlungen sei es noch zu früh, wie eine Platte mit Sprung immer und immer wieder das gleiche fragen.
Der eine hat die Wahl gewonnen, und der andere hat die Wahl gewonnen. Nun ist die SPD zwar nicht Wahlsieger, hat allerdings die meisten Stimmen, das macht sie nicht zur Siegerin, denn waren die Verhältnisse in den Siebzigern noch klar – wie Ephraim Kishon sagte, „in Deutschland kann jeder regieren….nur nicht ohne die FDP -, muss man nach allen Seiten offen sein, nur nicht in Richtung die Linke, oder AfD.
Und der hier war auch Prinz, will aber auch der König sein.
Überhaupt die AfD – ich bin immer zutiefst verwundert, wie populistische Parteien sich eine Wahlschlappe schön reden können. Eigentlich, so drückte Weidel es aus, habe man ja keine Stimmen verloren, sondern im Gegenteil Stimmen dazu gewonnen. Nicht nur ich, auch die Moderatoren waren verblüfft. Frau Weidel meinte, dass jede Stimme für die Basis ja eigentlich eine Stimme für die AfD gewesen sei.
Alice Weidel und ihre, sagen wir mal, eigenwillige Interpretation von Wahlergebnissen
So kann man es natürlich auch sehen, und sollte die AfD mal eine Regierung stellen, dann gewinnt man – wie Assad – mit 107%, denn eigentlich waren ja alle Stimmen für die AfD. Da kann selbst Russland noch was lernen.
Allerdings war das Highlight der Wahl das Team Hodentöter Todenhöfer. Jürgen, oder JT wie man Todenhöfer nennt, weil‘s halt hip ist, leidet ja eigentlich schon länger an einer narzisstischen Störung. Das hat man vor dieser Wahl auch mitbekommen, denn er meinte allen ernstes, dass 9% für seine Partei, besser für ihn, drin seien, aber mindestens ein Sitz im Bundestag, also für Todenhöfer. Auf jeden Fall hat er eins geschafft, er hat mehr Stimmen erhalten als bei uns Irexit, die nicht mal die eigenen Mitglieder gewählt haben, und hätte der Hund nicht geschissen, dann ware das Team Todenhöfer in den Bundestag eingezogen.
Jeder kann in Deutschland regieren, aber nicht ohne die FDP…..und mittlerweile die Grünen.
Aber seis drum, immerhin haben ihn so große Gestalten wie Mesut Özil unterstützt.
Ich bin gespannt wer denn nun den Kanzler macht, immerhin, so habe ich heute gelesen, ist ja Laschet auch wieder im Rennen. Wer Laschet als Ministerpräsidenten von NRW hatte, der ist krisenerprobt, besonders wenn er in Nordrhein-Westfälischen Hochwassergebieten wohnt.
Shootingstar und Hans Dampf in allen Gassen, Mr. Nine Percent, JT oder auch der Erklärbar genannt. Schon lange wäscht er sich die Hände mit Sagrotan, denn im Laufe seines Lebens hat er vielen zwielichtigen Typen die Hand geschüttelt.
Für Irland wird sich naturgemäß nichts ändern, wir sind ein zu kleines Land, für die EU allerdings dürfte das interessant werden, besonders wenn man eine stärkere Allianz zwischen Deutschland, Frankreich und Italien bildet. Vielleicht bringt es auch eine Europa Armee. Aber leider gibt es in der deutschen Politik niemanden mit Charakter, nicht mal bei den Grünen.
Zur Zeit feiern jüdische Gemeinden Weltweit Yom Kippur, für Juden ist Yom Kippur ein hoher Feiertag, oder wie Wikipedia den Tag beschreibt:
Jom Kippur (hebräisch יוֹם כִּפּוּר ‚Tag der Sühne‘, auch Jom ha-Kippurim יוֹם הכִּפּוּרִים), deutsch zumeist Versöhnungstag oder Versöhnungsfest, ist der höchste jüdischeFeiertag. Nach jüdischem Kalendersystem wird er am 10. Tag des Monats Tischri begangen – als strenger Ruhe- und Fastentag. Im Gregorianischen Kalender fällt Jom Kippur von Jahr zu Jahr auf unterschiedliche Daten im September oder Oktober. Zusammen mit dem zehn Tage davor stattfindenden zweitägigen Neujahrsfest Rosch ha-Schana bildet er die Hohen Feiertage des Judentums und den Höhepunkt und Abschluss der zehn Tage der Reue und Umkehr. Jom Kippur wird von einer Mehrheit der Juden, auch nicht religiösen, in mehr oder weniger strikter Form eingehalten.
