Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.
Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich
bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das
Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem
es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen
die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch mit
Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen
nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen,
brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen
wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich
sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite
geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum
Bösen restlos mit sich selbst zufrieden, ja, er wird sogar gefährlich,
indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist
dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber
dem Bösen. …

Diese Worte schrieb der Pfarrer Dietrich Bonhoeffer als er von den Nationalsozialisten in’s Gefängnis geworfen und später – eine Woche vor der Befreiung – am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde.
Nun meinte Bonhoeffer, dass niemand dumm geboren wird sondern im Laufe dumm wird, dem allerdings widersprach der Wirtschaftshistoriker Carlo M. Cipolla in seinem satirisch gemeinten Büchlein „Theorie der Dummheit“. Für ihn war Dummheit angeboren, das heißt, man ist von Anfang an dumm und beght von Anfang an dumme Dinge die der Gesellschaft schaden, ihm aber keinen Nutzen bringen. Der Betrüger beispielsweise schadet anderen, er zieht aber immerhin einen Nutzen aus seinen Taten. Ich bin eher der Meinung Cipollas, denn nicht nur unterschätzt man die Zahl dummer Menschen, nein sie begehen schon in der Kindheit und Jugend dumme Dinge.
Und damit kommen wir zu Donald Trump. Er ist ein zutiefst dummer Mensch, allerdings nicht in klassischer Form dumm, nein er litt von Anfang an an einer pathologischen Selbstüberschätzung, das läßt seine Aktionen als dumm erscheinen denn er schadet anderen Menschen. Er wußte wie er sich in Szene setzen kann und wie er aus einem Schlamassel rauskommt, damit er planen kann, wie er, wenn er wieder darauf angesprochen wird, antworten kann. Seine Nichte Mary beschreibt ihn in ihrem Buch „Too much and Never Enough“, wie das Umfeld war, in dem Donald Trump aufgewachsen ist. Sein älterer Bruder Fred Jr. war eigentlich der Kronprinz der Familie Trump, der aber wollte weder Kronprinz sein, noch etwas mit seinem zu Gewalt neigendem Vater zu tun haben. Und auch die Mutter war ihren Kindern mehr Last als Stütze.
Donald lernte also schon früh, wie man sich durchsetzt, er schmierte seinem Alten Honig um’s Maul, bemühte sich, trotz einer Lernschwäche, es Trump senior in allen Bereichen Recht zu machen. Auf der Militärakademie gehörte er wohl zu den Besten, allerdings der Score seines Highschoolabschlusses war unter dem Durchschnitt. Er baute sich eine Legende auf, in der er das ultimative Genie war. Als die Familie Trump in den Focus der Justiz rückte, wegen Rassismus gegenüber Nichtweißen bei der Wohnungsvergabe, sagte er zwar Wahrheitsgemäß, dass nicht nur die Trumps in den Focus rückten sondern es viele Wohnbaufirmen betraf, aber es ist unwahr, dass er einen Deal mit der Behörde geschlossen hätte und die Trump Management Corporation straffrei ausging, das betraf aber nicht nur sie allein.

Als in den achtziger Jahren der KGB illegale Agenten in die USA schickte, mit dem Auftrag weiche Ziele zu identifizieren, die man brauchen könnte, da lernte ein Agent Donald Trump auf einer Party in New York kennen. Donald Trump war damals wichtig genug, dass er sich als perfekte Figur eignete, vor allem weil Donald Trump ständig unter Geldnot litt. Für einen Hotelneubau brauchte er dringendFernsehgeräte und der Agent vermittelte einen Deal zwischen Trump und einer Tarnfirma in New York, die ihm die Fernseher lieferte. Im Laufe der Zeit wurden die Beziehungen enger und irgendwann wurde Trump gefragt, ob er sich vorstellen könnte einen Trumptower in Moskau zu errichten. Man schmeichelte seiner Eitelkeit und Trump sprang darauf an. Er flog auf Einladung in die UdSSR, wurde fast wie ein Staatsgast behandelt, man organisierte Parties für ihn und führte in in Nachtclubs und es heißt, dass KGB hätte sehr viel Material über ihn gesammelt.