Für Teams von Facebook scheint der Feiertag in etwa so wichtig zu sein wie eine College Abschlussfeier. Man trinkt ein bißchen was, ist lustig und singt, also nichts Ernstes. Zufällig an Jom Kippur war ein Anschlag auf die Synagoge in Hagen geplant. Weltweit sind Sicherheitskräfte im Einsatz, um jüdische, sowie israelische Einrichtungen zu schützen. Es ist, nicht nur für Jüd:Innen und Juden eine sensible Zeit, wie es schon allgemein der Fall ist. Da viele jüdische und israelische Organisationen auf Facebook vertreten sind, habe ich nachgeschaut was los ist, wenn diese „chatima towa“ und ein gesegnetes Yom Kippur wünschen. Anmerkung, alle diese Kommentare fand Facebook völlig in Ordnung:
Facebook hat mir freundlicherweise gestattet, ich könne gegen die Entscheidung Einspruch erheben, da Facebook glaubt Aussagen wie diese seien keine Hassrede
Die ganzen Kommentare lasse ich weg, denn das würde den Rahmen sprengen. Auffällig dabei ist, dass die meisten antisemitischen Bilder von Personen aus Malaysia stammen. Der Premierminister ist fanatischer Antisemit, aber da sein Land Geschäfte mit Israel macht sagte er seinen Bürgern Antisemitismus sei völlig ok, aber sie sollen damit leben dass die Firmen Geschäfte mit Israel machen. Nun mag Facebook der Meinung sein in asiatischen Ländern seien diese von der Meinungsfreiheit gedeckt nur enden Rechte da, wo sie die Rechte anderer verletzen. Und, ganz ehrlich, Malaysia behandelt seine muslimischen Schwestern und Brüder, die Rohingya wie Dreck. Auch lehnt der Staat die Genfer Flüchtlingskonvention kategorisch ab.
Aber nicht nur jüdische Seiten waren das Ziel, der englische Fußballclub FC Liverpool besaß die Dreistigkeit, seinen jüdischen Supportern ein gesegnetes Yom Kippur zu wünschen. Dies machen nicht nur die Liverpooler bei jedem religiösen Feiertag, allerdings liefen einige sogenannte „Supporter“ Amok und beschimpften den Verein auf das Übelste. Wenn Kommentatoren antworteten Yom Kippur habe nichts mit Israel zu tun, dann wurden diese auch Ziel der verbalen Attacken, wie einer schrieb: „wie kann es Liverpool wagen ein kolonialistisches und terroristisches Land zu feiern.“
Das Motto des FC Liverpool, „You Never Walk Alone,“ gilt anscheinend für einige Leute nicht, vor allem ist es aufschlussreich, wie Menschen einen Verein zwingen wollen, nur bestimmte Unterstützer zuzulassen, worauf einer schrieb, wenn sie nicht verstehen, was YNWA heißt, sollten Sie sich besser einen Verein in Asien, oder dem Mittleren Osten suchen, das wäre wohl eher was für sie als ein Weltoffener Verein der alle Menschen respektiert.
Facebook sollte sich überlegen, ob sie diesen Leuten eine Plattform gibt, denn es geht hier nicht um den Nahen Osten, oder um Israel, es geht diesen Leuten um Judenhass, nichts weiter. Die Unterstützung für die Palästinenser ist nur Fassade, weder haben sie jemals einen Juden getroffen, noch einen Palästinenser, sie waren nie im Nahen Osten und das Schicksal der Palästinenser im Libanon, oder in Syrien interessiert sie nicht, sie halten es im Übrigen für eine Lüge dass die Palästinenser dort unterdrückt werden.
Wenn Mark Zuckerberg es ernst meint, dann sollte sein Unternehmen dringend ändern, oder seinen Dienst nur in bestimmten Ländern anbieten, und nicht in Ländern, die irgendwo im Mittelalter stehen geblieben sind und deren Denkweise nicht über die Entwicklungsstufe eines Grottenolms hinausgekommen ist.
So und jetzt überlege ich, ob ich mir das wirklich antue und Einspruch vor dem Oversightboard gegen die Entscheidungen Facebooks einlege.
Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie oft ich von Ihnen gesperrt wurde, nicht weil ich irgendeine Hassrede getätigt hätte, sondern weil ich Teilnehmern, die Israel Massenmord, Apartheid und ethnische Säuberungen vorwarfen als das bezeichnet hatte, was sie sind, Trottel und Antisemiten. Nun waren diese Leute damit nicht einverstanden und haben Sie informiert und Sie wurden sofort tätig, und sperrten mich, denn wenn Sie eines konsequent befolgen, dann ist es das einknicken vor Gegnern einer offenen Gesellschaft.
Natürlich ist es unmöglich mit Ihnen zu kommunizieren und wenn, dann über dieses Feedbackformular was in etwa so ist, als würde man in Dauerschleife mit der Wartemusik telefonieren, was man erfolgreiche Kundenverhinderung nennt. Aber damit sollte ja Schluss sein und Sie haben weder Kosten, noch Mühen gescheut und ein Board zusammengestellt, das sich zur Aufgabe gemacht hat, da einzugreifen, wo Sie versagt haben. Eigentlich simpel, oder? Aber so ist es dann doch nicht, denn von insgesamt 20.000 Einsprüchen hat das Board insgesamt fünfzehn Entscheidungen getroffen, wirklich eine stattliche Leistung.
Daran wäre ja nichts auszusetzen, wenn die Seite Buzzfeed nicht behaupten würde, dass Sie Israel bevorzugen, und die arabischen Länder abfällig behandeln, was zur Folge hatte, dass die Bewertungen in den Keller gingen denn, wie schon Gustave Le Bon vor über einhundert Jahren schrieb, „Die Massen urteilen gar nicht oder falsch. Die Urteile, die die Massen annehmen, sind nur aufgedrängt, niemals geprüfte Urteile.“
Der Sturm – der auf Sie einprasselte – war die Aussage eines Mannes, der anscheinend für Sie tätig ist. Ob das stimmt tut eigentlich nichts zur Sache. Ich fand es erstaunlicher, dass, besonders während der Unruhen zwischen der Hamas und Israelischen Sicherheitskräften auf Grund des Rechtsstreit bezüglich Sheikh Jarrah, die meisten Beschwerden bei Ihnen aus Israel eingingen…und das…muß ich sagen, wundert mich wiederum nicht.
Auch wenn der ZDJ mir auf Nachfrage bestätigt, dass man zur Zeit keinen Grund zur Klage hat, und Sie – in Deutschland zumindest – sehr fleißig darin sind antisemitische Inhalte zu löschen, habe ich eine andere Erfahrung gemacht. Israelische und jüdische Seiten bei Ihnen sind stets das Ziel antisemitischer, sowie antizionistischer Angriffe. Während die Moderatoren der jeweiligen Seiten nach Kräften bemüht sind Kommentare dieser Art zu löschen, finden Sie das nicht Anstößig wenn man es meldet. Früher musste man mit der Entscheidung leben, Heute zumindest geben Sie Gelegenheit Einspruch vor dem Oversightboard einzulegen, was im Grunde genommen wie das Hornberger Schießen ausgeht.
Meine Einsprüche betrafen alle Israel, waren aber für das Oversightboard nicht relevant. Bei zwei Kommentaren die ich gemeldet habe, wurde mir gestattet Einspruch zu erheben, da „Israel verrecke“ für Sie offensichtlich ein Ausbruch kultureller Eigenheit ist. Die Entscheidung, was nun ist steht aus, ebenso die Beleidigungen gegen die Gründerin der Amadeu Antonio Stiftung.
Sie berufen sich darauf Kommentare zu entfernen die „verunglimpfend sind und eine Person herabwürdigen,“ Das gilt für Sie aber nicht, denn die Bezeichnung „Stasi-Kahane“ ist sehr wohl eine Herabwürdigung und meines Wissens hat bisher noch kein deutsches Gericht das als zulässige Bezeichnung zugelassen, aber geschenkt.