Euronews hat zwar die Story als nicht echt bezeichnet, allerdings gibt es einige Anhaltspunkte die dafür sprechen, dass Trump öfters im Interesse der Sovietunion gehandelt haben muss. So hatte er kurz nach seiner Rückkehr aus Moskau erklärt, er würde sich um die Präsidentschaft bewerben und in Zeitungen eine Anzeigenkampagne gestartet, wo er sich lautstark und bitter über die Alliierten der USA auskieß und forderte, dass man diesen Ländern die Hilfe streicht und sie dazu zwingt Geld an die USA zu zahlen, wenn diese militärische Hilfe brauchen. Er hat auch eine Phantasierechnung aufgestellt, was die USA durch diese Maßnahmen einsparen würden. Zu seiner Kandidatur ist es dann doch nicht gekommen.

Die Gefahr, die bei Trump besteht; es geht hier nicht um mangelnde Intelligenz im klassischen Sinne (IQ), sondern um eine spezifische Form der destruktiven Unvernunft. Er droht mit allen möglichen Konsequenzen, erlässt Strafzölle von bis zu 100% und rudert dann zurück. Er erzählt den Amerikanern, dass diese Zölle die Länder treffen und sagt ihnen nicht, dass sie die höheren Preise zahlen müssen. Denn so läuft das in der Wirtschaft nun einmal, wenn höhere Tarife bedeuten, dass die Produkte im Preis steigen, dann ist der Verbraucher der Dumme. Es gibt in der Wirtschaft weder Gnade noch Good will. Kein Produzent sagt sich, „och die armen Amerikaner sind auf Trumps Rethorik reingefallen, na dann fangen wir doch die Kosten auf und bieten unsere Waren zu den gleichen Preisen an wie vor der Tariferhöhung.“
Wenn man sich sein Gerede und Kriegsgerassel über Grönland ansieht stellt man folgendes fest:
Die Kündigung der Realität: Trump, Grönland und das Ende der Verlässlichkeit
I. Cipolla und der „Super-Stupido“ am Verhandlungstisch
Carlo M. Cipolla definierte den Dummen als jemanden, der anderen schadet, ohne sich selbst zu nützen – oder dabei sogar selbst Schaden nimmt. Wenn Donald Trump das dänische Grönland wie eine Immobilie betrachtet und mit wirtschaftlichem oder militärischem Druck droht, verlässt er das Feld der rationalen Geopolitik.
- Der Schaden: Er untergräbt die Souveränität eines NATO-Gründungsmitglieds (Dänemark). Damit zerstört er das Vertrauen, das die Basis für Artikel 5 (die Beistandsverpflichtung) bildet.
- Die Irrationalität: Ein Bündnis ist die Lebensversicherung der USA für ihre globale Vormachtstellung. Wer die Versicherung kündigt, weil er die Prämie sparen will, während das Haus brennt, handelt exakt nach Cipollas Gesetz der Dummheit. Er glaubt, er spare Geld, verliert aber den Schutzschild.
II. Bonhoeffer und die moralische Abstumpfung der Macht
Dietrich Bonhoeffer erkannte, dass Dummheit kein Mangel an IQ ist, sondern eine Kapitulation vor der Macht. Trump begreift das Bündnis nicht als Wertegemeinschaft, sondern als Schutzgeld-System.
- Der „Pakt der Dummheit“: Bonhoeffer beschreibt, wie die Entfaltung von Macht die Menschen ihrer inneren Selbstständigkeit beraubt. In den USA (und teilweise in Europa) sehen wir, wie politische Eliten dieses „Zeitungsabo-Narrativ“ übernehmen. Sie hören auf, die Komplexität der Welt zu sehen, und folgen dem schlichten Slogan.