Auf Ihrer Seite fassen Sie Ihre Gemeinschaftsstandards zusammen und beschreiben wie Sie die Mitarbeiter schulen und diese, im Notfall, einen „Experten“ hinzu holen können. Mir stellt sich die Frage, wer diese Leute schult und wo diese Leute ihren Sitz haben. Verstehen Sie mich nicht falsch, die Swastika auf einem indischen Bild, von einem Inder gepostet ist keine Beleidigung, wenn aber die Fahne Israels mit einer Hakenkreuzfahne kombiniert und als Profilbild verwendet wird, dann ist das sehr wohl eine Verletzung der Regeln! Für Sie aber offensichtlich nicht.
Nachdem ein Nutzer dieses Profilbild hatte und gemeldet wurde, schrieb Facebook dass dieses Bild die Regeln nicht verletzen würde.
Eine Karikatur auf der ein nackter Hintern zu sehen ist, wie er auf die israelische Fahne kotet, ist für Sie kein Grund aktiv zu werden. Nun stellen Sie sich die Situation mit einer russischen, amerikanischen, chinesischen oder der Fahne eines arabischen Landes vor. Hat Ihrer Meinung nach ein Land nicht das Recht genauso behandelt zu werden, wie andere Länder? Oder sind Sie der Meinung Israel muss das tolerieren, oder die Bewohner sollen halt die Gegend verlassen.
Von mir gemeldetes Bild unter einem Post der israelischen Verteidigungskräfte über eine Araberin die nun als Offizier der IDF tätig ist.
Es war der Moderator der Seite der die Karikatur, nebst den üblichen Beschimpfungen gelöscht hat weil Sie keinen Grund sehen einzugreifen und komischerweise eine sehr große Bandbreite von Meinungsfreiheit haben sobald es gegen bestimmte Gruppen geht. Aber um Ihnen auf die Sprünge zu helfen ein Auszug der Deklaration des IHRA, dessen Definition Sie bisher ja nicht geschafft haben umzusetzen.
Der Aufruf zur Tötung oder Schädigung von Jüdinnen und Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Religionsanschauung sowie die Beihilfe zu solchen Taten oder ihre Rechtfertigung.
Falsche, entmenschlichende, dämonisierende oder stereotype Anschuldigungen gegen Jüdinnen und Juden oder die Macht der Jüdinnen und Juden als Kollektiv – insbesondere aber nicht ausschließlich die Mythen über eine jüdische Weltverschwörung oder über die Kontrolle der Medien, Wirtschaft, Regierung oder anderer gesellschaftlicher Institutionen durch die Jüdinnen und Juden.
Das Verantwortlichmachen der Jüdinnen und Juden als Volk für tatsächliches oder unterstelltes Fehlverhalten einzelner Jüdinnen und Juden, einzelner jüdischer Gruppen oder sogar von Nichtjüdinnen und Nichtjuden.
Das Bestreiten der Tatsache, des Ausmaßes, der Mechanismen (z.B. der Gaskammern) oder der Vorsätzlichkeit des Völkermordes an den Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Deutschland und seine Unterstützer und Komplizen während des Zweiten Weltkrieges (Holocaust).
Der Vorwurf gegenüber den Jüdinnen und Juden als Volk oder dem Staat Israel, den Holocaust zu erfinden oder übertrieben darzustellen.
Der Vorwurf gegenüber Jüdinnen und Juden, sie fühlten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer.
Das Aberkennen des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z.B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.
Die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet oder gefordert wird.
Das Verwenden von Symbolen und Bildern, die mit traditionellem Antisemitismus in Verbindung stehen (z.B. der Vorwurf des Christusmordes oder die Ritualmordlegende), um Israel oder die Israelis zu beschreiben.
Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten.
Das kollektive Verantwortlichmachen von Jüdinnen und Juden für Handlungen des Staates Israel.