- Die Gefahr: Wer ein Bündnis wie ein Abo betrachtet, hat den moralischen Kern der Verpflichtung verloren. Ein Versprechen gilt nur noch so lange, wie es bequem ist. Das ist der „moralische Defekt“, den Bonhoeffer als weitaus gefährlicher als die bloße Bosheit einstufte.
III. Grönland als Symptom
Das „Gerassel um Grönland“ ist kein geostrategischer Geniestreich, sondern das perfekte Beispiel für diese Erosion.
- Missachtung der Souveränität: Man behandelt Verbündete wie Vasallen.
- Unwissenheit als Strategie: Fakten über Grönlands Autonomie oder dänische Gesetze werden ignoriert.
- Bündnis-Blindheit: Er übersieht, dass die USA Grönland bereits strategisch nutzen (Thule Air Base) – durch Kooperation, nicht durch Annexion. Er will kaufen, was er bereits durch Vertrauen und Bündnistreue besitzt.
Trump glaubt in seiner Realität Verträge seien wie ein Zeitungsabo, dass man nach Belieben kündigen könne. Er lebt in seiner eigenen Welt, sieht sich als das größte Genie seit Einstein, und gibt sich den Anschein als wäre er der Sonnenkönig wenn man sich anschaut wie er einen Ballsaal für das weiße Haus plant oder seine offene Sympathie für Autokratien weil sie nicht irgendwelche Regularien haben, die ihre Macht einbremsen.
Das ist der gefährlichste Aspekt der Ära Trump im Jahr 2026: Der Übergang vom populistischen Poltern zur pathologischen Autokratie. Wenn ein Anführer den professionellen Rat der Joint Chiefs of Staff (der höchsten militärischen Instanz) und die Kontrollinstanzen des Kongresses als bloße Hindernisse seiner „Genialität“ abtut, befinden wir uns mitten in der von Bonhoeffer beschriebenen Dystopie der Macht.
Hier ist die Ergänzung für deinen Essay, die sich auf die europäische (und irische) Antwort auf diesen „Cäsarismus“ konzentriert:
IV. Der pathologische Alleingang: Wenn das „Genie“ die Welt brennt
Donald Trumps Überzeugung, er wisse mehr als seine Generäle und Berater, ist das Endstadium der Cipolla-Dummheit. Indem er die Joint Chiefs of Staff ignoriert, bricht er mit der fundamentalen amerikanischen Tradition der zivilen Kontrolle durch professionelle Expertise. Er ersetzt militärische Logik durch narzisstische Impulse.
Wenn er Bündnisse wie Abonnements kündigt, zerstört er die Abschreckung – das einzige Gut, das einen Krieg verhindert, bevor er beginnt. Seine Kriegsrehetorik ist nicht mehr nur Säbelrasseln; sie ist Ausdruck einer pathologischen Selbstüberschätzung, die kein Korrektiv mehr akzeptiert.
Die europäische Konsequenz: Das Erwachen aus der Abhängigkeit
Europa, und insbesondere ein neutrales Land wie Irland, steht nun vor den Trümmern einer 80-jährigen Sicherheitsarchitektur. Die Reaktion muss zweifach sein:
- Emanzipation der Vernunft: Europa muss aufhören, wie ein fassungsloser Zuschauer auf das Weiße Haus zu starren. Wenn der „Garant der Freiheit“ unberechenbar wird, muss die Verteidigungsfähigkeit der EU – die oft zitierte Europäische Armee oder zumindest eine autarke Verteidigungssäule – von einer Vision zur nackten Notwendigkeit werden.
- Irlands Dilemma: Für Irland bedeutet das eine schmerzhafte Debatte. Man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass der „große Bruder“ im Westen im Ernstfall die Meere und Kabeltrassen schützt, während er gleichzeitig versucht, Grönland zu annektieren. Die irische Neutralität braucht im Jahr 2026 eine aktive Komponente: Investitionen in die eigene Überwachung der Hoheitsgewässer und Cyber-Sicherheit, um nicht zum Spielball eines Mannes zu werden, der Geopolitik für ein Monopoly-Spiel hält.