Das liebe Facebook Leute passiert auf Ihrer Plattform täglich und es ist egal, ob es Deutschland betrifft, oder International ist. Sie können aber auch den 3 D Test nehmen, und falls Sie der Meinung sind, Antizionismus beschränkt sich als Kritik auf den Staat Israel, dann sollten Sie sich zu dem Thema besser informieren denn Antizionismus ist Israelbezogener Antisemitismus und beides hat in einer Gesellschaft keinen Platz.
Die ADL ist nicht gut auf Sie zu sprechen und ich bin es schon lange nicht mehr. Mir reicht es, dass nach zweitausend Jahren der Antisemitismus in der modernen Gesellschaft immer noch weit verbreitet und verankert ist, weil ein soziales Medium wie Facebook kein Problem in der Verbreitung von antisemitischen Inhalten sieht
Wenn für Sie also „Trottel“ bullying und harassment darstellen, dann würde ich gerne mal wissen, wie Sie den Begriff „Zionazi“ sehen, ist er mir doch schon öfters aufgefallen, ohne das eine Reaktion Ihrerseits erfolgte. Sie denken Sie haben sehr gute Standards weil diese im Grunde genommen auf alles zutreffen, egal ob sich jemand einem Posting über Käsekuchen stört, oder ein Nacktbild veröffentlicht.
Sie mögen ein privates Unternehmen sein, allerdings dadurch, dass Sie Weltweit als soziales Medium auftreten haben Sie eine Verantwortung und zu dieser Verantwortung gehört Antisemitismus nicht zu tolerieren.
Die 1888 erschienen Erzählung Rudyard Kiplings kam mir letztes Jahr in den Sinn, als sich Donald Trump mit Vertretern der Taliban in Doha traf, und ein „Friedensabkommen“ mit ihnen aushandelte mit der Zusage, dass spätestens im Mai diesen Jahres die US Truppen Afghanistan verlassen haben.
Nun war Trump alles andere als ein Präsident mit seiner unerträglich Art und Dummheit. Nicht nur dass er alles was er tat als „Deal“ betrachtete und dachte, je mehr man jemandem anbietet, desto schneller würde er einschlagen, was allerdings nicht der Fall war denn, und das war das größte Problem, Trump war viel zu dumm, um zu begreifen, wie die moderne Welt funktioniert.
Szenephoto aus dem Mann der König sein wollte, 1976 mit Sean Connery und Michael Caine
Es geht um Geopolitik und nicht um die narzisstischen Befindlichkeiten eines senilen alten Mannes der glaubt er sei der Nabel der Welt. Geopolitisch spielen die USA kaum noch eine Rolle, es sind andere die ihnen den Rang abgelaufen haben Weltmacht zu sein. Während die USA die Krisenfeuerwehr spielte und glaubte die Ideale von Freiheit, Demokratie und Menschenrechte bis in den letzten Winkel der Welt zu bringen, kaufte China einfach Zuneigung. Heimlich still und leise setzte China sein Credo von Prosperität für alle unter dem Dach des Kommunismus, in afrikanischen und Südamerikanischen Staaten um. Auch der Iran ist, dank der Unterstützung Chinas, immer noch am Leben.
Russland ist wieder, wenn auch keine globale, so eine regionale Macht, die im Falle Syriens, oder Tschetschenien entscheidet, wie lange ihre Mündel an der Macht bleiben. Dreht sich der Wind in Moskau, dreht sich der Wind in Damaskus und Grosny.
„Das eigentliche Ziel des Krieges ist der Frieden.“
Als am 11.09 vier Passagiermaschinen entführt wurden und kurze Zeit später zwei von ihnen in das World Trade Center flogen, war die Welt geschockt. Eine dritte Maschine stürzte in das Pentagon und UA93 konnte von den Passagieren unter Kontrolle gebracht werden und stürzte in der Nähe von Shanksville ab. Während niemand wußte, wer für den Anschlag verantwortlich war, trat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder vor die Kameras und sprach in seiner Rede davon, dass man fest an der Seite der USA steht und im Bündnisfall bereit ist die Bundeswehr einzusetzen.
Der Anfang vom Ende in Afghanistan
Außer das der Sicherheitsapparat der USA komplett versagt hatte, rätselte man in Washington noch, wer für den Anschlag verantwortlich war. Etwas später hatte man die Erkenntnis das Al Qaida hinter dem Anschlag steckt und sich offensichtlich unter dem Schutz der Taliban in Afghanistan befindet. Die USA stellten daraufhin ein Auslieferungsantrag und setzten ein entsprechendes Ultimatum, welches die Taliban auslaufen ließen und eine Auslieferung Osama Bin Ladens, sowie seiner Offiziere ablehnten.
UN Resolution 1368, die einen Tag nach dem Terroranschlag verabschiedet wurde gab den USA und seinen Verbündeten die Legitimation notfalls mit Gewalt das Land zu bestrafen, das für den Anschlag verantwortlich war, beziehungsweise die Mithilfe gegenüber der UNO verweigerte.
Am Siebten Oktober 2001 begann Operation Enduring Freedom. Die Nato begann, mit Luftunterstützung, verschiedene strategische Ziele in Afghanistan anzugreifen, um dabei Al-Qaida in Afghanistan zu zerschlagen. Da die Berge Afghanistans immer dafür benutzt wurden, Kämpfern Unterschlupf zu bieten, begann für die Amerikaner und ihre Verbündeten eine Sisyphusarbeit, denn die Soldaten mußten jeden Stein umdrehen und jede Höhle bis in den hintersten Winkel durchsuchen.
Truppen beim Einmarsch in Afghanistan 2001
Dazu kam die Unkenntnis über das Gelände und Selbstmordattentate die von den Taliban überall im Land, aber besonders in Kabul, ausgeführt wurden. Außerdem wurden die Fremden als Besatzer empfunden, während in den größeren Städten die Afghanen froh waren, dass sie die Taliban endlich los waren.
„Lerne die Situation in der du dich befindest, insgesamt zu betrachten.“
Während man in großen Teilen erfolgreich war, wollte man den Leuten auch humanitäre Hilfe zukommen lassen. Also baute man Schulen und Krankenhäuser, verbesserte die Infrastruktur und ermöglichten es den Frauen wieder am Leben teilzunehmen. Es herrschte weitgehende Freiheit, die die Afghanen in vollen Zügen genossen. Nach Jahrzehnten Krieg und Bürgerkrieg, sowie den Taliban, kam es vielen wie ein Märchen vor.
Also warum sollte man die Situation gesamt betrachten? Die Antwort: statt Fachleute in‘s Land zu bringen, oder die Regierung ersteinmal in die Hand der UN zu legen, brachte man Leute vor Ort nicht nur in die Regierung, sondern man installierte eine Zentralregierung, die nicht nur korrupt, sondern auch die Provinzgouverneure ernannte. Diese Leute besaßen in den meisten Fällen keinerlei Rückendeckung in ihren Provinzen.
Man pumpte Milliarden in die militärische Aufbauhilfe und hat Leute ausgebildet, die Analphabeten waren und nun mit Millionen Dollar schwerem Kriegsgerät umgehen sollten, und zuletzt stellte sich heraus, dass die Soldaten kaum, oder gar keinen Sold bekamen und auch keine Verpflegung. Der Spruch, „ohne Mampf keinen Kampf“ gilt auch für afghanische Soldaten. Ihnen Feigheit vorzuwerfen und zu fordern, sie sollten gefälligst für ihren Schutz selber zu sorgen, klingt, nach allem was man h#ätte wissen müssen, ausgesprochen zynisch.
„Ein schöner Rückzug ist ebenso viel wert als ein kühner Angriff.“
Es wäre schön, wenn es in Afghanistan so gewesen wäre, leider war es nicht so. In Doha begann der Anfang vom Ende, als Donald Trump mit den Taliban verhandelte und die Afghanen, ebenso wie vorher die Kurden, unter den Bus geworfen hat. Der „Deal“ wie Trump ihn nannte, sah die afghanische Regierung überhaupt nicht vor. Trump dachte – wenn er das überhaupt kann – die Afghanen würden vor Freude in die Luft springen. Angeblich hätte Ghani ihm überschwänglich gedankt.