V. Schlusswort: Standhalten gegen das „Dumm-Machen“
Bonhoeffer lehrte uns, dass wir gegenüber der Dummheit nicht mit Argumenten siegen können, sondern nur durch eine innere Befreiung. Europa muss sich psychologisch von der USA unter Trump lösen. Wir dürfen nicht zulassen, dass seine Pathologie unsere politische Vernunft infiziert.
Wer glaubt, er sei ein einsames Genie, das keine Bündnisse braucht, endet oft in der Isolation – das Problem ist nur, dass er auf dem Weg dorthin die Welt mit sich reißt.
Damit man Trump in etwa einschätzen kann habe ich sein Gebaren analysiert, schon 2017, kurz nach seinem Amtsantritt, verhielt sich Trump völlig irrational. Man mag es vielleicht damals als exzentrisch gesehen haben, Fakt ist, der Mann hat in seiner Amtszeit soviel gelogen und hätte beinahe die Demokratie in den USA aus den Angeln gehoben, weil er steif und fest behauptete die Wahl sei ihm gestohlen worden. Fpr ihn gelten Regeln nicht wenn er sie nicht selbst aufgestellt hat. Um bei seiner zweiten Amtszeit auf Nummer sicher zu gehen, hat er sich einen Bunch of Muppets zugelegt, die in fast allen Schlüsselpositionen der USA sitzen und seinen Wahn schützen.
Trump ist gefährlich weil er eine Machtpolitik aus dem Mittelalter betreibt gepaart mit Merkantilismus.
Donald Trump hat ein Problem mit der Realität: Er begreift nicht, dass ein Bündnis wie die NATO keine kostenlose App ist, die man bei Nichtgefallen einfach löscht. Er sieht die Welt nicht durch die Brille eines Staatsmannes, sondern durch die eines absolutistischen Monarchen.
1. Der Sonnenkönig von Mar-a-Lago
Sein Werben um Grönland und die Drohung mit 25 % Strafzöllen gegen europäische Verbündete (Dänemark, Deutschland, UK) sind keine „Geopolitik“ – es ist mittelalterliche Machtpolitik. Wie ein barocker Fürst glaubt er, Territorien kaufen oder erzwingen zu können, ohne Rücksicht auf das Völkerrecht oder die Souveränität von Partnern. Er agiert, als stünde er über dem Gesetz, gedeckt durch eine gefährliche Interpretation präsidentieller Immunität.
2. Die Bewunderung für die „starken Männer“
Es ist kein Zufall, dass er Putin und Xi Jinping nacheifert. Er bewundert nicht deren Politik, sondern deren Ungehemmtheit.
- Er beneidet Xi um die „nervöse Disziplin“ seiner Untergebenen.
- Er ignoriert den Rat der Joint Chiefs of Staff (wie General Dan Caine), weil professionelle Expertise seinem Selbstbild als „einsames Genie“ im Weg steht. Für Trump ist Macht nur dann real, wenn sie keine Hindernisse kennt – weder den Senat, noch den Kongress, noch die Verfassung.
3. Die Gefahr der pathologischen Selbstüberschätzung
Nach Cipolla ist derjenige am gefährlichsten, der Schaden anrichtet, ohne den eigenen Nutzen zu verstehen. Indem er die NATO destabilisiert, zerstört er das Sicherheitsnetz, das auch die USA schützt. Nach Bonhoeffer ist dies ein moralischer Defekt: Er hat sich so sehr in seine eigene „Genialität“ verliebt, dass er für Fakten unerreichbar geworden ist.
Fazit: Ein Präsident, der glaubt, er könne Weltpolitik wie ein Zeitungsabo kündigen, hat den Boden der Vernunft verlassen. Europa muss aufhören, auf ein Einsehen zu hoffen. Ein „Sonnenkönig“ kennt keine Partner, nur Untertanen oder Feinde. Wir müssen unsere eigene Freiheit verteidigen – auch gegen ein Amerika, das seine eigene Identität zu vergessen scheint.
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