Der Anfang vom Ende – Trumps neue Liebe mit den Taliban
Zu diesem Zeitpunkt hatten die Taliban schon die Pipi in den Augen stehen vor Freude. Ohne sich anstrengen zu müssen, präsentierte ihnen Trump Afghanistan auf dem Silbertablett. Der Plan sah unter anderem vor, dass die USA bis Mai ihre Streitkräfte in Afghanistan auf 2500 Soldaten reduzieren. Angeblich, so der Vorwurf des letzten Verteidigungsminister unter Trump – Christopher C. Miller – behauptete, Trump hätte nie vorgehabt, die Truppen aus Afghanistan abzuziehen.
Joe Biden ließ die Frist verstreichen, und der Mai zog vorüber. Währenddessen machte sich Trump auf einer Veranstaltung der Republikaner vor Freude in die Hosen und rief seinen Anhängern zu, dass er Biden ein Kuckucksei in‘s Nest gelegt habe und Biden das nicht mehr rückgängig machen könne. Als sich die internationalen Truppen aus Afghanistan zurückzogen, da auch die USA schon abzog, brach das Chaos aus.
Vor Verzweiflung hatte sich der Junge an einer amerikanischen Militärmaschine festgehalten
„Der Erfolg hat viele Väter. Der Mißerfolg ist ein Waisenkind“
Wer die Bilder aus Kabul gesehen hat sah sich vermeintlich an Saigon erinnert, als die USA sich aus aus Vietnam zurückzogen. Als Nordvietnam im April 1975 Saigon bedrohte, räumten die USA ihre Botschaft und versuchten vom Dach aus, die Flüchtenden Menschen zu evakuieren. Ich kann mich noch erinnern, als die Deckbesatzung der Midway eine Bell UH-1H vom Deck warf, damit eine Cessna O-1 auf dem Deck landen konnte. Nach Vietnam wurde gestritten und debattiert wer die Schuld an dem Desaster trug. Man machte die Presse verantwortlich, weil man dachte die Berichterstattung der amerikanischen Medien hätten in der US-Bevölkerung einen Zersetzungsprozess in Gang gesetzt, der zur Kriegsmüdigkeit und damit zum Rückzug führte.
Mitglieder der USS Midway werfen eine Bell UH-1H über Bord, um Platz für eine landende Cessna O-1 zu schaffen
Afghanistan ist ähnlich gelagert. Die Republikaner schlagen auf die Demokraten ein, die Demokraten auf die Republikaner. Die Seite Fact-check schrieb von „blaming game.“ Tatsache ist, dass Donald Trump die Taliban ohne Not stark gemacht hat und die afghanische Regierung außen vor gelassen. Die US-Administration hat ihren Verbündeten vor vollendete Tatsachen gestellt. Es gab auch offensichtlich keinen Plan was nach dem Abzug passiert, obwohl Experten vor den Taliban gewarnt haben.
Man war, nachdem man sich mit dem Militär beratschlagt hat, dass 2500 Soldat:innen völlig ausreichen, um zusammen mit der Afghanischen Armee die Taliban aufzuhalten, und dass die Taliban eh nicht so schnell vorrücken würden. Da besitzen die Geheimdienste ein internationales Netzwerk, erhalten jedes Jahr Milliarden Euros und sind nicht in der Lage die Situation, die ihnen ein Fünfjähriger in Kabul hätte erklären können, vorauszusehen. Deutschland macht dabei das, was es am Besten kann, abschieben und Untersuchungsausschüsse. Das bringt den Leuten vor Ort zwar nichts, beruhigt aber das Gewissen einiger Abgeordneter.
„Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort bedroht die Gerechtigkeit an jedem anderen.“
„Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.“
Als Peter Struck das auf einer Pressekonferenz sagte, sorgte der Satz für allgemeine Erheiterung vor allem, wenn sich die lange Liste der Terroranschläge in Europa anschaut. Ja, die Gefahr mag nicht mehr vom Hindukusch ausgegangen sein, dafür aber aus anderen Regionen. Was hat man also erreicht? Einen fragilen Frieden der fast zwanzig Jahre hielt, ein Land, das wieder in der Hand der Taliban ist und wieder Bürgerkriegsgebiet werden wird, denn nicht nur die Taliban, sondern auch der Daesh kämpfen um die Macht. Man weiß dass Daesh in der Lage ist genügend Freiwillige zu finden, also nach Irak und Syrien, nun also Afghanistan?
die Freiheit und der Hindukusch
Alles was man in diesen Jahren aufgebaut hat geht nun den Bach runter, denn man hat sich nie einen Plan B überlegt für den Fall, dass man sich aus Afghanistan zurückzieht. Die Armee wurde nicht nur falsch ausgebildet, sie wurden auch mit Waffen versorgt mit denen sie nichts anfangen konnten. Man war nicht mal in der Lage Schutzzonen einzurichten die von UN Truppen beschützt werden und wundert sich über das Chaos in Kabul, während die Zottelkrieger anfangen zu zeigen, dass sie sich keinen Jota geändert haben.
Deutschland hat dem ganzen die Krone aufgesetzt. Das Parlament lehnt den Antrag der Grünen ab dafür zu sorgen, dass die Ortskräfte unbürokratische Hilfe bekommen, der Innenminister will trotz der Tatsache, dass Afghanistan nicht sicher ist, und das seit etwa einem Jahr, Flüchtlinge dorthin abschieben, und man versinkt in Lethargie weil Leute wie Angela Merkel glauben man könne Probleme so lösen, wie Helmut Kohl es Sechzehn Jahre gemacht hat, mit ruhiger Hand und Gelegenheiten beinahe zu verpassen. Wenn Wahlkampf in Deutschland wichtiger ist als humanitäre Hilfe, man war ja an der Situation in Afghanistan mitbeteiligt, und es waren nicht der Fähnlein Fieselschweif vor Ort, sondern Bundeswehr und andere Hilfskräfte. Ich bin froh nicht mehr in Deutschland zu leben, denn wenn ich noch mitbekomme, dass ehemalige Soldaten, die sich um die Ortskräfte kümmern, vor der Politik im Stich gelassen werden, dann schwillt mir der Kamm.
Die USA und alle die in Afghanistan beteiligt waren haben die Werte, die der Westen angeblich vertritt, mit Füßen getreten und jedem Westentaschen- Kalifen und Emir das Signal ausgesendet, dass der Westen eh nichts macht, also braucht man nur die Luft anzuhalten. Das pragmatische China hat die Taliban sofort anerkannt, teilen sie sich doch eine Grenze mit Afghanistan und fürchten, dass die Islamisten Terrorzellen in China stärken könnten. Also macht man gute Miene zum bösen Spiel und sucht ein Auskommen.
Der Westen hat sich erpressbar gemacht, denn wenn es den Taliban gefällt, dann schicken sie eine Horde aus Afghanistan in die Flucht und jeder erinnert sich an 2015.
Epilog
Nach dem 11.9 sagte jemand unsere Welt wird nie mehr so sein wie vorher. Sie war nie wie „vorher“ denn es gab genügend Terroranschläge besonders auf westliche Einrichtungen, also wird sich nach Afghanistan etwas ändern? Nein, denn die Welt ist so wie sie ist. Sie war schon immer so wie sie ist. George W. Bush wird wahrscheinlich wie ein Brummkreisel durch sein Haus rotieren, ob des Dilettantismus den seine Nachfolger an den Tag legten, und es ist völlig egal ob Trump den Taliban nicht vertraute, Fakt ist er hat den Stein in‘s Rollen gebracht. Was bleibt ist, dass es Länder gibt, die man wahrscheinlich nie befrieden kann, egal wie oft man sie erobert, oder, wie das Motto der Ranger „de opresso liber“ (von der Unterdrückung befreien).
Die freie Welt wird sich darauf einstellen müssen, dass weiter zu Terroranschlägen, Bürgerkriegen, ethnischen Säuberungen, Unterdrückung kommt und dass man sich auf die UNO nicht unbedingt verlassen sollte, denn mit UNRWA haben sie bewiesen dass sie selber Probleme schaffen können, und mit Rwanda dass sie Länder einfach im Stich lassen. Ihr Menschenrechtsrat verhält sich wie eine Gangster AG, in der Massenmörder, Serienvergewaltiger und staatlich anerkannte Folterknechte sich gegenseitig den Rücken schrubben, während sie ein Land, und nur dieses Land, auf ihrer Agenda haben.